Tag des Zahnarztes

Kauen statt Bürsten?


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Die Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) entlarvt sechs gängige Mythen rund um die Zahnpflege
Rund um die Zahnpflege halten sich jedoch manche Mythen so hartnäckig wie die bakterielle Plaque an den Zähnen. Den Tag des Zahnarztes am 6. März nimmt sich die Informationsstelle für Kariesprophylaxe (IfK) gemeinsam mit ihrem Sprecher Stefan Zimmer zum Anlass, einige Mythen genauer unter die Lupe zu nehmen.

1. Mythos: Jeder sollte zwei Minuten lang die Zähne putzen!
„Diese pauschale Empfehlung ist nicht haltbar, denn die individuelle Situation im Mund ist bei jedem anders“, erklärt Zimmer. Es kann sein, dass manche Menschen nur zwei Minuten für das Zähneputzen benötigen. Andere können aber hingegen fünf Minuten brauchen. Wichtig ist, dass die bakterielle Plaque entfernt wird – und zwar nicht nur an der Innen- und Außenseite sowie auf den Kauflächen.

2. Mythos: Die Art der Zahnbürste ist nicht für den Putzerfolg entscheidend!
„Studien zeigen uns, dass Bürstenkopfe mit wechselweise angeordneten kürzeren und längeren oder angewinkelten Borsten besser in Zahnzwischenräume und an den Zahnfleischrand gelangen. Gerade diese Stellen sind für Karies und Zahnfleischentzündungen oder sogar eine Parodontitis besonders gefährdet“, erklärt Zimmer.

3. Mythos: Zahnpflege-Kaugummis können die Zahnbürste ersetzen!
Zimmer warnt vor diesem Mythos: „Das Kauen eines zuckerfreien Kaugummis regt den Speichelfluss an und neutralisiert damit Säuren im Mundraum, die für Karies verantwortlich sind. Aber Kaugummis entfernen kaum Plaque, in denen sich unter anderem die kariesverursachenden Bakterien tummeln.“ Deshalb kann der zuckerfreie Kaugummi die Zahnbürste nicht ersetzen. Wenn jedoch das Zähneputzen gerade nicht möglich ist, kann zuckerfreier Kaugummi, wenn er regelmäßig verwendet wird, einen sinnvollen Beitrag zur Zahngesundheit leisten“.

4. Mythos: Karies ist ansteckend!
Richtig ist, dass ein Mensch keimfrei zur Welt kommt und dass auch seine Mundhöhle erst danach von Bakterien besiedelt wird. Einer dieser Keime ist Streptokokkus mutans, der nachweislich Karies verursachen kann und als Kariesleitkeim angesehen wird. Deshalb sind manche Zahnmediziner der Meinung, man müsse die Besiedelung mit Streptokokkus mutans vermeiden und könne so Karies verhindern. Teil dieser Strategie ist, dass man seine Kinder nicht küssen und ihren Löffel sowie den herunter gefallenen Schnuller nicht ablecken soll, um so die Keimübertragung von den Eltern auf das Kind zu verhindern. Diese Strategie greift aber viel zu kurz, denn in der Mundhöhle leben bis zu 1000 verschiedene Bakterienarten, von denen die meisten aber sicher nützlich für sind. Sie gehören nämlich zur normalen Mundflora. Die Empfehlungen, die Karies als Infektionskrankheit betrachten, greifen in die Etablierung dieser normalen Mundflora ein, ohne die Konsequenzen abschätzen zu können. Denn es wird ja damit nicht nur die Etablierung der „bösen“ Keime, sondern auch aller anderen beeinflusst. Das Problem ist die Ernährung. Durch zuckerreiche Ernährung schaffen Menschen ideale Bedingungen für die Bakterien, die Karies verursachen können.

5. Mythos: Kinder sollen möglichst früh selbst Zähne putzen!
Die ersten Milchzähne werden von den Eltern geputzt. Im Alter von drei bis sieben Jahren sollten Kinder spielerisch an die Zahnpflege herangeführt werden. Das ist wichtig, um die Akzeptanz langfristig zu steigern. „Die Eltern sollten das Zähneputzen bis zu einem Alter von etwa acht Jahren überwachen und gegebenenfalls nachputzen“, rät Professor Zimmer.

6. Mythos: Fluoride sind für Erwachsene nicht wichtig!
Konsequente Zahnhygiene und eine achtsame Ernährung reichen nicht, um Karies zu verhindern. „Wichtig ist auch, dass ausreichend Fluoride zugeführt werden, da diese eine anerkannt hohe Kariesschutzwirkung haben, indem sie den Zahnschmelz für Karies unempfindlicher machen. Dies gilt nicht nur für Kinder mit Milchzähnen, wie häufig vermutet wird“, erklärt Zimmer. Fluoridhaltige Zahnpflegemittel erreichen auch an bleibenden Zähnen eine lokale Schutzwirkung. Zusätzlich fördert die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz eine gesunde Zahnentwicklung und eine geringere Kariesanfälligkeit.

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