Grabschmuck

Die letzten Blüten des Jahres für die Gräber


Zu den Gedenktagen an die Verstorbenen im Oktober und November rückt der Friedhof verstärkt ins Bewusstsein. Gerade dann wird aber die Natur sowieso schon kahler und trister. Welche Bepflanzung bietet sich nun an?

Zu einer Zeit im Jahr rückt der Friedhof insbesondere ins Gedächtnis: Zu den Gedenktagen im Oktober und November. Das schöne bunte Herbstlaub der hochgewachsenen Bäume ausgenommen, ist aber das gerade jene Zeit im Jahr, in der die Witterung grau, kalt, nebelig und verregnet ist. Und die Natur immer kahler wird. Der sich ankündigende Winter macht es Grabbesitzern noch schwieriger. Wie kann man die Gräber schön und zugleich frostfest bepflanzen?


Für den Herbst:

Solange der Boden noch warm ist, wird das Grab noch nicht mit Moos und immergrünen Zweigen zugedeckt. Dann können auch noch gut neue Koniferen, Gehölze und Stauden in den Boden kommen. An diesen Tagen bieten Astern, Chrysanthemen, Herbst-Anemonen, Strauchveronika, Christrosen, Heidekraut, Alpenveilchen und winterharte Fetthennen attraktive Blüten.
Immer schön, aber insbesondere im Herbst gut, sind Pflanzen mit schmückenden Blättern, zum Beispiel das Purpurglöckchen. Gerade die Sorten ‚Gracillima‘ (zart lachsrosa), ‚Red Spangles‘ (scharlachrot) oder ‚Silberregen‘ (weiß) gibt es in schönen Farbnuancen. Als herbstliche Trendpflanze für 2018 hat die Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner den Enzian ausgerufen. „Der Enzian symbolisiert Liebe und Treue“, erläutert die Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld. „Die meist blauen, aber auch weißen Blüten zeigen sich im Herbst bis zum Frost.“
Auf dem Friedhof nutzen Gärtner gerne Arrangements von Pflanzen mit starkem Symbolcharakter. „Egal, ob als Bepflanzung oder in Form von Gestecken, Kränzen oder Sträußen – sie alle sind ein sichtbares Zeichen des Gedenkens, der Dankbarkeit und der Verbundenheit“, erklärt Ehlers-Ascherfeld.
Beliebt sind vor allem zwei Symbole: „Das Herz für die Liebe und das Kreuz für den Glauben“, sagt Andreas Mäsing, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur.
Auch der Kranz gilt nicht nur direkt für die Trauerfeier als beliebtes Zeichen: Er spiegelt den Kreislauf des Lebens wider und ist zugleich ein Zeichen für Hoffnung, das ewige Leben und die Unendlichkeit – ohne Anfang und Ende. Meist wird er aus immergrünen Zweigen gebunden, dazu bieten sich beispielsweise Efeuranken, Rosen und andere haltbare Schnittblumen an.


Für den Winter:

Christrosen, Skimmien, Gaultherien, die dazu winterlich oder gar weihnachtlich geschmückt sind, teils mit Kerzen, sind ein beliebter Grabschmuck. Wichtig ist bei der Pflanzenauswahl für den Winter: „Die Pflanzen und Materialien sollen möglichst unbeschadet einige Zeit überdauern können“, erklärt Ehlers-Ascherfeld.


Grabgestaltung: Anlegen, bepflanzen, pflegen

Mit einer individuellen Gestaltung des Grabes kann man einem geliebten Verstorbenen am ehesten gerecht werden und die Verbundenheit mit ihm zeigen. Neben Symbolen, die eine Allgemeingültigkeit haben, sind auch ganz persönliche Bezüge möglich: So kann man mit der Gestaltung und Bepflanzung auf die Vorlieben des Verstorbenen hinweisen, einen Beruf oder eine Lebenshaltung thematisieren oder ein Stück der Heimat nachbilden. „Die persönliche Gestaltung muss nicht von allen Betrachtern verstanden werden. Vielmehr soll sie Ausdruck für die Wertschätzung des Verstorbenen durch die Hinterbliebenen und Freunde sein“, schreibt Brigitte Kleinod in ihrem neuen Buch „Grabgestaltung“ (ISBN 978-3440161333). Die Biologin und Gartenplanerin zeigt hier anhand von Mustergräbern und Pflanzenbeispielen, wie Grabstätten angelegt, abwechslungsreich und harmonisch begrünt und richtig gepflegt werden. Ob sonnig, halbschattig oder schattig - für jeden Standort stellt sie die passenden Gewächse vor. Daneben erhält der Leser Tipps, wie man beispielsweise Doppel-Grabstätten gut gliedert, Beete unter Bäumen renoviert oder eine gute Wasserversorgung sicherstellt.

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