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Dentaltechnik

Angebrochener Zahn, Zahnlücke: Was tun?

Zahnersatz soll gut halten und nicht auffallen – so der Wunsch der Patienten.
26.07.2017

Wenn ein Stück vom Zahn abgebrochen ist, entsteht eine hässliche Zahnlücke, gerade im Bereich der Schneidezähne. Ist ein Zahn abgebrochen, sollte man nicht nur aus kosmetischen Gründen sofort einen Zahnarzt aufsuchen. Passiert das Malheur bei einem gesunden Zahn, kann das abgebrochene Zahnteil nämlich oft wieder angeklebt werden. Allerdings ist Eile geboten, denn es geht um einen zahnmedizinischen Notfall. Drei bis vier Stunden, nachdem ein Zahn abgebrochen ist, stirbt er ab. Wichtig ist auch die richtige Aufbewahrung. Um das Austrocknen zu verhindern, muss der abgebrochene Zahn in Salzlösung, hilfsweise in Milch gelagert werden. Wurde der Zahnnerv beschädigt, hilft nur eine Wurzelbehandlung.

Als Zahnersatz kommen drei Möglichkeiten in Frage: eine Krone, eine Brücke oder ein Zahnimplantat. Ist ein Zahn abgebrochen, ist es am einfachsten den Zahn zu überkronen. Muss der beschädigte Zahn gezogen werden, kann man die Zahnlücke mit einer Brücke füllen, die an den Nachbarzähnen befestigt wird.

Brücken – der klassische „Lückenbüßer“

Eine Brücke besteht in der Regel aus Metall, das mit zahnfarbener Keramik verblendet wird. Kleinere Ausführungen werden häufig ganz aus Hochleistungskeramiken hergestellt, die auch hohen Kaukräften im Bereich der Seitenzähne standhalten. Neben einem Brückenglied, das die Lücke überspannt, sind zwei Ankerkronen notwendig, die auf die Zähne links und rechts der Lücke gesetzt werden. Zuvor müssen die Zähne allerdings wie bei einer normalen Krone abgeschliffen werden. Dank stabiler Metallgerüste können auch mehrere fehlende Zähne überbrückt werden. Brücken der neuen Generation bestehen aus Biokeramik und können ebenfalls computerassistiert gefräst werden. Oft werden beide Varianten Brücke und Implantat kombiniert, so dass auf nur vier oder sechs Implantaten ganze Zahnreihen von bis zu zwölf Zähnen ersetzt werden können. Kronen oder Brücken haben jedoch nur eine begrenzte Haltbarkeit.

Hightech mit Langzeitwirkung

Immer mehr Menschen entscheiden sich deswegen für ein Zahnimplantat als dauerhafte Alternative. Die Kosten dafür übernimmt eine private Zahnzusatzversicherung. Bei dieser Methode wird der Zahnersatz mit einer künstlichen Zahnwurzel im Kieferknochen fest verankert. Die Zahnlücke wird mit einem Zahnimplantat für zehn bis zwanzig Jahre sicher gefüllt. Meistens besteht das Unterteil des Zahnimplantats aus einer Titan- oder Keramikschraube. Sie wird bei einer Operation in den Kieferknochen eingedreht. Mit Hilfe modernster Computertechnik berechnet der Implantologe auf den Millimeter genau Position, Winkel und Größe des optimalen Implantats und pflanzt es anschließend exakt dort ein, wo ursprünglich die Wurzel des verlorenen Zahnes steckte. Die Behandlung erfolgt mit lokaler Betäubung und ist in der Regel völlig schmerzfrei. Die implantierte Zahnwurzel wächst innerhalb von drei bis sechs Monaten fest in den Kieferknochen ein. Für diese Übergangszeit wird die Zahnlücke provisorisch gefüllt. Danach kann dann das Oberteil des Zahnimplantats eingesetzt werden. Wird später weiterer Zahnersatz notwendig, ist ein Zahnimplantat übrigens nicht nur Ausgangsbasis für eine Brücke. Sind bereits mehrere Zähne mit einer künstlichen Zahnwurzel verankert, können in der Lücke dazwischen die „dritten Zähne“ sicher befestigt werden.

Pflege für ein gesundes Gebiss bis ins hohe Alter

26.07.2017

Die Menschen werden immer älter – nicht immer aber gilt das auch für ihre Zähne. Dann sind die sogenannten „dritten Zähne“ gefragt. Egal ob herausnehmbares Gebiss oder festsitzender Zahnersatz: Der Umgang mit „den Dritten“ ist zunächst ungewohnt und bedarf einiger Gewöhnung. Es wird ein paar Tage dauern, bis man sich vollständig an die neuen Zähne gewöhnt hat.

Die Mundhygiene ist bei den dritten Zähnen genauso wichtig wie die Pflege der echten Zähne, denn auf den künstlichen Zähnen kann sich ebenfalls ein bakterieller Belag bilden. Plaque verursacht Entzündungen des Zahnfleisches und der Kieferknochen, wodurch die wertvollen Implantate Schaden nehmen können.

Die richtige Pflege herausnehmbarer Prothesen: Nach jeder Mahlzeit ist es wichtig, den Zahnersatz zu säubern. Einmal täglich mit einer speziellen Prothesenbürste geputzt, ist die Hauptpflege bereits getätigt. Es empfiehlt sich, zusätzlich noch einen Gebissreiniger zu verwenden, welcher mit speziellen Reinigungssubstanzen dafür sorgt, dass sich schon gebildete Beläge und kalkhaltiger Zahnstein wieder ablösen können. Zahnseide und Mundduschen können wie gewohnt zusätzlich verwendet werden, um auch den Zahn-Zwischenräumen die nötige Pflege und Reinheit zu geben und sind auch für die Dritten Zähne absolut zu empfehlen.

Bei festsitzendem Zahnersatz, wie Kronen, Teilkronen, Implantaten oder Brücken, sollte man die Zähne beziehungsweise den Zahnersatz zweimal täglich mit einer Zahnbürste reinigen. Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten), Zahnseide und eventuell ergänzend Mundduschen sollten einmal täglich zur Reinigung der Zahnzwischenräume verwendet werden. Im Handel ist spezielle Zahnseide zur Implantatreinigung erhältlich. Interdentalbürsten sollten metallfrei sein, um die Oberfläche der Implantate nicht zu zerkratzen. Die regelmäßige Vorsorge sollte nicht vernanchlässigt werden: am besten geht manzweimal im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt. Bei einem herausnehmbaren Zahnersatz ist es ganz normal, dass die Prothese mit der Zeit an Halt verliert. Denn der Kaudruck wird zunächst auf die Mundschleimhaut und dann erst auf den Kieferknochen übertragen – statt wie bei natürlichen Zähnen, die den Druck selbst abfangen und in gemilderter Form an den Knochen weitergeben. Der Kieferknochen baut durch die starke Belastung ab. Ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt im Abstand von sechs bis neun Monaten hat also allerhöchste Priorität, um den perfekten Sitz der Prothesen zu erhalten und damit unangenehme Druckstellen zu vermeiden.