Kommunion und Konfirmation: Kinder nehmen den Glauben für sich an

In der Erstkommunion bestätigen katholische Kinder, dass sie an Gott und die katholische Kirche glauben. Bei den Protestanten gibt es direkt die Initiation als vollwertiges Gemeindemitglied im Teeniealter, die Konfirmation.

Zur Vorbereitung auf ihre Erstkommunion besuchen die jungen Katholiken im Alter von acht bis neun ein halbes Jahr lang den Kommunionsunterricht. Dort lernen sie die Bibel kennen und sprechen über Gott, über Jesus Christus und über den Glauben der Christen.

Bei der Erstkommunion ziehen die Kinder mit ihrer Kommunionskerze in die Kirche ein, nehmen an der Abendmahlfeier teil und bekommen zum ersten Mal in ihrem Leben die Hostie. Damit erklären die Kinder, dass sie ihren Glauben annehmen möchten. Viele Gemeinden feiern die Erstkommunion am „Weißen Sonntag“, dem ersten Sonntag nach Ostern. Die Kinder heißen am Tag ihrer Erstkommunion Kommunikant. Sie ziehen sich besonders schön an. Die Mädchen tragen oft weiße Kleider und die Jungen Anzüge. Die Kleidung wird normalerweise sehr elegant gewählt. Auch die Schuhe sollte man beim passenden Outfit keinesfalls vergessen. In einigen Gemeinden ziehen aber auch alle Kinder an diesem „Weißen Sonntag“ weiße Gewänder an.

Per Konfirmation werden protestantische Jugendliche zu vollwertigen Gemeindemitgliedern.

Protestanten feiern Konfirmation

Viele evangelische Jugendliche besuchen im Alter von ungefähr 14 Jahren für eineinhalb Jahre den Konfirmandenunterricht. Dort lesen sie in der Bibel, diskutieren darüber, und lernen dabei viel über das Christentum. Oft erkunden die Jugendlichen in Projekten oder Aktionen auch die Gemeinde etwas näher oder helfen ganz praktisch alten, kranken oder anderen bedürftigen Gemeindemitgliedern. Häufig gestalten sie auch einen Gottesdienst oder stellen dort die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Am Ende dieser Zeit werden die Konfirmanden oft zu dem Gelernten befragt und dann zur Konfirmation zugelassen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Denn die meisten Christen werden als Babys getauft und können dann noch nicht selbst für sich sprechen. Nach der Konfirmation dürfen evangelische Christen Paten eines Täuflings werden und sich an den Kirchenvorstandswahlen beteiligen. Für katholische Teenager steht dafür der Akt der Firmung, der allerdings weniger zelebriert wird als die Erstkommunion.

Ein besonderer Feiertag für Familien

Weiße Kleider sind bei der Erstkommunion üblich – und wunderschön. Foto: Lilly

Die Konfirmation ist wie die Erstkommunion eine sehr festliche Angelegenheit. Hier dürfen sich Mädchen und Jungen richtig elegant anziehen. Dass sich die Kinder schick machen, bedeutet für die Erwachsen natürlich auch, dass sie sich angemessen kleiden sollten.

Viele christliche Familien feiern die Konfirmation nach der Kirche zuhause oder in einem Restaurant gemeinsam mit Verwandten und Freunden im stilvollen Rahmen mit besonderer Dekoration und feinen Speisen. Die Familie lädt in aller Regel als erstes die Taufpaten und die Großeltern ein. In vielen Familien ist es aber üblich, auch Tanten, Onkel, Cousinen, Freunde der Familie und die Nachbarschaft einzuladen.

Dann bekommt der Kommunikant oder Konfirmand von allen Gästen Geschenke. Eltern, Paten und Großeltern schenken oft Schmuck oder Erinnerungsstücke, Bibeln oder andere Bücher. Nachbarn und Freunde können sich bei den Eltern erkundigen, was man schenken kann – oder man tut einfach Geld oder einen Gutschein mit in den Umschlag. Denn viele Kinder erfüllen sich damit einen lang gehegten größeren Wunsch.

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