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Arbeitszimmer absetzen – und Steuern sparen

Arbeiten in der eigenen Wohnung: Das Home Office gehört für immer mehr Bundesbürger zum Alltag. Foto: djd/Knauf Bauprodukte
13.06.2017

Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden: Unter bestimmten Voraussetzungen können sowohl Selbstständige als auch Angestellte die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Die einen quälen sich jeden Morgen durch den zähen Berufsverkehr, die anderen brauchen nur wenige Schritte – noch mit der Kaffeetasse in der Hand – von ihrer Küche ins Home-Office: Arbeiten in den eigenen vier Wänden gewinnt zunehmend an Bedeutung, für Angestellte ebenso wie für Selbstständige oder Freiberufler.

Gut zu wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, Kosten für das häusliche Arbeiten steuerlich geltend zu machen. Wer kann ein Arbeitszimmer absetzen, welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Und wie lässt sich ein separates Home-Office baulich mit wenig Aufwand einrichten?

Arbeitszimmer absetzen: Voraussetzungen fĂĽr Angestellte

Als reines „Steuersparmodell“ gehört das häusliche Arbeitszimmer der Vergangenheit an. Der Gesetzgeber hat die Anforderungen an die Absetzbarkeit schon vor geraumer Zeit deutlich verschärft – bei Zweifelsfällen fragt das Finanzamt genau und kritisch nach. Heute können Angestellte das Arbeitszimmer nur noch absetzen, wenn ihnen kein anderer, fester Arbeitsplatz zur VerfĂĽgung steht. Dies trifft etwa auf AuĂźendienstmitarbeiter und Servicetechniker zu, die in der Tat nicht direkt im Unternehmen einen eigenen Schreibtisch haben. Auch Lehrer können vielfach noch von diesen Steuervorteilen profitieren. Dabei gilt: Die Kosten können bis zu maximal 1250 Euro pro Jahr mit der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden – das zu versteuernde Einkommen sinkt, es werden weniger Steuern fällig. Wichtig zu wissen: Wer vier Tage im BĂĽro der Firma und nur einen Tag pro Woche im Home-Office arbeitet, kann die Kosten fĂĽr das Arbeitszimmer nicht absetzen.

Voraussetzungen für Selbstständige und Freiberufler

Etwas anders sehen die Regelungen für Selbstständige und Freiberufler aus. Gerade, wer sich noch in der Existenzgründung befindet, richtet das erste eigene Büro meist zuhause ein – alleine schon, um in der Anlaufphase die festen Kosten für ein „echtes“ Büro einzusparen. Viele arbeiten aber auch aus Prinzip gerne zu Hause – gerade in kreativen Berufen ist dies weit verbreitet. Für diese Gruppe gibt es eine gute Nachricht: Sie können unbeschränkt alle Kosten für das Home-Office geltend machen, wenn das häusliche Arbeitszimmer den alleinigen Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt – sie also beispielsweise kein externes Büro angemietet haben. Selbstständige geben den Aufwand als Betriebskosten an, die den Gewinn und somit wiederum die Steuerbelastung senken.

Um das häusliche Arbeitszimmer von der Steuer absetzen zu können, muss es jedoch einige formale Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigste Regel: Es handelt sich um einen abgeschlossenen, ausschließlich beruflich genutzten Raum. Im Gästezimmer neben dem Bett einen Schreibtisch aufzustellen, genügt also nicht. Lediglich eine untergeordnete private Mitbenutzung ist zulässig – in Zweifelsfällen können Steuerberater informieren und individuelle Fragen beantworten. Übrigens: Der Raum kann sich durchaus auch im Keller oder Dachgeschoss befinden.

Doch welche Kosten sind überhaupt steuerlich absetzbar? Dazu gehören insbesondere:

  • Miete
  • Gebäudeabschreibung
  • Schuldzinsen fĂĽr Immobiliendarlehen (bezogen auf das Haus oder die Eigentumswohnung, in der sich das Arbeitszimmer befindet)
  • Wasser- und Energiekosten
  • Raumreinigung
  • Grundsteuer, MĂĽllabfuhrgebĂĽhren, SchornsteinfegergebĂĽhren, Gebäudeversicherungen
  • Kosten fĂĽr die Raumeinrichtung wie zum Beispiel Teppiche, Vorhänge, Beleuchtung
  • Aufwendungen fĂĽr Renovierungen

Wichtig ist es dabei, die genaue Größe des Raums zu kennen. Denn etwa die Aufwendungen fĂĽr die Miete können nur anteilig geltend gemacht werden – im exakten Verhältnis der Home-Office-Größe zur gesamten Wohnungsfläche. Ein Beispiel: Misst die Wohnung 100 Quadratmeter und das Home-Office 15 Quadratmeter davon, werden jeweils 15 Prozent der Miete und der anderen laufenden Kosten abgesetzt.

Nachträglich ein Home-Office einrichten

Sie haben genügend Wohnfläche, aber keinen separaten Raum mehr frei? Auch dann gibt es passende Lösungen. Wenn etwa das Wohnzimmer groß genug ist, lässt sich im Trockenbau-Verfahren einfach und schnell ein separates Home-Office abtrennen. Das macht nur wenig Arbeit, und auch Schmutz und Staub brauchen Sie nicht zu befürchten. Komplettwandsysteme machen es möglich, einen neuen Raum in weniger als einem Tag einzurichten.