Ausgehen & Genießen: Es ist Grünkohlzeit

Der Bedarf an Grünkohl wird beinahe vollständig aus heimischem Anbau gedeckt, weltweit ist er relativ unbedeutend. Am besten schmeckt er, wenn er kurz vor der Ernte einmal Frost abbekommen hat, denn dann wandelt sich seine Stärke in Zucker um: Er schmeckt milder und ist dann auch besser verdaulich. Der roh intensiv grüne krausblättrige Kohl enthält reichlich Ballaststoffe, besonders viel Vitamin C und nach den Möhren am meisten Provitamin A, die Mineralien Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Er besitzt den höchsten Kohlenhydrat- und Eiweißgehalt aller Kohlsorten überhaupt.

Es gibt beim Grünkohl Unterschiede in der Strunkhöhe (niedrig, halbhoch und hoch wachsende Sorten) sowie in Form, Farbe und Kräuselung der Blätter. In Italien kennt man eine dunkle langblättrige Grünkohlvarietät, dort „Cavolo nero“ (Schwarzkohl) genannt.

Die Blätter müssen frisch und grün aussehen, welke Blätter und gelbe Flecken zeigen zu lange Lagerung. Das Gemüse wird geputzt (ohne Strunk und von den Blattrippen gestreift) oder als ganze Pflanze angeboten. Bei ganzen Pflanzen muss man mit etwa 50 Prozent Abfall rechnen. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Grünkohl etwa zwei Tage.

Der im Geschmack kräftige Kohl eignet sich vor allem für deftige Zubereitungsarten. „Grünkohl mit Pinkel“ zum Beispiel ist im Norden ein Muss, aber nichts für Vegetarier. Grünkohl schmeckt mit Schmalz geschmort, oft mit Gepökeltem, Geräuchertem oder eben mit Kochwürsten als Einlage. Die Kombination mit Würze und Fett bewährt sich aber auch bestens bei einem Grünkohlcurry mit Kokosmilch. Noch ein Tipp: Die Grünkohlblätter werden stets vor dem Dünsten oder Schmoren (vorher von den Rippen befreien) kurz in Salzwasser gekocht. Das macht sie milder und bekömmlicher.

Glühwein mit langer Tradition

Glühweine aus eigener Herstellung sind nicht nur in Deutschland, sondern weltweit im Trend. Neben dem häufig eingesetzten roten Glühwein stieg zuletzt insbesondere die Popularität weißer Glühweine und von Rosé-Heißgetränken.

Ob rebsortenrein oder als Cuvée, wer seinen Glühwein lieber selbst zubereitet, sollte auf die Qualität des Grundweines achten: Für den klassischen roten Glühwein sind die Rebsorten Spätburgunder, Dornfelder oder Regent gut geeignet.

Für weißen Glühwein empfehlen sich säuremilde Rebsorten wie etwa Müller-Thurgau, Silvaner oder Kerner. Wer es besonders aromatisch mag, kann auch auf Bukettsorten wie beispielsweise Scheurebe oder Bacchus zurückgreifen. Beim Erwärmen kommen ihre Weinaromen besonders stark zum Ausdruck und harmonieren mit den würzenden Zusätzen.

Nach dem Weingesetz handelt es sich bei Glühwein um ein „aromatisiertes weinhaltiges Getränk“, das ausschließlich aus Rotwein oder Weißwein hergestellt und gesüßt sowie gewürzt wurde. Der Zusatz von Alkohol ist ebenso verboten wie der von Wasser oder Farbstoffen. Der Alkoholgehalt muss mindestens 7 Vol.-% und weniger als 14,5 Vol.-% aufweisen.

Das Würzen des Weines hat in der Weinwelt eine sehr lange Tradition. Schon die alten Römer haben ihren Wein teilweise mit Honig und Gewürzen aromatisiert. Bereits von Apicius (30 v. Chr.) wird ein Rezept für Würzwein erwähnt, das heutigen Empfehlungen für Glühwein durchaus ähnelt: Zimt, Lorbeer, Sternanis, Koriander und Thymian sowie eine große Portion Honig sollte in den Wein gegeben werden, um ihn genussvoller und haltbarer zu machen.

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