Ausgehen & Genießen

Wer hat den Glühwein erfunden?

Wenn der Frost unter Mützen und in Handschuhe kriecht und die Marktplätze im vorweihnachtlichen Lichterglanz festlich erstrahlen, kommt das genussvolle Verlangen nach einem wärmenden Getränk: Weihnachtszeit ist Glühweinzeit. Kaum ein anderes Getränk wird so eng mit der wohl stimmungsvollsten Zeit des Jahres in Verbindung gebracht. Doch woher stammt der Glühwein und wer hat ihn erfunden? Natürlich die Römer!

Der Glühwein wie wir ihn heute ganz ähnlich kennen, lässt sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Denn so weit zurück liegen die Wurzeln des „Würzweins“. Im 2000 Jahre alten Rezeptbuch des Apicius ist der „conditum paradoxum“ zu finden, der „erlesene Würzwein“.

Das Rezept: Auf fünf Liter Wein kommt ein Liter Honig, dazu 30 Sternanis, drei Stangen Zimt, Lorbeer, Nelken, Koriander und Thymian. Das Ergebnis soll auch tatsächlich schmecken.

Aber nicht nur, um den damals gerne sehr sauren Wein zu versüßen, haben die Römer Zucker und Gewürze hinzugefügt. Es ging auch um Haltbarkeit. Denn erst um 1500 konnte den Weinen Schwefel zugesetzt werden, was sie haltbarer machte. Das musste vorher der Honig und sein Zucker erledigen.

Den meisten echten Weinkenner dagegen, ist der Glühwein ein Graus. Denn keine Blume, kein Bouquet könne sich entwickeln, wo Zimt und Nelken dampfen. Das Lexikon der Önologie, der Weinbaukunde, bezeichnet Glühwein gar als „weinähnliches Getränk“. Aber ganz ehrlich: Was wäre die Advent- und Weihnachtszeit ohne einen  Winzerglühwein? Den sollte man einfach genießen. Denn der wärmt besonders in der kalten Jahreszeit auch die Seele!

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