Gut versorgt – Pflege Ratgeber

Hilfe bei der Pflegeheimsuche

Wenn die Pflege zu Hause an Grenzen stößt, kann der Umzug in ein Pflegeheim notwendig sein. Der Kurzratgeber EINBLICK Pflegeheimsuche des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet Orientierung, um ein passendes Pflegeheim zu finden.

Aktuell leben von den etwa 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland rund 830 000 in einer stationären Pflegeeinrichtung. Meistens sind Angehörige entscheidend in die Heim-Auswahl eingebunden. 75 Prozent der Teilnehmer gaben dies in einer aktuellen Studie von ZQP, AOK Bundesverband und Charité – Universitätsmedizin Berlin an. Hierbei wurden über 5000 Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bundesweit befragt.

Wer ein Pflegeheim für einen nahestehenden Menschen sucht, will sicher gehen, dass es das richtige ist. Die pflegebedürftige Person soll sich dort wohlfühlen und gut versorgt werden. Aber ein individuell passendes Pflegeheim zu finden, ist nicht immer einfach, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP: „Aus unserer Arbeit wissen wir, viele Angehörige belastet die Suche sehr. Sie sind unsicher, wie sie vorgehen sollen und worauf bei der Auswahl zu achten ist. Teilweise kommen auch Schuldgefühle auf, weil Angehörige ihrem Nächsten ein Leben im gewohnten Umfeld nicht mehr ermöglichen können. Besonders schwierig wird es, wenn die Entscheidung für eine stationäre Einrichtung unter Zeitdruck fallen muss, weil die Pflege zu Hause plötzlich einfach nicht mehr geht.“

Um die Orientierung zu erleichtern, hat das ZQP nun einen Kurzratgeber als Onlineformat herausgegeben. Der EINBLICK Pflegeheimsuche zeigt, wie man in fünf Schritten bei der Suche und Entscheidungsfindung vorgehen kann. Zunächst sollte man den Anspruch auf individuelle und ortsnahe Pflegeberatung nutzen. Dort kann man sich unter anderem zu Versorgungsangeboten beraten lassen. In einem zweiten Schritt sollte mit der pflegebedürftigen Person und weiteren Nahestehenden überlegt werden, welche konkreten Anforderungen an das Pflegeheim gestellt werden. Dabei können die im ZQP-EINBLICK aufgezeigten 10 wichtigen Aspekte bei der Pflegeheim-Wahl hilfreich sein. Dazu gehören zum Beispiel die Umgangsformen der Pflegenden, die Sicherheit bei der pflegerischen und ärztlichen Versorgung sowie die Ausstattung aber auch das Essensangebot oder die Lage der Einrichtung.

Anschließend steht die Recherche nach Pflegeheimen an – am einfachsten funktioniert das mittlerweile über das Internet. Sind dann potenzielle Heime gefunden, ist es ratsam, sich möglichst gemeinsam mit dem pflegebedürftigen Angehörigen einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Eine selbst erstellte Checkliste kann hilfreich sein, um die individuellen Anforderungen mit den Gegebenheiten vor Ort zu vergleichen. Um schließlich eine Auswahl zu treffen, eignet sich eine Art Konferenz mit allen für die Entscheidung relevanten Personen. Dabei müssen die Wünsche und Bedürfnisse des pflegebedürftigen Angehörigen im Mittelpunkt stehen.

Suhr dazu: „Eine Pflegesituation ist immer individuell. Darum sind frühzeitige Überlegungen, was die Anforderungen an eine Pflegeeinrichtung für einen bestimmten Menschen sind, so wichtig. Wenn der Zeitpunkt für einen Umzug dann näher rückt, gilt es, die Suche möglichst strukturiert anzugehen. Unser Leitfaden bietet Orientierung, worüber man nachdenken und sich informieren sollte – aber auch wie man vorgehen kann.“

Beratung und Ratgeber

Eine Beratungsstelle vor Ort finden Betroffene und Angehörige mit der kostenlosen ZQP-Datenbank Beratung zur Pflege:
www.zqp.de/beratung-pflege

Der ZQP-EINBLICK Pflegeheimsuche kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden:
www.zqp.de/produkt/einblick-pflegeheimsuche

Ambulanter Pflegedienst


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Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der häuslichen Pflege

Im Allgemeinen spricht man bei der häuslichen Pflege auch von ambulanter Pflege, Altenpflege, Krankenpflege, Verhinderungspflege oder Seniorenbetreuung. Ein ambulanter Pflegedienst bietet Familien eine vielseitige Unterstützung bei den täglichen Aufgaben und Verpflichtungen, welche nur noch schwer oder gar nicht mehr durch einen Pflegebedürftigen ausgeübt werden können. Dies ermöglicht pflegenden Angehörigen beispielsweise ihren Beruf und die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen besser organisieren zu können. Die Mitarbeiter eines Pflegedienstes kommen in der Regel zu einem Pflegebedürftigen nach Hause. Dort helfen sie als fachkundige und sachkundige Spezialisten bei der täglichen Pflege. Der große Vorteil einer ambulanten Pflege ist die Möglichkeit den Betroffenen trotz seiner Pflegebedürftigkeit in der vertrauten Umgebung zu belassen.

LEISTUNGSSPEKTRUM EINES AMBULANTEN PFLEGEDIENSTES

Das Leistungsspektrum eines ambulanten Pflegedienstes beziehungsweise einer häuslichen Pflege erstreckt sich über einen sehr großen Bereich hinweg und kann nicht klar abgegrenzt werden. Die häusliche Pflegehilfe umfasst die folgenden Aufgabenbereiche als Sachleistungen:
1. Körperbezogene Pflegemaßnahmen
Körperbezogene Pflegemaßnahmen umfassen beispielsweise die Unterstützung bei der Körperpflege, die regelmäßige Ernährung, die Sicherstellung der Mobilität sowie die fachgerechte Behandlung von bettlägerigen Patienten.

2. Pflegerische Betreuungsmaßnahmen
Pflegerische Betreuungsmaßnahmen umfassen beispielsweise die Unterstützung zur Bewältigung und die Gestaltung des alltäglichen Lebens im gewohnten beziehungsweise im häuslichen Umfeld.

3. Unterstützung bei der Haushaltsführung
Zur Unterstützung bei der Haushaltsführung geht es zum Teil auch nur um sehr einfache Tätigkeiten des täglichen Lebens. Dies können beispielsweise die Reinigung der Wohnung des Pflegebedürftigen, Essen kochen, Begleitung zu Ärzten, Spaziergänge oder das regelmäßige Einkaufen sein. Aber auch umfangreichere Maßnahmen wie zum Beispiel Unterstützung bei einem Umzug können Bestandteile pflegerischer Hilfe sein.

4. Beratungsleistungen für Pflegebedürftige
Beratungsleistungen für Pflegebedürftige bieten: Lösungen bei pflegerischen Fragestellungen oder die Unterstützung bei der Vermittlung von anderen Hilfsdiensten. Dies können Vorschläge für Essenslieferdienste oder die Organisation von Fahrdiensten sowie Krankentransporten sein. Beratungsleistungen können dabei auch von Angehörigen Pflegebedürftiger in Anspruch genommen werden.

INANSPRUCHNAHME EINES AMBULANTEN PFLEGEDIENSTES

Sobald entsprechende Voraussetzungen von einem Pflegebedürftigen erfüllt werden, kann ein ambulanter Pflegedienst auch häusliche Krankenpflege nach dem § 37 SGB V als eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen anbieten und erbringen. Dazu gehören Tätigkeiten wie zum Beispiel eine verordnete Medikamentengabe, Verbandswechsel oder Injektionen. Die individuellen Voraussetzungen eines jeden Pflegebedürftigen werden dabei von einer Vielzahl von Möglichkeiten bestimmt, die eine individuelle Beurteilung eines jeden Menschen bedürfen. In diesem Bereich stehen Ärzte als auch Pflegedienste gern für eine Beratung zur Verfügung.

Häusliche Seniorenbetreuung ist keine Pflegetätigkeit


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Betreuung in häuslicher Gemeinschaft, 24-Stunden-Seniorenbetreuung, ambulante Pflege und vieles mehr. Es kursieren zahlreiche Begriffe, wenn es um die Betreuung und Unterstützung älterer Menschen geht – aber es ist wichtig, diese genau voneinander abzugrenzen und präzise zu verwenden. Dafür plädiert Stefan Lux, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Haushaltshilfe und Seniorenbetreuung e.V. (BHSB). „Die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft sorgt dafür, dass alle wesentlichen Aufgaben im Alltag für einen Senior erledigt werden, bei denen er Unterstützung braucht. Manchmal wird diese Betreuungsform auch 24-Stunden-Seniorenbetreuung genannt. Das ist aber missverständlich, denn keine Betreuungskraft kann rund um die Uhr für einen Senior da sein. Vielmehr steht im Fokus, dass die Arbeitszeit der Betreuungskraft über den Tag verteilt in verschiedene Zeitabschnitte eingeteilt und optimal an den persönlichen Tagesrhythmus und die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann.“

Viele Organisationen für Seniorenhilfe stellen Betreuungskräfte für die Begleitung in häuslicher Gemeinschaft zur Verfügung. Einkaufen, Putzen, Waschen, Kochen oder Bügeln, Anziehen und Ausziehen, Spaziergänge, Körperpflege und -hygiene: Die Betreuungskräfte der Seniorenhilfe übernehmen alle Aufgaben, die der Senior in der Vergangenheit selbst erledigt hat. Wichtig ist auch die persönliche Zuwendung, zum Beispiel bei Gesprächen, Spielen und mehr.
„Die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft ist zudem scharf von der klassischen medizinischen Pflege abzugrenzen. Die Pflege durch die Betreuungskraft beschränkt sich auf einfache pflegerische Maßnahmen, zum Beispiel die tägliche Körperhygiene“, betont Stefan Lux. Pflegerische Leistungen aus dem medizinischen Bereich sollten in der Praxis nur durch professionelle Pflegekräfte umgesetzt werden. Die Bezeichnung „Pflegekraft“ sei daher im Zusammenhang mit der häuslichen Betreuung eher irreführend, denn meist seien die Betreuungspersonen keine examinierten Pflegekräfte.

Bei der Pflege handelt es sich um ein Element der gesundheitlichen Versorgung. Darüber hinaus dienen die Pflegeleistungen der sozialen Absicherung und sollen dazu beitragen, die Lebenssituation von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zu verbessern. Das herausragende Ziel der Pflege ist es, zur Genesung von Kranken beizutragen, bei chronischen Erkrankungen Linderung zu verschaffen. Und nicht zuletzt umfasst die Pflege aber auch die Begleitung von sterbenden Menschen. Manche Dienstleister in der Seniorenhilfe vermitteln ausschließlich häusliche Betreuungskräfte mit klassischem Leistungsspektrum. Sollte aber die Einbindung eines medizinischen Pflegedienstes notwendig sein, steht oftmals auch ein Netzwerk an zuverlässigen Partnern zur Verfügung, sodass die 24-Stunden-Seniorenbetreuung mit professionellen Maßnahmen in Diagnostik, Therapie, Prävention und Rehabilitation kombiniert werden kann.

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