Nah an der Stadt mitten in der Natur

Pellingen, Franzenheim, Hockweiler: Höhengemeinden setzen auf gelebte Gemeinschaft

Zur gleichen Verbandsgemeinde gehören sie nicht. Pellingen wird von Konz verwaltet, Franzenheim und Hockweiler gehören zu Trier-Land. Dennoch verbindet sie einiges: ihr Sinn für Gemeinschaft und Familien, bürgerschaftliches Engagement und die exponierte Lage hoch über dem nur sieben Kilometer entfernten Trier. Die damit verbundene gute Anbindung auch ans öffentliche Verkehrsnetz sind wesentliche Voraussetzungen für eine weitere positive Entwicklung. Denn das macht die Orte attraktiv für Neubürger auch von außerhalb.

Besonders deutlich zu sehen ist das in Pellingen mit aktuell 1162 Bürgern, seit 2015 ein Plus von mehr als zehn Prozent – und Tendenz weiter steigend. Wesentlichen Anteil daran haben die Kindertagesstätte, die für 1,6 Millionen Euro erweitert wird, und die bald teils zweizügige Grundschule. Beide betreuen ganztags und in der KiTa wird auch für Schüler täglich frisch gekocht. Gut angenommen wird laut Ortsbürgermeister Wolfgang Willems die KiTa-Waldgruppe, die „bei Wind und Wetter“ draußen sei – oder im neuen Tipi. Pellingen ist aber auch dank Bauland in exponierter Lage gefragt: bisher am fast komplett bebauten Höthkopf, künftig am Sonnenhang „Südlich Lafeld“ mit 70 Parzellen gegenüber von KiTa und Schule. Außerdem gibt es im Gewerbegebiet Lafeld etliche Arbeitsplätze und dank rund 15 Vereinen wird kulturell wie sportlich einiges geboten. Das Engagement der Vereine sei „absolut zu loben“, betont Wolfgang Willems, der froh ist, dass sich auch für die Dorfzeitung zwei junge Nachfolgerinnen für das Redaktionsteam gefunden haben. Im September erscheint die nächste Ausgabe der „Pellinger Höhe“. Dank Gaststätte und Café „Krümmels“ gibt es das ganze Jahr über rege genutzte Treffpunkte und auch die Freundschaft mit Bretenière in Burgund wird gepflegt, wie etwa ein kleiner Park mit Boule-Anlage beweist. Weitere Bereicherungen sind Panoramaausblicke auf bei guter Sicht 29 Dörfer und der „Karlskopf Panoramaweg“, ein Moselsteig-Seitensprung. Dank einer Beteiligung an einem Windpark leistet Pellingen zudem einen Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung.

Die kleineren Nachbarorte sind ebenso aktiv. In Franzenheim mit etwa 370 Bürgern zeugen davon gut ein Dutzend Vereine. Darunter Freiwillige Feuerwehr, Bonnencontre-Partnerschaft und die Sportler mit 20 Abteilungen, was auch Auswärtige nutzen. „Das Vereinsleben funktioniert wunderbar“, betont Ortsbürgermeister Christian Minn. Da praktisch Jeder in einem Verein sei, würden Familien über ihre Kinder integriert. Damit das so bleibt, weist die Gemeinde immer wieder Bauplätze aus. Für positive Schlagzeilen sorgte vor zwei Jahren ein Kunst-Projekt. Bürger stellten an der Straße Stühle auf, die sie kreativ dekorierten – so etwa zur Fußball-Weltmeisterschaft. „Extrem wichtig“ für den Ort sind laut Christian Minn Busanbindungen auch über Fahrten der Schulbusse nach Pellingen und der KiTa-Kinder nach Gusterath hinaus.

Hockweiler mit rund 300 Bürgern ist bekannt als ursprüngliche Heimat der Karl May Freunde Pluwig. Ihre erste Freilichtaufführung war 2001 am „Silbersee“, der Wanderer und Seefest-Besucher begeistert. Bis heute prägen Pferde das Ortsbild. Ortsbürgermeister Rolf Scherf schätzt ihre Zahl auf um die 50. Ebenso typisch für Hockweiler ist ehrenamtliches Engagement – der Vereine wie Feuerwehr oder Karnevalsclubs wie der Räte und Bürger, die den Friedhof in Eigenleistung behindertengerecht sanierten. Aktuell steht nun der barrierefreie Umbau des Gemeindehauses an, das größer und moderner werden soll. Außerdem soll dringend benötigtes Bauland ausgewiesen werden. Beliebte Treffpunkte im Dorf, dessen Kinder die KiTa Gusterath besuchen und die Grundschule dort oder in Trier-Irsch, sind die Grillhütte und ein Gasthaus mit gutbürgerlicher Küche.

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