Null Bock auf Hausaufgaben?

Nützliche Lerntipps vom Profi

Viele Schüler haben „null Bock“ auf ihre Hausaufgaben oder das Lernen für die Schule. Und in vielen Fällen beginnen sie erst kurz vor der Klassenarbeit mit der Vorbereitung. Ärger mit den Eltern und schlechte Noten sind häufig die Folge.

Achim Köhnen, Sachverständiger für schulische Angelegenheiten, LernCoach und Lehrer gibt Tipps für sinnvolles Lernen:

„Meine tägliche Arbeit zeigt, dass die Ursache meist in fehlendem Know-How über die Lernmechanismen liegt. Viele Schüler tappen in die gleichen Lern-Fallen und könnten mithilfe von einfachen, praxiserprobten Strategien eine spürbare Besserung herbeiführen. So sollte zum Beipiels das Handy während der Hausaufgaben ausgeschaltet sein. So wird keine Denkleistung verschwendet, darauf zu achten, ob es irgendwo ‚piep’ oder ‚summ’ gemacht hat“, so Köhnen.

Anfangen sollte man mit Aufgaben, die einem einfach erscheinen (Arbeitsblatt einkleben, ausmalen, was abschreiben und so weiter). Die Schwierigkeit der Hausaufgaben dann nach und nach steigern.

Hausaufgaben zeitnah machen

„Die Hausaufgaben sollten nach Möglichkeit an dem Tag, an dem man sie auf bekommt, gemacht werden. Dann ist der schulische Stoff noch warm und man kann ihn mithilfe der Hausaufgaben weiter vertiefen. Das spart sogar Zeit beim Lernen für die nächste Leistungsüberprüfung. Wer ‚brühwarmen’ Stoff lernt, lernt am effektivsten.“

Pausen machen

„Wenn die Konzentration nachlässt, gezielt eine kleine Pause machen. Ein paar Minuten reichen meist aus. In dieser Zeit einfach was ganz anderes machen. Sport oder zumindest Bewegung wären hier natürlich besser als Fernsehen oder Handy.“

Zeitfenster einrichten

„Die Hausaufgaben nicht machen, um möglichst schnell fertig zu werden, sondern um den Lernstoff zu vertiefen; dann muss man vor Klassenarbeiten weniger lernen. Und: ein Zeitfenster einrichten, in dem Hausaufgaben gemacht werden. Zum Beispiel täglich von 14 bis 15  Uhr.“

Lernen in Sinnzusammenhängen

Man sollte versuchen zu erkunden, was hinter einer mathematischen Formel steht, oder warum eine Grammatikregel so ist wie sie ist. Hilft auch das nicht, so ist für dieses Fach eine Nachhilfe sinnvoll.“

Mit dem Kind gemeinsam organisieren

Köhnens Rat an die Eltern: „Organisieren Sie zusammen mit dem Kind das tägliche Lernen und erarbeiten Sie gemeinsam den täglichen Arbeitsplan. So behalten Sie jederzeit die Übersicht, während Ihr Kind unterschwellig lernt, sich selbst zu organisieren.

Einigen Sie sich schon im Vorfeld gemeinsam mit ihrem Kind auf Belohnungen. Belohnen Sie nicht die Noten. Belohnen Sie die Mühe, die sich Ihr Kind gibt. So lösen Sie Noten vom Gefühl, nur dann ein gutes Kind zu sein und den Ansprüchen der Eltern zu genügen, wenn es eine ‚eins’ oder ‚zwei’ schreibt.“

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