Zukunfts-Check-Dorf in Salmtal

Salmtaler engagieren sich für lebendige Dorfplätze

Das Feuerwehr-Spritzenhaus in Dörbach.

Hier der eigene Bahnhof am Salmtal-Center mit Discounter und Betrieben – dort, nur vier Kilometer entfernt, zwei Autobahnschlüsse. Die Gemeinde Salmtal mit den Ortsteilen Dörbach und Salmrohr bietet eine beachtliche Infrastruktur. Doch ihre rasante Entwicklung verlangt umso mehr danach, dass sich die rund 2500 Bürger auch mitten im Ort begegnen können. So etwa auf den beiden Dorfplätzen, auf denen sie früher nach Gottesdiensten oder Veranstaltungen beisammenstanden. Heute hat sich vieles von dort verlagert: in die Bürgerhalle am Sportplatz Salmrohr, gleich hinter der Dorfplatzwiese mit dem Brunnen, und ins Dörbacher Vereinshaus, die frühere Ortsschule. Der Platz zwischen Kirche und altem Feuerwehr-Spritzenhaus, das als Generationen-Treffpunkt im Gespräch ist, wird auch dort nur noch selten genutzt.

Doch das soll sich nun ändern in der einwohnstärksten Gemeinde der VG Wittlich-Land. Mehr als 200 Salmtaler unterzeichneten die Unterschriftenliste einer Bürgerinitiative, die spontan zusammenfand, um erst einmal den Dorfplatz in Salmrohr zu beleben. Im Lauf des Jahres sollen sich dazu alle Bürger zu Wort melden können, was im Rahmen einer formellen Dorfmoderation möglich wäre. Finanziert werden könnten konkrete Dorferneuerung-Vorhaben mithilfe von Landesförderungen über den kreisweiten „Zukunfts-Check-Dorf“.

Skizzen des Architekturbüros Herres und Pape zeigen erste Ideen – wie Bouleplatz, Backhaus oder Musikpavillon – für die Neugestaltung des Dorfplatzes im Ortsteil Salmrohr. Foto: Herres und Pape Architekten

Für Uli Herres von der Bürgerinitiative sind lebendige Dorfplätze unverzichtbar. Und das vor allem in Orten wie Salmtal, wo wachsende Gewerbe- und Neubaugebiete auch die Ortsteile näher zusammenrücken lassen. Daher bringt sich der Experte des örtlichen Architekturbüros Herres und Pape auch bereitwillig ehrenamtlich ein, als Bürger von Salmtal. Wichtig sei immer eine „Balance“ von Neuem und Vorhandenem.

Ortsbürgermeister Markus Peter Meyer, seit 2019 im Amt, begrüßt das Bürgerengagement. „Man kann nicht immer nur Neubaugebiete entwickeln“, betont der 33-Jährige, den zugleich rund 100 konkrete Anfragen eben dazu verpflichten. Da Dörfer aber auch „von Innen nach Außen wachsen“ müssten, brauche es Anreize. So etwa, um die Erhaltung alter Häuser, die Dorfgeschichte erzählen, zu fördern. Der Zukunfts-Check-Dorf ziele aber auf weitaus mehr ab, nennt er Integration und ein engeres Miteinander von Vereinen. All das ermögliche es, „einen Schritt weiter aufeinander zugehen“. Und da stehe er total dahinter.

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