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Service für Oldtimer

Unterwegs mit Sonderkennzeichen

09.09.2017

Oldtimer fallen auf mit schönen Linien – aber auch mit Sonderkennzeichen. Die Nummernschilder in Rot und Schwarz sind praktisch und oft auch günstig.

H-Kennzeichen

Für nur 192 Euro Steuern im Jahr ein altes Fahrzeug lenken – egal, wie viel Hubraum unter der Motorhaube arbeiten. Besitzer von Klassikern freuen sich, wenn ihre Schützlinge die 30 Jahre erreicht haben.

Dann dürfen sie das H-Kennzeichen (H steht für Historisch) anschrauben und auch in allen Umweltzonen cruisen. Vorausgesetzt natürlich, die Fahrzeuge erfüllen die Voraussetzungen für den Oldtimer-Status. Ein Herz und Geschäftssinn für das alte Blech zeigen auch viele Versicherer. Sie honorieren die Fürsorge der Fahrzeughalter mit speziellen Tarifen. Preis und Leistungen weichen teils erheblich von den normalen Prämien ab.

07er Kennzeichen

Noch so ein Angebot für die klassischen Schönheiten. Mit dem roten 07er-Schild dürfen auch Oldtimer ohne Betriebserlaubnis und Zulassung bewegt werden. Die teure Hauptuntersuchung mit den noch teureren Reparaturen fällt weg, die Einfahrt in alle Umweltzonen ist frei.

Einmal erworben, darf das rote Schild an mehrere Fahrzeuge montiert werden. Der Besitzer zahlt lediglich die Kraftfahrzeugsteuer für den leistungsstärksten Klassiker.

Die Option besonders für Oldtimer-Sammler hat ihren Preis: Erlaubt sind nur Touren zu Oldtimer-Veranstaltungen, Probe- und Überführungsfahrten oder zur Reparatur und Wartung in die Werkstatt. Zum Nachweis muss der Halter ein Fahrtenbuch führen. Das technische Kulturgut darf auch nicht öffentlich geparkt werden.

Saisonkennzeichen

Der Name sagt es: Fahrzeuge mit diesem Schild dürfen nur zeitlich begrenzt fahren. Konkret – zwei bis elf Monate im Jahr, erkenntlich an der mit einem waagerechten Strich getrennten Zahlenkombination am Ende der Nummer. Die oberen Zahlen geben den Anfang, die unteren Zahlen das Ende der Betriebslaufzeit an.

Für die Besitzer (oft auch genutzt von Cabrios, Bikes oder Wohnmobilen) spart die Option Zeit und Kosten. Die Wege für Zu- und Abmeldung entfallen, ebenso die Kosten für Versicherung und Steuern, die für die Restzeit des Jahres fällig wären.

Wechselkennzeichen

Eins für zwei. Autofahrer können mit einem Schild ganzjährig zwei Fahrzeuge lenken. Dafür müssen diese derselben Klasse angehören und für das Nummernschild gleichgroßen Platz am Fahrzeug bieten.

Das kleine Kennzeichen bleibt fest montiert, das große wird ausgetauscht. Achtung: Auf der Straße darf nur das Fahrzeug rollen und abgestellt werden, an dem das Wechselkennzeichen auch angebracht ist. Das klingt erst einmal verlockend, spart aber nicht wirklich. Für den Zweitwagen geben die Versicherer zwar Rabatt, der Fiskus verlangt jedoch für beide Fahrzeuge den vollen Steuersatz.

Tipps für die richtige Oldtimerpflege

09.09.2017

Tipp 1: Wert des Fahrzeugs erhalten

Autos von gestern und vorgestern sind oft begehrte Raritäten. Die Klassiker erfordern eine spezielle Oldtimerpflege. Der heutige Rostschutz war vor 30, 40 Jahren nicht vorstellbar: Korrosion bildet daher den größten Feind jedes Oldtimers. Da hilft es nur, für einen guten Standplatz mit viel Frischluft und wenig Feuchtigkeit zu sorgen und eventuell auftretende Roststellen möglichst schnell zu beseitigen – bevor sich der Rost weiter ausbreiten kann.

Tipp 2: Ölstand regelmäßig überprüfen

Eine regelmäßige Reinigung der gesamten Blechhaut sollte bei der Oldtimerpflege ohnehin selbstverständlich sein: Schmutz von gelegentlichen Ausfahrten sollte möglichst schnell beseitigt werden. Zur Oldtimerpflege zählt es ebenso, die Technik regelmäßig zu überprüfen. Reicht der Ölstand beispielsweise noch aus, ist das Öl noch frisch oder muss es bereits erneuert werden? Autofahrer sollten sich dabei nicht von den Ölwechsel-Intervallen heutiger Fahrzeuge irritieren lassen: Oldtimer benötigen viel häufiger neues Öl, bisweilen sogar alle 5000 Kilometer. Moderne Synthetik-Öle zum Beispiel sind für viele Oldtimer nicht geeignet – stattdessen sollten spezielle Oldtimer-Öle zum Einsatz kommen.

Tipp 3: Passende Reifen für Oldtimer finden

Alle weiteren typischen Checks sollten regelmäßig durchgeführt werden: vom Licht über die Bremsflüssigkeit bis hin zu Felgen und Reifen. Wurden die Reifen vielleicht bei der letzten Fahrt beschädigt? Schon kleine, kaum sichtbare Risse können gefährliche Folgen haben. Beschädigte Reifen sollten möglichst umgehend erneuert werden. Und auch das Überprüfen von Profiltiefe und Reifenfülldruck gehört zur Oldtimerpflege dazu. Wer Reifenersatz benötigt, sollte sich gezielt bei Spezialanbietern informieren, denn hier gibt es auch für Oldtimer die passenden Reifen.

Tipp 4: Original Ersatzteile finden

Ohnehin ist die Versorgung mit Ersatzteilen bei seltenen Modellen für Enthusiasten ein großes Problem: Oft sind keine Original-Ersatzteile mehr zu haben. Auf der anderen Seite möchten Oldtimer-Fans ihr Fahrzeug in einem möglichst originalgetreuen Zustand belassen. Für Abhilfe sorgen Oldtimer-Clubs, Online-Foren und andere Online-Communities, wo man Gleichgesinnte trifft.

Ein wichtiger Hinweis noch zur Oldtimerpflege: Die meisten Besitzer schrauben mit Begeisterung selbst am eigenen Fahrzeug. Wenn es aber um sicherheitsrelevante Dinge wie etwa die Bremsanlage geht oder wenn die eigenen Fachkenntnisse nicht ausreichen, sollte man sich auf jeden Fall an einen Profi, am besten in einer speziellen Oldtimer-Werkstatt, wenden. Denn gerade bei den betagten und oft wertvollen Fahrzeugen sollte Sicherheit stets Vorfahrt haben! Fotos: pixabay