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Stille Gefahr: Defekte StoßdĂ€mpfer oft unerkannt

Ein PrĂŒfingenieur untersucht einen StoßdĂ€mpfer auf AuffĂ€lligkeiten. Foto: Dekra/dpp-AutoReporter
30.08.2017

Defekte StoßdĂ€mpfer im Auto bergen ein erhöhtes Unfallrisiko, warnen die SachverstĂ€ndigen des Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein). Vor allem in kritischen Situationen wie Notbremsungen, Ausweichmanövern oder schneller Kurvenfahrt kann der Zustand der StoßdĂ€mpfer darĂŒber entscheiden, ob es zum Unfall kommt oder nicht.

„Aufgabe der StoßdĂ€mpfer ist es, die Schwingungen des Fahrzeuges abzubremsen, wenn es bei Bodenwellen, Schlaglöchern oder Hindernissen einfedert“, erklĂ€rt Jörg Sautter, SachverstĂ€ndiger bei Dekra. Damit sorgen die DĂ€mpfer dafĂŒr, dass die RĂ€der selbst auf unebener Fahrbahn ununterbrochen in engem Kontakt zur Fahrbahn bleiben.

Bei verschlissenen DĂ€mpfern lĂ€sst die Bodenhaftung nach – und damit auch die StabilitĂ€t in Kurven und die Spurtreue. Das hat gefĂ€hrliche Folgen: Der Bremsweg verlĂ€ngert sich, und unter UmstĂ€nden fehlen die Meter, die ĂŒber Leben und Tod entscheiden. Das Fahrzeug bricht in Kurven oder beim Ausweichen schneller aus, auch Aquaplaning setzt frĂŒher ein. Außerdem arbeiten das Anti-Blockier-System (ABS) und das Elektronische Stabilisierungsprogramm (ESP) nicht mehr korrekt.

Typisch ist, dass sich betroffene Autofahrer oft in trĂŒgerischer Sicherheit wiegen. „Der Verschleiß der StoßdĂ€mpfer verlĂ€uft schleichend und wird vom Autofahrer teilweise gar nicht bemerkt“, stellt Sautter fest. „Der Fahrer gewöhnt sich leicht an ein Nachlassen der DĂ€mpferwirkung, weil ihm meist der direkte Vergleich mit intakten DĂ€mpfern fehlt.“

Verschlissene StoßdĂ€mpfer treten hĂ€ufiger an Fahrzeugen mit höherer Laufleistung auf, aber auch relativ junge Autos können betroffen sein, wenn sie durch schlechten Straßenzustand oder Kopfsteinpflaster oft stark beansprucht werden. Im PrĂŒfumfang der Hauptuntersuchung ist eine spezielle PrĂŒfung der StoßdĂ€mpfer nicht enthalten. Der Dekra empfiehlt daher, die StoßdĂ€mpfer spĂ€testens ab Laufleistungen von 80 000 Kilometern im Abstand von 20 000 Kilometern von Werkstatt, SachverstĂ€ndigen oder Automobilclub ĂŒberprĂŒfen zu lassen. Defekte DĂ€mpfer sollten stets achsweise getauscht werden.

Autofahrer können mangelhafte DĂ€mpfer an verschiedenen Symptomen erkennen: zum Beispiel, wenn sich das Fahrzeug ‚schwammig‘ anfĂŒhlt, das Lenkrad flattert, die Reifen ungleichmĂ€ĂŸig abgenutzt sind oder Auswaschungen zeigen. Auch Ölaustritt an den DĂ€mpfern und Nachwippen der Karosserie beim HerunterdrĂŒcken gehören zu den Warnsignalen.