Bauen – Wohnen – Leben

ImmergrĂŒn, robust und anspruchslos: Multitalent Efeu

03.07.2018

Der Efeu (Hedera helix) ist unverwechselbar, jeder kennt ihn als immergrĂŒne Kletterpflanze an Mauern und Fassaden oder als robusten Bodendecker unter BĂ€umen und StrĂ€uchern. Doch er ist viel mehr als nur ein Problemlöser fĂŒr die dunkleren Ecken im Garten. ErhĂ€ltlich in den verschiedensten Farben und Wuchsformen ist Efeu perfekt geeignet fĂŒr kreative Gestaltungsideen am Haus und im Garten. Trotz seines robusten Charakters ist jedoch bei der Planung und Pflanzung einiges zu beachten und es empfiehlt sich, einen Experten fĂŒr Garten- und Landschaft zu Rate zu ziehen.

HĂ€tte Efeu eine Wahl, wĂŒrde er einen kĂŒhlen, schattigen bis halbschattigen Standort bevorzugen, denn direkte Sonneneinstrahlung mag er nicht so gern. Hat er aber optimale Bodenbedingungen – humos, nĂ€hrstoffreich, leicht kalkhaltig – wĂ€chst er auch an sonnigen PlĂ€tzen im Garten.

Als Bodendecker wird der Efeu hĂ€ufig verwendet, um eine dauerhaft und ganzjĂ€hrig dicht geschlossene GrĂŒnflĂ€che zu erhalten. So verhindert er zuverlĂ€ssig das Wachstum von unerwĂŒnschtem Unkraut. Efeu wurzelt tief, deswegen kommt er gut mit der Wurzelkonkurrenz von Pflanzen aus seiner Nachbarschaft zurecht. Bei der Wahl der Sorte empfiehlt es sich, die WĂŒchsigkeit zu beachten. GrundsĂ€tzlich gilt: Je kleiner die BlĂ€tter, umso weniger stark breitet sich der Efeu aus.

Wenn er kann, dann wĂ€chst Efeu auch in die Höhe. So klettert er ebenso gern an den StĂ€mmen von BĂ€umen oder den Ästen von StrĂ€uchern empor wie an Mauern oder ZĂ€unen. Besonders geeignet ist Efeu deshalb fĂŒr die BegrĂŒnung von Böschungen und steileren HĂ€ngen im Garten. Durch den dichten Blatt- und Wurzelteppich befestigt er den Boden. Auch bei starken RegenfĂ€llen sind mit Efeu berankte Böschungen vor Erosion geschĂŒtzt.

Dauerhafter Fassadenschutz

Wer sein Haus nie wieder streichen will, kann durch eine Bepflanzung mit Efeu eine dauerhafte Lösung finden. Anders gesagt, ist die FassadenbegrĂŒnung mit Efeu eine Entscheidung fĂŒr Jahrzehnte. Da der Efeu auch in Ritzen, Löcher und Fugen hineinwĂ€chst, sollte jedoch vor der Pflanzung eine professionelle Beratung stattfinden, um spĂ€tere SchĂ€den zu vermeiden. Wie im Garten muss man auch an der Fassade dem Efeu gelegentlich mit der Schere zu Leibe rĂŒcken, wenn er zum Beispiel ĂŒber Fenster und TĂŒren wĂ€chst oder am DachĂŒberstand und der Regenrinne angekommen ist. Nur so kann vermieden werden, dass er sich durch kleine Ritzen bis unter das Dach schlĂ€ngelt.

Wohin mit der Haustechnik?

Der Keller ist ein geeignetes Stockwerk fĂŒr die Haustechnik. | Foto: GÜF/Glatthaar
03.07.2018

Überirdischer Wohnraum ist als AbstellflĂ€che zu wertvoll

Warmwassertank, WĂ€rmepumpe, LĂŒftungsanlage, Energiespeicher, Home Server – die Liste an Haustechnik fĂŒr ein modernes Eigenheim ist in den vergangenen Jahren immer lĂ€nger geworden. Erhöht haben sich dadurch nicht nur die Energieeffizienz, die Sicherheit und der Wohnkomfort, sondern auch der Platzbedarf in den eigenen vier WĂ€nden.

Die meisten Bauherren entscheiden sich daher fĂŒr einen separaten Technikraum. Eine Schaltzentrale fĂŒr alle technischen GerĂ€tschaften und AnschlĂŒsse ist beim Neubau heute Gang und GĂ€be. Wer hierfĂŒr von Anfang an einen Raum im Keller mit 10 bis 15 Quadratmetern GrundflĂ€che einplant, behĂ€lt in den oberen Wohngeschossen den grĂ¶ĂŸeren Handlungs- und Gestaltungsspielraum.

Hinzu kommt, dass verfĂŒgbare BaugrundstĂŒcke in attraktiven Wohnlagen heute meist kleiner parzelliert werden als frĂŒher. Vielerorts wird es zur Herausforderung, dem individuellen Bedarf an WohnflĂ€che in einem Neubau gerecht zu werden und einen praktikablen Grundriss fĂŒr das Erd- und Obergeschoss des ersehnten Eigenheims zu planen, wĂ€hrend außerdem FlĂ€che fĂŒr einen Technikraum benötigt wird. Ein Keller bietet dann womöglich den letzten, aber sicher nicht den schlechtesten Ausweg: Denn das Unterbauen des Hauses macht wirtschaftlich und praktisch gesehen noch mehr Sinn, je wertvoller und kleiner die oberirdische BauflĂ€che ist – zumal langfristig auch der Wert eines Hauses mit Keller höher liegt.

Aus Sicht der allermeisten Baufamilien fallen die Mehrkosten fĂŒr einen Keller mit den Jahren weniger ins Gewicht als der Verzicht auf wertvolle WohnflĂ€che im Erdgeschoss, die man fĂŒr ein Arbeitszimmer, ein weiteres Kinderzimmer oder ein grĂ¶ĂŸeres Wohnzimmer hĂ€tte nutzen können. Dabei darf man auch nicht außer Acht lassen, dass es ohne Haustechnik in einem modernen Zuhause nicht geht und auch nicht gehen muss – erst Recht nicht in einem unterkellerten GebĂ€ude.

Denn wĂ€hrend sich der Preis pro Quadratmeter in einem abgedichteten und gedĂ€mmten Rohbau-Keller auf 400 bis 500 Euro zuzĂŒglich der Kosten fĂŒr den Innenausbau und die Erdarbeiten belĂ€uft, liegt der Preis pro Quadratmeter in den oberen Stockwerken um einiges höher.

Doch nicht nur aufgrund der Platzersparnis im Erdgeschoss ist der Keller der beste Ort fĂŒr die Haustechnik. Auch die etwaige GerĂ€usch- und WĂ€rmeentwicklung technischer GerĂ€te stört im Untergeschoss am wenigsten. Die notwendigen AnschlĂŒsse fĂŒr die Haustechnik werden schon beim Kellerbau eingeplant.

Wenn die weiteren KellerrĂ€ume nicht als Abstell- sondern als WohnflĂ€che genutzt werden sollen, ist auch dies mit einem modernen Beton-Fertigkeller problemlos möglich. Das unterste Stockwerk besitze dann einen noch grĂ¶ĂŸeren Mehrwert fĂŒr das gesamte Eigenheim. Erforderlich hierfĂŒr ist die Einhaltung der Vorgaben fĂŒr WohnrĂ€ume aus der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Die sieht unter anderem eine effiziente DĂ€mmung der KellerwĂ€nde vor. Zudem kommen in einem Wohnkeller intelligente Lösungen fĂŒr Tageslicht und Frischluft sowie in der Regel auch eine Heizung zum Einsatz.

Einzelne Komponenten der Haustechnik, wie zum Beispiel die LĂŒftungsanlage, werden dann nicht nur im Keller untergebracht, sondern arbeiten auch fĂŒr den Wohnkomfort in den KellerrĂ€umen mit. So schließt sich der Kreis.