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Austauschpflicht für Heizkessel

Bis Ende des Jahresmüssen Hausbesitzer einige ältere Heizkessel austauschen lassen. Foto: Minverva Studio/fotolia.com
01.08.2017

Besser nicht von der Stange

Welche Technik passt zu meinem Haus? Der Heizungsfachmann berät kompetent. Foto: djd/Meister-der-Elemente.de
01.08.2017

Alte Heizungen verursachen hohe Kosten. Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, dürfen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) aus Umwelt- und Effizienzgründen nicht weiter betrieben werden. Ende 2017 betrifft das beispielsweise die meisten Altanlagen, die bis 1987 gebaut wurden.

Gute Gründe also, sich rechtzeitig vor dem Beginn der nächsten Heizperiode über Alternativen zum bestehenden System zu informieren.

Denn gerade im Altbau ist es gar nicht so einfach, die passende neue Heiztechnik zu finden. Bei Lösungen von der Stange ist Vorsicht geboten. Hier besteht die Gefahr, dass die neue Technik nicht die erwarteten Einsparungen bringt, zumal dann, wenn sie nicht genau auf die häuslichen Gegebenheiten zugeschnitten ist.

Welche Lösung ist die richtige: Reicht der Wärmeertrag einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein älteres Gebäude?

Ist die Brennwerttechnik das Optimale oder soll man mit einem Pelletbrenner Abschied von den fossilen Energieträgern Öl und Gas nehmen? Und ist es sinnvoll, Solarenergie in das Heizkonzept einzubinden? Einen Überblick, welche Techniken am besten zum Haus passen, können sich Hausbesitzer mit dem Heizungsrechner der „Meister der Elemente“ verschaffen (www.meister-der-elemente/heizung/heizungsrechner). Für ein konkretes Angebot ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Termin mit einem örtlichen Heizungsfachbetrieb zu vereinbaren.

Der Heizungsfachmann kann beraten, welche Techniken zum Haus und zu den Vorstellungen seiner Besitzer passen.

Fachleute informieren umfassend

So ist zum Beispiel nicht jeder Hausbesitzer bereit, Raum für ein Pelletlager zu opfern, während andere Eigentümer möglicherweise Wert darauf legen, keine fossilen Brennstoffe mehr einzusetzen. Der Fachmann kann auch berechnen, welche Heizlast das Haus hat und wie die richtige Anlage dimensioniert sein muss. Zudem informiert er den Hausbesitzer über mögliche Förderungen und kümmert sich auf Wunsch um die Antragstellung.

Eine lohnende Investition

01.08.2017

Weil die Technik der Altgeräte oftmals mit einem hohen Energieverbrauch und starker Klimabelastung einhergeht, gilt für viele von ihnen eine Austauschpflicht. Für Eigentümer bedeutet diese bundesweite Vorgabe erst einmal Kosten. Aber: Aktuelle Brennwertkessel verbrauchen deutlich weniger Öl oder Gas als die alten Heizwertkessel, weil sie auch den Abgasen noch nutzbare Wärme abgewinnen. Die Investition macht sich also durchaus bezahlt. Gleichzeitig profitiert das Klima.

Vorgeschrieben ist der Austausch von Konstanttemperaturkesseln, die älter sind als 30 Jahre. Wer nicht weiß, wie alt sein Kessel ist, schaut auf das Typenschild der Heizung oder ins Protokoll des Schornsteinfegers: Entscheidend ist das Baujahr des Wärmetauschers.

Manche Ü-30-Heizung darf aber weiterlaufen. Wer schon vor dem 1. Februar 2002 im eigenen Ein- und Zweifamilienhaus gewohnt hat, ist von der Austauschpflicht ausgenommen. Gleiches gilt für Anlagen in Mehrfamilienhäusern mit einer Nennleistung von mehr als 400 Kilowatt, kleinen Anlagen mit einer Nennleistung von weniger als 4 Kilowatt sowie für alle Brennwert- und Niedertemperaturkessel.

Wer jetzt ein Haus mit austauschpflichtigem Kessel kauft, muss diesen binnen zwei Jahren ersetzen. Die Einhaltung der Vorschriften überwacht der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger.

Von einer Eigenmontage ist Laien abzuraten, weil viele Vorschriften zu beachten sind und Fehler die Effizienz beeinträchtigen können. Dann benötigt die Heizung mehr Energie als nötig, ist im Betrieb also teurer. Eigentümer sollten mehrere Angebote von Heizungsbauern einholen, bevor sie einen Auftrag erteilen.

Moderne Brennwertkessel benötigen 10 bis 25 Prozent weniger Brennstoff als in die Jahre gekommene Heizwertkessel.

Hinzu kommt oft eine Ersparnis durch die integrierte Heizungspumpe, die bis zu 90 Prozent weniger Strom verbraucht als ihre Vorläufer aus den 1980er Jahren. Deshalb kann sich ein Austausch, je nach Ausgangslage, durchaus rentieren – auch schon bei jüngeren Kesseln. Für manche Heizungserneuerungen werden zudem Zuschüsse gewährt, die die Investition verringern.

Die Leistung muss zum Heizbedarf passen und der Verbrauch möglichst gering sein. Brennwertkessel sind gegenüber aktuellen Heizwertkesseln deutlich sparsamer.

Ist es sinnvoll, gleichzeitig andere Maßnahmen vorzunehmen? In jedem Fall sollten die Heizungsrohre gedämmt und die Wärmeverteilung geprüft werden. Ein hydraulischer Abgleich kann diese verbessern.