Erben und vererben

Damit der Todesfall kein Streitfall wird

01.10.2018

Mit klaren Regelungen zu Lebzeiten können Erbstreitigkeiten vermieden werden

Normalerweise gilt im Todesfall die gesetzliche Erbfolge. Was aber, wenn es keine gesetzlichen Erben gibt oder man es anders möchte?
In einem Testament kann man Erben benennen, einzelne Gegenstände als Vermächtnisse ĂĽbertragen oder eine Vor- und Nacherbfolge anordnen. Ebenso kann man Erben seinen Pflichtteil entziehen, wenn die Voraussetzungen dazu gegeben sind. Ein Testament kann entweder notariell oder handschriftlich – unbedingt mit Unterschrift – verfasst werden. Es kann sinnvoll sein, sich im Vorfeld der Testamentserstellung von einem Anwalt beraten zu lassen. Ist man durch ein Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen worden, kann man mit anwaltlicher Hilfe PflichtteilsansprĂĽche geltend machen. Diese liegt bei der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Noch ein Apfelbäumchen pflanzen...

01.10.2018

Mit dem Erbe Gutes tun – das geht im Großen und auch im Kleinen

Eine repräsentative GfK-Umfrage der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ zeigt: Bereits jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre würde mit seinem Erbe einen guten Zweck unterstützen, bei Kinderlosen sogar jeder Dritte. Wie das geht und dass man bereits mit kleinen Beträgen viel bewirken kann, wissen aber längst nicht alle.

Sich informieren und ein Testament aufsetzen – nicht viel mehr gehöre dazu, um einen guten Zweck mit seinem Nachlass zu bedenken, sagt Daniel Bialas, Regionalvorstand der Johanniter im Bereich Trier-Mosel. Die Johanniter sind eine von 23 namhaften gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen die sich 2013 zur Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ zusammengeschlossen haben. Die Gemeinschaftsinitiative beantwortet grundlegende Fragen zum Erben und Vererben verständlich und praxisnah und gibt damit potenziellen Erblassern oder angehenden Erben Sicherheit.
„Einen Unterschied sollte jeder kennen, der Gutes hinterlassen möchte: Vererben und Vermachen werden oft verwechselt“, weiß Bialas. Soll nur ein Teil des Vermögens zugunsten eines guten Zwecks bestimmt werden, ist ein Vermächtnis der einfachste und beste Weg. Im Testament kann es dazu heißen: „Die Organisation XY soll ein Vermächtnis von X Euro erhalten.“ Wichtig dabei: Die Organisation sollte über die beabsichtigte Zuwendung auch informiert sein, um den Wünschen des Erblassers entsprechen zu können.


Im Kleinen konkret helfen

„Ob Jugendarbeit – zum Beispiel für Heim- oder Flüchtlingskinder oder Angebote für Ältere und Kranke – wie Essens- oder Fahrdienst. Für unsere vielen gemeinnützigen regionalen Projekte ist jede Spende wichtig. Auch kleine Beträge kommen genau richtig an, wenn sie uns vorab per Brief oder Anruf (0651-27090-19) kontaktieren und wir ihr Herzensprojekt finden“, verspricht der Johanniter Regionalvorstand aus Trier.


Sicherheit für Angehörige

Erblasser, die einen guten Zweck unterstĂĽtzen wollen, möchten meist mit einem Teil des Nachlasses etwas an die Gesellschaft zurĂĽckgeben. Das offene Gespräch ĂĽber den Letzten Willen gibt den Angehörigen Sicherheit und hilft, das Erbe so zu gestalten, dass alle damit zufrieden sind. Gut die Hälfte der Angehörigen unterstĂĽtzt laut GfK-Umfrage das Engagement fĂĽr die gute Sache, jeder Vierte wĂĽnscht sich aber mehr Transparenz und Information. Ein Tipp: Alle Organisationen bieten Informationsmaterial, das in Ruhe gelesen werden kann. In einem vertiefenden, persönlichen Gespräch kann sich jeder selbst ein umfassendes Bild machen. Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ zeigt in einer BroschĂĽre (kostenlos bestellbar unter 030-29 77 24 36) oder auf www.mein-erbe-tut-gutes.de anschauliche Beispiele, was Menschen mit ihrem Erbe – auch schon mit 1000 oder 2000 Euro – bewirken können.