Taxi, Mietwagen, Krankenfahrten

Wann Fahrtkosten übernommen werden

Viele Krankenfahrten übernehmen die gesetzlichen Kassen - nicht nur für Behinderte. Foto: Die Johanniter


Die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung haben laut Spitzenverband der Gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV) Anspruch auf Übernahme der Fahrkosten nach § 60 SGB V, wenn die Fahrt im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind und vom Arzt verordnet wurde.

Wichtig: Die Übernahme der Fahrkosten zu einer ambulanten Behandlung sowie der Kosten eines medizinisch notwendigen Krankentransportwagens erfolgt nur nach vorheriger Genehmigung durch die Krankenkassen.
Konkret übernimmt die Krankenkasse die Fahrkosten in Höhe des Betrages, der die Zuzahlung übersteigt, bei folgenden Fahrten:
• zur stationären Aufnahme
• Rettungsfahrten zum Krankenhaus (auch ohne stationäre Aufnahme)
• wenn während der Fahrt eine fachliche Betreuung oder besondere Einrichtungen eines Krankentransportwagens nötig oder erwartbar ist


Kostenübernahme für ambulante Behandlungen

Fahrten zu einer ambulanten Krankenbehandlung oder Operation (gem. § 115b SGB V) sowie zu einer vor- oder nachstationären Behandlung im Krankenhaus (gem. § 115a SGB V), werden nur übernommen, wenn dadurch eine an sich gebotene voll- oder teilstationäre Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird oder diese nicht ausführbar ist. Ansonsten können nur Fahrten zur onkologischen Strahlen- und Chemotherapie sowie zur ambulanten Dialysebehandlung eingereicht werden.
Auch wenn Versicherte einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos) besitzen oder eine Einstufung in den Pflegegrad 3, 4 oder 5 nachweisen können, können Fahrtkosten unter Umständen übernommen werden.


Selbstbeteiligung

Versicherte haben zehn Prozent des Fahrpreises, mindestens fünf und maximal zehn Euro pro Fahrt, jedoch nie mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten als gesetzliche Zuzahlung normalerweise selbst zu tragen. Bei Fahrkosten müssen die Zuzahlungen auch für Kinder und Jugendliche geleistet werden.
Für einen Transport zur Reha-Maßnahme im Anschluss an einen medizinisch bedingten Krankenhausaufenthalt ist der Rentenversicherungsträger zuständig. Der Transport in die Reha kann sowohl direkt aus dem Krankenbett heraus als auch von Zuhause aus erfolgen. Wenn die Reha länger als acht Wochen andauert, dann werden Fahrtkosten für eine monatlich zweimalige sogenannte Familienheimfahrt erstattet. In allen Fällen werden die Kosten vom Versicherten bezahlt, also ausgelegt und gegen Belegnachweis im Nachhinein erstattet.

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