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DJK/MJC Trier – FSG Mainz 05/Budenheim

Dynamit aus der Landeshauptstadt

Foto: Jürgen Brech
30.09.2017

Im 3. Spiel der Saison 2017/18 feiern wir mit dem Derby gegen die FSG Mainz 05/Budenheim (Sonntag, 16 Uhr, Arena Trier) unsere Heimpremiere. Gewiss kein leichter Auftakt – aber was ist schon leicht in dieser Liga, die in der Zusammensetzung noch ausgeglichener zu sein scheint, als in der vergangenen Saison. Das zumindest ist die Einschätzung von Vorstand Jürgen Brech, der die Zielsetzung etwas vorsichtig formuliert: „Mit unserem Kader sollte ein guter Mittelfeldplatz möglich sein, zumal wir uns gut verstärkt haben.“

Auf einen Mittelfeldplatz deutet auch die Ausbeute nach zwei Spielen hin. Beim der als Titelaspirant gehandelten SG Buchholz 08 Rosengarten kassierten unsere Miezen eine 25:28-Niederlage, „unnötig“, wie Trainer Andy Palm anmerkte, beim Aufsteiger HCD Gröbenzell gelang nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit ein deutlicher 32:23-Sieg.

Nun also kommt die FSG aus Mainz, deren Trainer Thomas Zeitz über einen ungewöhnlich großen und gut strukturierten Kader verfügt. Vor allem aber über eine gesunde Mischung von erfahrenen Handballerinnen und jungen Talenten wie der U-17-Europameisterin Paulina Solla oder den U-19-Nationalspielerinnen Alicia Soffel und Julia Maidhof. Unter den sieben Neuzugängen ragen Alexandra Tinti (HSG Bensheim-Auerbach), Denise Großheim (HSG Blomberg-Lippe) und Elisa Burkholder (TSV Bayer 04 Leverkusen) heraus. Dass die „Meenzer Dynamites“ sehr ausgeglichen besetzt sind, zeigt auch der Blick auf die vereinsinterne Torjägerinnenliste. Nach drei Spielen und 4:2 Punkten stehen mit jeweils 14 Treffern die Kreisläuferin Alexandra Tinti, Linksaußen Denise Großheim und Rückraumtalent Paulina Golla an der Spitze.

„Wir werden uns gegenüber dem Sieg in Gröbenzell sicher nochmals steigern müssen“, glaubt Miezen-Coach Andy Palm, „vor allem die Effektivität im Abschluss muss deutlich besser werden, als in diesem Spiel vor der Pause.“ Beim bayerischen Aufsteiger hatten seine Schützlinge für zwölf Treffer 29 Versuche benötigt. „Mit einem Sieg wäre es dort trotz der Steigerung nach dem Wechsel sicher schwer geworden, wenn unsere Torfrau Melanie Eckelt einen schlechteren Tag gehabt hätte.“

Eine gute Leistung der Torfrau – eine Binsenweisheit – ist im Handball immer schon die halbe Miete. Den Rest muss das Team richten. „Wir brauchen eine gute Verteidigung. Dazu gehört auch die Vermeidung von Tempogegenstößen“, sagt Palm. Und weiter: „Damit allein wird es aber nicht getan sein. Die Effizienz im Abschluss muss deutlich besser werden.“ Beim Studium der Mainzerinnen hat er ausgemacht, dass deren 25:26-Heimniederlage gegen Nürtingen am vergangenen Wochenende auch vermeidbar gewesen wäre. „Da haben sie in der Mitte des Spiels etliche falsche Entscheidungen getroffen.“ Der daraus resultierende Rückstand war selbst durch eine Aufholjagd gegen Ende nicht mehr wettzumachen.

Die größeren taktischen Möglichkeiten haben zweifellos die „Dynamites“ – Trainer Zeitz kann angesichts seines 18er-Kaders aus dem Vollen schöpfen. Mit Alexandra Tinti steht ihm allerdings nur eine gelernte Kreisläuferin zur Verfügung. Bisher aber nur auf dem Papier ein Nachteil, denn die erstliga-erfahrene 25-Jährige vereint Klasse und Routine in geradezu idealer Weise. Dennoch sieht Palm hier leichte Vorteile für sein Team, kann er doch mit Andrea Czanik, Aaricia Smits und Angela Petrovska ein Trio dagegensetzen. Während die Rumänin Ramona Constantinescu (Schulter-OP) und Joline Müller (Kreuzbandriss) noch mindestens bis zur Rückrunde ausfallen, steht die Kroatin Vesna Tolic nach auskurierten Rückenproblemen wieder zur Verfügung. Beste Schützinnen der Miezen nach zwei Spielen sind Gabriella Szabó mit 16, Dóra Simon Varga mit 11, Tine Welter und Andrea Czanik mit je 10 Toren.