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Im Porträt: Landscheid

30.06.2017

Jahrhundertelang waren die Landscheider als fahrende Händler in ganz Europa bekannt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen „De Hoalegäns“ (Zugvögel), wie die Händler aus Landscheid, Burg und Niederkail genannt wurden, in die Welt hinaus: Hier boten sie ihre Waren feil: Töpfe, Tiegel, Bütten, Pfannen aus Emaille und alle erdenklichen Haushaltswaren. Die ersten Händler zogen zunächst mit Körben auf dem Rücken in die Ferne, später folgten die Pferdewagen, mit denen sie vom Frühjahr bis zum Herbst auf Reisen waren. Der Wagen war Geschäfts- und Wohnraum zugleich. Einer der fahrenden Händler, Peter Zirbes, ist als derjenige Eifler anerkannt, der als erster seine Heimat literarisch zum Mittelpunkt machte. Nach seinem Tod lernten Generationen von Eifler Schulkindern Gedichte von ihm auswendig. Peter Zirbes (1825-1901), Dichter und Handelsmann, wurde in Niederkail geboren. Zog es in der Vergangenheit viele weg von Landscheid, so zieht es heute vor allem die Wanderer nach Landscheid: Direkt am Eifelsteig und den Erlebnisschleifen der Ferienregion Moseleifel gelegen, bietet der Ort traumhafte Natur. Seit 2013 ist es möglich, in einem original restaurierten Händlerwagen aus dieser Zeit zu übernachten. Inmitten schönster Eifelnatur und umgeben von herrlichen Wanderwegen liegen auch die Ortsteile von Landscheid: Burg, Niederkail, Arenrath, Hof Hau, Kayersmühle, Mellich und Mulbach. In dem direkt an der Autobahnausfahrt gelegene Gewerbegebiet gibt es derzeit keine zur Verfügung stehenden Gewerbeflächen mehr. Hier stehen Überlegungen zur Erweiterung an. Um die Mobilität vor allem von älteren Bürgern auf dem Land zu erhöhen, ist seit fast einem Jahr der Bürgerbus in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land unterwegs, der auch in Landscheid Station macht. Er soll zur Verbesserung bei der Bewältigung des Alltags beitragen. Die Fahrgäste werden zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht. Die Benutzung des Bürgerbusses ist kostenlos.