Jugend vor der Berufswahl -2

Eltern sind wichtige Begleiter bei der Berufswahl

Begleiten statt bevormunden: So helfen Eltern bei Ausbildungswahl.
19.08.2017

Eltern haben fĂŒr die Berufswahl ihrer Kinder besondere Bedeutung, ob sie wollen oder nicht. Ihre eigenen Erfahrungen mit und in der Arbeitswelt prĂ€gen Einstellungen und Erwartungen Jugendlicher zum Thema Beruf. Durch ihr Vorbild – etwa ob sie in ihrer Arbeit aufgehen oder sie nur des Verdienstes wegen verrichten – stellen Eltern unbewusst Weichen. Aber auch aktiv beeinflussen sie die Ausbildungsentscheidung, nicht zuletzt, weil ihr Rat gesucht wird.

In Erhebungen der Bundesagentur fĂŒr Arbeit gaben rund 40 Prozent der Jugendlichen an, die UnterstĂŒtzung ihrer Eltern zur Orientierung zu brauchen. Was die Erwachsenen den jungen Menschen mit auf den Weg geben, fußt maßgeblich auf eigenen Erfahrungen und dem eigenen Kenntnisstand. Da raten Vater oder Mutter möglicherweise vom Beruf ab, der sie selbst enttĂ€uscht hat. Oder aber sie reden ihrem Kind zu, in die eigenen Fußstapfen zu treten und gar TrĂ€ume zu verwirklichen, die ihnen selbst versagt geblieben sind. Viele Eltern meinen es sehr gut und versuchen, ihren Töchtern und Söhnen bestmögliche Perspektiven zu eröffnen, indem sie ihnen jede Initiative und HĂŒrde abnehmen. Damit nehmen sie ihnen jedoch die Chance, selbst herauszufinden, was sie wollen und was zu ihnen passt. Andere Eltern möchten genau das vermeiden und halten sich bewusst aus der Berufswahl heraus. Damit gehen sie allerdings das Risiko ein, dass zu große Wahlmöglichkeit ihre Kinder ĂŒberfordert.

Eltern als unterstĂŒtzende Begleiter

Eltern sollten unbedingt ihre Verantwortung als unterstĂŒtzende Begleiter wahrnehmen, findet Heribert Wilhelmi, Chef der Agentur fĂŒr Arbeit Trier: „Sie können eine positive Rolle spielen, wenn sie ihren Kindern Raum zur eigenen Entwicklung lassen und die Berufsfrage mit Offenheit angehen“. Diese Offenheit setze allerdings Wissen um den Stand vorhandener Möglichkeiten voraus. „Eltern haben oft ein veraltetes Bild vom Ausbildungsmarkt“, sagt Heribert Wilhelmi, „sie kennen die aktuellen Entwicklungen in den Berufen nicht“. Genau da setzt das Angebot der Berufsberatung an. Bei Elternabenden in Schulen oder in persönlichen GesprĂ€chen beraten sie nicht nur Jugendliche vor der Berufswahl sondern auch deren Eltern. Gemeinsam finden sie heraus, welcher Beruf zu den jungen Leuten passt, wie heutzutage ein Bewerbungsverfahren ablĂ€uft oder fĂŒr wen ein Studium in Frage kommt.

Beratung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz

19.08.2017

Das neue Ausbildungsjahr hat gerade erst begonnen, da richtet sich der Blick schon auf 2018. Denn die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur fĂŒr Arbeit empfehlen, ein Jahr vor Ausbildungsbeginn mit den Bewerbungen zu beginnen.

Mit Beginn des letzten Schuljahrs stehen viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler vor wegweisenden Entscheidungen: Welcher Weg ist fĂŒr mich der richtige? Eine Berufsausbildung? Ein Studium? Der Besuch einer weiterfĂŒhrenden Schule? Klar ist: Ein Jahr vor Ausbildungsstart beginnt in vielen Unternehmen der Region Trier die Lehrlingsauswahl. Deshalb gilt es jetzt sich zu orientieren und mit den Bewerbungen zu beginnen. „Wer im nĂ€chsten Jahr die Schule verlĂ€sst und eine Ausbildung absolvieren möchte, sollte sich unbedingt jetzt bewerben“, empfiehlt Oliver Schmitz, Teamleiter der Berufsberater bei der Agentur fĂŒr Arbeit in Trier. „Mit den Bewerbungen sind wichtige Entscheidungen zur beruflichen und privaten Zukunft verbunden, daher mĂŒssen sie wohlĂŒberlegt sein. Das kann auf den ersten Blick abschreckend wirken. Aber die kostenlose und neutrale Berufs- und Abiturientenberatung der Agentur fĂŒr Arbeit Trier kann hier helfen.“

Im Mittelpunkt des GesprÀchs stehen dabei die Vorstellungen der Bewerberinnen und Bewerber: Welche StÀrken und Talente bringen sie mit? Welche beruflichen Ziele verfolgen sie? Was ist ihnen besonders wichtig bei der Berufswahl? Die Beratung ist daher immer auf die individuelle Situation ausgerichtet.

Offen bleiben

Wichtig ist es auch, sich auf neue Impulse einzulassen, Rat anzunehmen und sich eventuell auch fĂŒr berufliche Alternativen zu öffnen. Denn meistens sind es die klassischen Berufe, die von den Bewerbern angestrebt werden, daher ist hier die Konkurrenz besonders groß. Oft lohnt es sich daher nach artverwandten Berufen Ausschau zu halten. „Abseits der allgemein bekannten und beliebten Ausbildungsberufe gibt es eine Vielzahl spannender AusbildungsgĂ€nge, deren Entdeckung sich lohnt“, so Schmitz. Der Bedarf an gut ausgebildeten FachkrĂ€ften steigt stetig, gerade auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen in der Region Trier. Sie suchen intensiv nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern fĂŒr ihre Ausbildungsstellen. Ein GesprĂ€ch mit der Berufsberatung kann dabei helfen, sich auf dem Ausbildungsmarkt zurecht zu finden und die fĂŒr die eigene Situation optimale Lösung zu finden. „Der moderne Ausbildungsmarkt hĂ€lt viele Möglichkeiten bereit. Durch die Vielzahl an potenziellen Ausbildungsberufen ist er aber auch recht unĂŒbersichtlich. Vielen SchulabgĂ€ngern fĂ€llt es ohnehin schwer, sich fĂŒr eine berufliche Richtung zu entscheiden. HierfĂŒr bieten wir Hilfestellungen an“, erklĂ€rt Schmitz. Neben der Beratung wird auch die Vermittlung von Ausbildungsstellen angeboten. Nach einem Termin kann man sich also nicht nur besser orientieren, sondern erhĂ€lt direkt auch Stellenausschreibungen, bei denen sich beworben werden kann.

VielfÀltige Möglichkeiten in der Region

Über 3800 Ausbildungsstellen in mehr als 200 verschiedenen Ausbildungsberufen waren bis Sommer 2017 bei der Agentur fĂŒr Arbeit Trier gemeldet. Aus diesem großen Pool können die Bewerber schöpfen. „2017 haben wir schon ĂŒber 2500 junge Menschen in Ausbildung, Studium oder andere TĂ€tigkeiten vermitteln können“, so der Experte von der Berufsberatung stolz. „Egal ob Anlagenmechaniker oder Industriekauffrau, ob in der Region Trier oder bundesweit: Wir suchen fĂŒr jeden Bewerber das passende Angebot heraus.“ Diese Angebote orientieren sich dabei natĂŒrlich auch am Schulabschluss der Bewerber. „Die meisten Leute, die sich bei uns melden, haben einen Haupt- oder Realschulabschluss, viele aber auch das Abitur“, erklĂ€rt Schmitz. Er stellt klar: „Jeder dieser AbschlĂŒsse eröffnet spezifische Möglichkeiten eine Ausbildung aufzunehmen. Wir beraten jeden individuell und ĂŒberlegen gemeinsam, welche Chancen und Möglichkeiten es gibt.“

Um ein persönliches GesprĂ€ch zu vereinbaren steht die Schulsprechstunde der Berufsberater offen. Kontakt kann außerdem ĂŒber die kostenlose Servicenummer 0800 4 5555 00 hergestellt werden. Auch dort wird man individuell beraten.