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Sicherheitscheck für Stoßdämpfer empfohlen

Stoßdämpfer regelmäßig checken – etwa beim anstehenden Reifenwechsel. Foto: DEKRA/dpp
04.10.2017

Das Durchschnittsalter deutscher Autos steigt und steigt: Nach der Statistik liegt es 2017 bei rund 9,3 Jahren. Typischerweise stehen dann 140 000 Kilometer auf der Uhr, die auch an den stärksten Stoßdämpfern nicht ganz spurlos vorübergehen. Denn ihre Kolbenstange hat dabei rund 70 Millionen Mal eine Hub- und Zugbewegung gemacht. Ist der Verschleiß schon zu weit fortgeschritten, wird es gerade in der trüben Jahreszeit schnell gefährlich. Denn jetzt drohen ganz besonders häufig Niederschläge, Bodenfrost und im weiteren Verlauf auch Schneefall.

Die Gefahr der Lage äußert sich wie folgt: Bei Kurvenfahrten und Ausweichmanövern steigt durch defekte Stoßdämpfer das Risiko, dass das Fahrzeug leicht ausbricht, weil die Reifen schnell an Bodenhaftung verlieren. Zusätzlich verlängert sich der Bremsweg um bis zu 20 Prozent, das Aquaplaning-Risiko steigt und elektronische Assistenzsysteme wie ABS und ESP werden regelrecht ausgehebelt. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte seine Stoßdämpfer deshalb wenigstens alle 20 000 Kilometer vom Profi prüfen lassen – zum Beispiel im Rahmen des saisonalen Radwechsels oder einer Inspektion.

Die regelmäßige Überprüfung durch einen Profi ist sehr wichtig, denn Stoßdämpfer lassen ‚schleichend‘ in ihrer Leistung nach, so dass sich der Fahrer an die Situation gewöhnt. Selbst bei der Hauptuntersuchung, die bei älteren Fahrzeugen alle zwei Jahre durchgeführt werden muss, erfolgt in diesem Punkt lediglich eine Sichtprüfung, die nur ein sehr oberflächliches Ergebnis liefert. Mit der Zeit braut sich so im Auto eine stille, unerkannte Gefahr zusammen. Wer den Stoßdämpfer-Check im Rahmen anfallender Inspektions- und Reparaturarbeiten oder eines Räderwechsels miterledigen lässt, hat kaum zusätzlichen Aufwand – und auch die Kosten sind überschaubar.

Stoßdämpferhersteller empfehlen darauf zu achten, dass der gewählte Betrieb über einen Fahrwerktester verfügt. Die Sichtprüfung gibt lediglich einen Aufschluss darüber, ob der Dämpfer Öl verliert und ob die Anbauteile defekt sind. Der tatsächliche Verschleißzustand und die verbliebene Dämpfwirkung lassen sich jedoch erst bei einer Probefahrt oder auf dem Fahrwerktester ermitteln. Auf die Lebensdauer von Stoßdämpfern wirken vielen Faktoren ein: der Straßenzustand, die Beladung, die Kilometerleistung und die Fahrweise. Zusätzlich lassen Kälte, Hitze, Staub, Wasser und Salz sie wie im Zeitraffer altern. Somit ist der Übergang zur kalten Jahreszeit der perfekte Zeitpunkt, um zu prüfen, wie fit die Stoßdämpfer für die kommenden Strapazen noch sind.

Winterreifenpflicht besser geregelt

Foto: dpp-AutoReporter
04.10.2017

Was ein Winterreifen können und wann er auf dem Fahrzeug montiert sein muss, ist neu geregelt. Die neue Gesetzeslage ist seit Mai 2017 gültig und definiert die Winterreifenpflicht und die möglichen Bußgelder klar und deutlich. Damit hat der Autofahrer jetzt verbindliche Informationen.

Als Winterreifen gelten solche, die im Reifenaufbau und der Gummimischung den im Winter geltenden Witterungsverhältnissen angepasst sind. Sie bieten somit gegenüber Sommerreifen die besseren Fahreigenschaften auf Schnee und Matsch und somit ein höheres Maß an Sicherheit.

Neu ist jetzt, dass die Winterreifen, die die Anforderungen erfüllen, mit dem sogenannten Alpine-Symbol, dem Berggipfel mit Schneeflocke, gekennzeichnet sind. Die Kennzeichnung ‚M+S‘ gilt nur noch bedingt als Kennzeichnung für einen Winterreifen. Eine Übergangsfrist für bereits gekaufte Winterreifen sieht der Gesetzgeber allerdings vor. Reifen, die bis zum 31. Dezember 2017 produziert und mit der Kennzeichnung ‚M+S‘ genehmigt wurden, können bis zum 30. September 2024 als Reifen für winterliche Wetterverhältnisse betrachtet werden. Das Herstellungsdatum ist an der Flanke in einem ovalen Feld vermerkt, die ersten beiden Ziffern kennzeichnen die Produktionswoche, die beiden letzten das Jahr. Für Nutzfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen und für Busse mit mehr als neun Sitzplätzen gilt jetzt endlich, dass auch die Lenkachse mit Winterreifen ausgerüstet sein muss.

Neu geregelt ist auch die Information für den Fahrer im Innenraum bei zu geringem Geschwindigkeitsindex des Winterreifens. Wenn ein Fahrzeug beispielsweise eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 208 Stundenkilometern hat, der montierte Winterreifen aber nur bis 190 Stundenkilometer zugelassen ist, so muss der Fahrer permanent darauf hingewiesen werden. Dies kann mittels eines Aufklebers am Armaturenbrett erfolgen. Neu ist die Regelung, dass die Information auch durch eine Anzeige im Fahrzeug, beispielsweise über den Bordcomputer angezeigt werden kann.

Zum Thema Profiltiefe von Winterreifen schreibt der Gesetzgeber eine Mindesttiefe von 1,6 Millimetern vor. Empfohlen wird aber eine Mindesttiefe von vier Millimetern. Erneuert werden sollten außerdem Reifen die älter als 10 Jahre sind.