Fit im Reitsport

Reitsport ist vielfältig

Von der olympischen Disziplin bis zum Wanderreiten in der Freizeit

Reiten ist nicht nur bei Mädchen heiß begehrt, auch viele Erwachsene haben Freude am Sport mit Pferden, die sie als sehr intelligente und sensible Tiere erleben. Egal, ob man professionell oder „nur“ zu seinem Vergnügen reitet – die gemeinsame Bewegung von Pferd und Reiter ist ein besonderes Erlebnis, auf das viele Reiter nie mehr verzichten wollen. Reitsport ist ein Teilbereich des Pferdesports, zusammen mit Fahrsport, Voltigieren und Bodenarbeit. Beim Reiten sitzt der Reiter keineswegs nur auf dem Pferd, sondern er geht aktiv mit der Bewegung des Pferdes mit. Das Pferd wird dabei durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und Zügelführung dirigiert. Die Stimme ist ein hervorragendes Hilfsmittel für das Pferd, die allerdings beim Dressurturnieren nicht zulässig ist. Dressur, Springen und Vielseitigkeit sind olympische Reitsportdisziplinen. Aber auch das Wanderreiten als Teil des Freizeitreitens erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Wanderritte können allein, in kleinen oder großen Gruppen, selbst organisiert oder geführt, über einzelne Tage bis Wochen durchgeführt werden.

Für eine aufrechte Haltung und vieles mehr: Reiten als Sport pro Gesundheit

Reiten wirkt sich positiv auf den ganzen Körper aus.

In Deutschland gibt es etwa 1,6 Millionen Menschen, die reiten. Davon sind (nur) etwa 81.500 Turnierreiter - aber der Spitzensport in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit prägt das Bild vom Reiten in der Öffentlichkeit. Hier jedoch geht es um jene, die aus Liebe zum Pferd und zur Natur ihre Freizeit auf dem Rücken der Pferde verbringen und weil dieser Sport so gut tut! Was also charakterisiert unter gesundheitlichen Aspekten das Reiten? Wieso kann eine sportliche Betätigung, die dem Spitzensportler durchaus starke körperliche Belastungen abverlangt, unter den Bedingungen des Freizeitsports so fördernd auf Wohlbefinden und Leistungsvermögen, auf Entspannung und Regeneration von der Alltagsanforderung einwirken?


Reiten ist gut für Körper und Seele

Das Besondere am Reiten ist die Kooperation mit einem anderen Lebewesen, die neben der gemeinsamen sportlichen Aktion auch dessen Betreuung einschließt. Das eine bewirkt physiologische Reaktionen, das andere ermöglicht tiefe und vielseitige Facetten der gegenseitigen emotionalen Zuwendung, was zu psychologisch und sozial günstigen Effekten führt. Zu beiden Wirkbereichen gibt es wissenschaftliche Studien, die jene typischen sportartspezifischen Wirkmechanismen für die Gesundheitsförderung objektiv belegen.
Die Aktivität Reiten wirkt sich auf den ganzen Menschen aus: den Stütz- und Bewegungsapparat, die Herz-, Kreislauf-, Atmungs- und Stoffwechselreaktionen, das Nervensystem und die Psyche. Da sind die in ständigem Wechselspiel ablaufenden Muskelaktionen des gesamten Körpers, die Oberkörper, obere und untere Extremitäten beanspruchen. Dies führt zu intensivem Haltungs- und Bewegungstraining mit gut dosierbaren Anforderungen an Ausdauer, Kraft und insbesondere Koordination in allen Varianten: Körperwahrnehmung und Bewegungsgefühl, Balance und Reaktion, Rhythmus und Raum-Lage-Orientierung, um nur einige der wichtigsten zu nennen.


Reiten fördert die richtige Haltung

Schon die Grundhaltung des Sitzens zu Pferde ist eine ideale Ausgangsstellung für die aufrechte Haltung, die durch die typischen Bewegungsimpulse aus dem Pferderücken in den verschiedenen Gangarten abwechslungsreich geschult und gefördert wird. Zusätzlich wirkt der Reiter aktiv mit körpersprachlichen Signalen auf das Pferd ein, zum Beispiel mittels fein abzustimmendem muskulären Druck oder Gewichts- und Gliedmaßenverlagerungen. Das ist Beweglichkeits- und Bewegungsschule von einfach bis hochsensibel. Das Erlebnis daraus resultierender Harmonie mit dem animalischen Partner ist einzigartig.


Reitsport als Therapie

Der heutigen technisierten Umwelt mit den häufig beklagten Stressfaktoren im Berufs- und Privatleben kann Umgang und sportliche Betätigung mit Pferden ein ausgleichendes Gegengewicht bieten. Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, dass Reiten eine „Lifetime-Sportart“ ist, die generations- und geschlechtsübergreifend durchgeführt werden kann: Vom Kind bis zum betagten Senior, Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, allein oder in der Gruppe. Sie ist trotz körperlicher Einschränkungen oder gesundheitlicher Beschwerden zu leisten. Das ermöglichte die Etablierung als vom Arzt verordnete Therapie in den seit Jahren erfolgreich durchgeführten Formen des sogenannten „Therapeutischen Reitens“ für Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen.


Wichtige Voraussetzungen

Damit die aufgezeigten positiven gesundheitlichen Auswirkungen erzielt werden können, sind Voraussetzungen zu erfüllen: gut geschulte Ausbilder und korrekt ausgebildete Pferde, fachlich einwandfreie Methodik, die individuell anzupassen ist, dazu geeignete Ausrüstung und Reitanlagen.
So durchgeführt ist auch das im Vergleich zum Leistungssport als absolut gering einzustufende Restrisiko sicher zu beherrschen. Es sei auch hier darauf hingewiesen, dass vor erstmaliger körperlicher Betätigung in höherem Alter eine sportärztliche Beratung generell zu empfehlen ist.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention

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