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Erntedankfest

Ein Fest als Dankeschön

22.09.2017

Ernten und danken – seitdem die Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben, gehört der Erntedank zu den wichtigen Festen im Jahreskreis. Schon seit jeher hatten Menschen in aller Welt das Bedürfnis, für die Gaben von Feld und Tier zu danken. Etwa in Form von Opferfeiern oder wie im Judentum mit dem Laubhüttenfest zum Abschluss der Ernte. In der evangelischen Kirche feiert man Erntedank am ersten Sonntag nach Michaelis (29. September). In der katholischen Kirche gibt es das Fest Erntedank seit dem 3. Jahrhundert. In Deutschland hat die Bischofskonferenz 1972 den ersten Sonntag im Oktober als Erntedankfeiertag festgelegt. Manche Dörfer feiern ihn allerdings bereits Ende September, an der Mosel wegen der Weinlese oft auch erst im November.

Die christliche Tradition

Bei beiden christlichen Glaubensrichtungen werden Körbe mit Früchten und Obst oder Erntekronen zum Altar gebracht, um so Gott zu danken. Die Kronen werden aus Getreide oder auch aus Weinstöcken geflochten, manchmal werden sie dann noch mit Früchten verziert. Die Erntekronen werden teilweise auch in einer Prozession durch die Dörfer getragen.

Viele Gemeinden nehmen dies auch zum Anlass, um für bedürftige Menschen zu spenden. Anschließend wird dann ein Fest gefeiert, das ganz unterschiedlich ausfallen kann. In manchen Gegenden wird ein richtiges Festmahl serviert und es wird getanzt und gesungen, anderorts wiederum gibt es Bauernmärkte. Oftmals werden auch Strohpuppen auf einem Feld verbrannt. Die Erntepuppe wird aus den Getreidehalmen gebastelt und damit der Geist des Getreides geehrt. Heute errichtet man oft auch die riesigen Puppen aus Strohballen an Ortseingängen. Ein anderer Brauch ist der Erntedankumzug, bei dem viele Wagen festlich geschmückt werden, welche dann von Pferden, Ochsen oder Traktoren durch die Straßen gezogen werden – wie in Rockeskyll in der Eifel. In manchen Regionen sammeln Kinder vor dem Erntedanksonntag Erntegaben ein, indem sie von Haus zu Haus gehen und um eine Spende bitten. Die gesammelten Früchte, das Gemüse und Obst bringen sie dann in die Kirche. In vielen Gegenden in Deutschland werden auch Kirmes zum Erntedankfest gefeiert – mit Bauernmarkt, Imbissbuden, Karussells und Losbuden.