Grabschmuck

Die letzten BlĂŒten des Jahres fĂŒr die GrĂ€ber

05.10.2018


Zu den Gedenktagen an die Verstorbenen im Oktober und November rĂŒckt der Friedhof verstĂ€rkt ins Bewusstsein. Gerade dann wird aber die Natur sowieso schon kahler und trister. Welche Bepflanzung bietet sich nun an?

Zu einer Zeit im Jahr rĂŒckt der Friedhof insbesondere ins GedĂ€chtnis: Zu den Gedenktagen im Oktober und November. Das schöne bunte Herbstlaub der hochgewachsenen BĂ€ume ausgenommen, ist aber das gerade jene Zeit im Jahr, in der die Witterung grau, kalt, nebelig und verregnet ist. Und die Natur immer kahler wird. Der sich ankĂŒndigende Winter macht es Grabbesitzern noch schwieriger. Wie kann man die GrĂ€ber schön und zugleich frostfest bepflanzen?


FĂŒr den Herbst:

Solange der Boden noch warm ist, wird das Grab noch nicht mit Moos und immergrĂŒnen Zweigen zugedeckt. Dann können auch noch gut neue Koniferen, Gehölze und Stauden in den Boden kommen. An diesen Tagen bieten Astern, Chrysanthemen, Herbst-Anemonen, Strauchveronika, Christrosen, Heidekraut, Alpenveilchen und winterharte Fetthennen attraktive BlĂŒten.
Immer schön, aber insbesondere im Herbst gut, sind Pflanzen mit schmĂŒckenden BlĂ€ttern, zum Beispiel das Purpurglöckchen. Gerade die Sorten ‚Gracillima‘ (zart lachsrosa), ‚Red Spangles‘ (scharlachrot) oder ‚Silberregen‘ (weiß) gibt es in schönen Farbnuancen. Als herbstliche Trendpflanze fĂŒr 2018 hat die Gesellschaft deutscher FriedhofsgĂ€rtner den Enzian ausgerufen. „Der Enzian symbolisiert Liebe und Treue“, erlĂ€utert die Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld. „Die meist blauen, aber auch weißen BlĂŒten zeigen sich im Herbst bis zum Frost.“
Auf dem Friedhof nutzen GĂ€rtner gerne Arrangements von Pflanzen mit starkem Symbolcharakter. „Egal, ob als Bepflanzung oder in Form von Gestecken, KrĂ€nzen oder StrĂ€ußen – sie alle sind ein sichtbares Zeichen des Gedenkens, der Dankbarkeit und der Verbundenheit“, erklĂ€rt Ehlers-Ascherfeld.
Beliebt sind vor allem zwei Symbole: „Das Herz fĂŒr die Liebe und das Kreuz fĂŒr den Glauben“, sagt Andreas MĂ€sing, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur.
Auch der Kranz gilt nicht nur direkt fĂŒr die Trauerfeier als beliebtes Zeichen: Er spiegelt den Kreislauf des Lebens wider und ist zugleich ein Zeichen fĂŒr Hoffnung, das ewige Leben und die Unendlichkeit – ohne Anfang und Ende. Meist wird er aus immergrĂŒnen Zweigen gebunden, dazu bieten sich beispielsweise Efeuranken, Rosen und andere haltbare Schnittblumen an.


FĂŒr den Winter:

Christrosen, Skimmien, Gaultherien, die dazu winterlich oder gar weihnachtlich geschmĂŒckt sind, teils mit Kerzen, sind ein beliebter Grabschmuck. Wichtig ist bei der Pflanzenauswahl fĂŒr den Winter: „Die Pflanzen und Materialien sollen möglichst unbeschadet einige Zeit ĂŒberdauern können“, erklĂ€rt Ehlers-Ascherfeld.


Grabgestaltung: Anlegen, bepflanzen, pflegen

Mit einer individuellen Gestaltung des Grabes kann man einem geliebten Verstorbenen am ehesten gerecht werden und die Verbundenheit mit ihm zeigen. Neben Symbolen, die eine AllgemeingĂŒltigkeit haben, sind auch ganz persönliche BezĂŒge möglich: So kann man mit der Gestaltung und Bepflanzung auf die Vorlieben des Verstorbenen hinweisen, einen Beruf oder eine Lebenshaltung thematisieren oder ein StĂŒck der Heimat nachbilden. „Die persönliche Gestaltung muss nicht von allen Betrachtern verstanden werden. Vielmehr soll sie Ausdruck fĂŒr die WertschĂ€tzung des Verstorbenen durch die Hinterbliebenen und Freunde sein“, schreibt Brigitte Kleinod in ihrem neuen Buch „Grabgestaltung“ (ISBN 978-3440161333). Die Biologin und Gartenplanerin zeigt hier anhand von MustergrĂ€bern und Pflanzenbeispielen, wie GrabstĂ€tten angelegt, abwechslungsreich und harmonisch begrĂŒnt und richtig gepflegt werden. Ob sonnig, halbschattig oder schattig – fĂŒr jeden Standort stellt sie die passenden GewĂ€chse vor. Daneben erhĂ€lt der Leser Tipps, wie man beispielsweise Doppel-GrabstĂ€tten gut gliedert, Beete unter BĂ€umen renoviert oder eine gute Wasserversorgung sicherstellt.