Fit im Reitsport

Reitsport ist vielfÀltig

06.10.2018

Von der olympischen Disziplin bis zum Wanderreiten in der Freizeit

Reiten ist nicht nur bei MĂ€dchen heiß begehrt, auch viele Erwachsene haben Freude am Sport mit Pferden, die sie als sehr intelligente und sensible Tiere erleben. Egal, ob man professionell oder „nur“ zu seinem VergnĂŒgen reitet – die gemeinsame Bewegung von Pferd und Reiter ist ein besonderes Erlebnis, auf das viele Reiter nie mehr verzichten wollen. Reitsport ist ein Teilbereich des Pferdesports, zusammen mit Fahrsport, Voltigieren und Bodenarbeit. Beim Reiten sitzt der Reiter keineswegs nur auf dem Pferd, sondern er geht aktiv mit der Bewegung des Pferdes mit. Das Pferd wird dabei durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und ZĂŒgelfĂŒhrung dirigiert. Die Stimme ist ein hervorragendes Hilfsmittel fĂŒr das Pferd, die allerdings beim Dressurturnieren nicht zulĂ€ssig ist. Dressur, Springen und Vielseitigkeit sind olympische Reitsportdisziplinen. Aber auch das Wanderreiten als Teil des Freizeitreitens erfreut sich immer grĂ¶ĂŸer werdender Beliebtheit. Die Möglichkeiten sind vielfĂ€ltig: Wanderritte können allein, in kleinen oder großen Gruppen, selbst organisiert oder gefĂŒhrt, ĂŒber einzelne Tage bis Wochen durchgefĂŒhrt werden.

FĂŒr eine aufrechte Haltung und vieles mehr: Reiten als Sport pro Gesundheit

06.10.2018

Reiten wirkt sich positiv auf den ganzen Körper aus.

In Deutschland gibt es etwa 1,6 Millionen Menschen, die reiten. Davon sind (nur) etwa 81.500 Turnierreiter – aber der Spitzensport in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit prĂ€gt das Bild vom Reiten in der Öffentlichkeit. Hier jedoch geht es um jene, die aus Liebe zum Pferd und zur Natur ihre Freizeit auf dem RĂŒcken der Pferde verbringen und weil dieser Sport so gut tut! Was also charakterisiert unter gesundheitlichen Aspekten das Reiten? Wieso kann eine sportliche BetĂ€tigung, die dem Spitzensportler durchaus starke körperliche Belastungen abverlangt, unter den Bedingungen des Freizeitsports so fördernd auf Wohlbefinden und Leistungsvermögen, auf Entspannung und Regeneration von der Alltagsanforderung einwirken?


Reiten ist gut fĂŒr Körper und Seele

Das Besondere am Reiten ist die Kooperation mit einem anderen Lebewesen, die neben der gemeinsamen sportlichen Aktion auch dessen Betreuung einschließt. Das eine bewirkt physiologische Reaktionen, das andere ermöglicht tiefe und vielseitige Facetten der gegenseitigen emotionalen Zuwendung, was zu psychologisch und sozial gĂŒnstigen Effekten fĂŒhrt. Zu beiden Wirkbereichen gibt es wissenschaftliche Studien, die jene typischen sportartspezifischen Wirkmechanismen fĂŒr die Gesundheitsförderung objektiv belegen.
Die AktivitĂ€t Reiten wirkt sich auf den ganzen Menschen aus: den StĂŒtz- und Bewegungsapparat, die Herz-, Kreislauf-, Atmungs- und Stoffwechselreaktionen, das Nervensystem und die Psyche. Da sind die in stĂ€ndigem Wechselspiel ablaufenden Muskelaktionen des gesamten Körpers, die Oberkörper, obere und untere ExtremitĂ€ten beanspruchen. Dies fĂŒhrt zu intensivem Haltungs- und Bewegungstraining mit gut dosierbaren Anforderungen an Ausdauer, Kraft und insbesondere Koordination in allen Varianten: Körperwahrnehmung und BewegungsgefĂŒhl, Balance und Reaktion, Rhythmus und Raum-Lage-Orientierung, um nur einige der wichtigsten zu nennen.


Reiten fördert die richtige Haltung

Schon die Grundhaltung des Sitzens zu Pferde ist eine ideale Ausgangsstellung fĂŒr die aufrechte Haltung, die durch die typischen Bewegungsimpulse aus dem PferderĂŒcken in den verschiedenen Gangarten abwechslungsreich geschult und gefördert wird. ZusĂ€tzlich wirkt der Reiter aktiv mit körpersprachlichen Signalen auf das Pferd ein, zum Beispiel mittels fein abzustimmendem muskulĂ€ren Druck oder Gewichts- und Gliedmaßenverlagerungen. Das ist Beweglichkeits- und Bewegungsschule von einfach bis hochsensibel. Das Erlebnis daraus resultierender Harmonie mit dem animalischen Partner ist einzigartig.


Reitsport als Therapie

Der heutigen technisierten Umwelt mit den hĂ€ufig beklagten Stressfaktoren im Berufs- und Privatleben kann Umgang und sportliche BetĂ€tigung mit Pferden ein ausgleichendes Gegengewicht bieten. Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, dass Reiten eine „Lifetime-Sportart“ ist, die generations- und geschlechtsĂŒbergreifend durchgefĂŒhrt werden kann: Vom Kind bis zum betagten Senior, MĂ€dchen und Jungen, Frauen und MĂ€nner, allein oder in der Gruppe. Sie ist trotz körperlicher EinschrĂ€nkungen oder gesundheitlicher Beschwerden zu leisten. Das ermöglichte die Etablierung als vom Arzt verordnete Therapie in den seit Jahren erfolgreich durchgefĂŒhrten Formen des sogenannten „Therapeutischen Reitens“ fĂŒr Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen.


Wichtige Voraussetzungen

Damit die aufgezeigten positiven gesundheitlichen Auswirkungen erzielt werden können, sind Voraussetzungen zu erfĂŒllen: gut geschulte Ausbilder und korrekt ausgebildete Pferde, fachlich einwandfreie Methodik, die individuell anzupassen ist, dazu geeignete AusrĂŒstung und Reitanlagen.
So durchgefĂŒhrt ist auch das im Vergleich zum Leistungssport als absolut gering einzustufende Restrisiko sicher zu beherrschen. Es sei auch hier darauf hingewiesen, dass vor erstmaliger körperlicher BetĂ€tigung in höherem Alter eine sportĂ€rztliche Beratung generell zu empfehlen ist.
Quelle: Deutsche Gesellschaft fĂŒr Sportmedizin und PrĂ€vention