FIT FÜR DIE SCHULE

Qualifizierte Nachhilfe für Schüler gang und gäbe

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung auf Basis einer repräsentativen Elternbefragung erhalten insgesamt 14 Prozent der deutschen Schüler zwischen 6 und 16 Jahren privat finanzierte oder kostenfreie Nachhilfe.

In Ostdeutschland nehmen 16 und in Westdeutschland 13 Prozent der Schulkinder Nachhilfe in Anspruch, besagt die Untersuchung. Außerschulische Unterstützung ist ein weit verbreitetes Phänomen quer durch alle Bevölkerungsschichten, obwohl graduelle Unterschiede festgestellt werden: Schüler aus finanzstarken Familien (ab 3000 Euro Haushalts-Nettoeinkommen) nutzen Nachhilfeangebote etwas häufiger als Schüler aus Haushalten mit geringeren Einkommen (15 zu 12 Prozent). Kinder und Jugendliche ohne Migrationshintergrund erhalten eher Nachhilfe als ihre Altersgenossen mit ausländischen Wurzeln (14 zu 11 Prozent). Einbezogen sind hier auch kostenfreie Fördermaßnahmen.

Fast jeder fünfte Gymnasiast

In Deutschland investieren Eltern demnach jährlich 879 Millionen Euro in private Nachhilfestunden für ihre Kinder. Pro Monat geben sie durchschnittlich 87 Euro für außerunterrichtliche Fördermaßnahmen aus. Mit dem Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule steigt bei Deutschlands Schülern der Nachhilfebedarf: Erhalten in der Grundschule noch knapp fünf Prozent Nachhilfe, sind es in der Sekundarstufe 1 der weiterführenden Schulen bereits rund 18 Prozent. Am häufigsten verbreitet ist die Lernunterstützung an Gymnasien: Fast jeder fünfte Gymnasiast nimmt Nachhilfeunterricht.

Mathe vor Fremdsprachen und Deutsch

Am häufigsten nutzen Schüler Nachhilfe in Mathematik, gefolgt von den Fremdsprachen und Deutsch (61, 46 und 31 Prozent).

Unbefriedigende Zensuren sind dabei nicht unbedingt ausschlaggebend. Im Matheunterricht haben zwar 63 Prozent der Nachhilfeschüler bestenfalls ausreichende Noten (Notendurchschnitt 4 - 6). Doch mehr als jeder Dritte nimmt die zusätzliche Förderung auch bei befriedigenden bis sehr guten Leistungen (Notendurchschnitt 1 - 3) in Anspruch.

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