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SERVICE RUND UMS AUTO

Parkrempler kann Assistenten irritieren

Ein Parkrempler kann die Sensorik eines Abstands-Tempomaten beschädigen. Quelle: ProMotor/Timo Volz
07.06.2017

In modernen Fahrzeugen sind Spurhalte-Assistenten, Spurverlassenswarner und auch Abstandsregeltempomaten inzwischen weit verbreitet. Damit sie ihre anspruchsvolle Aufgabe perfekt erledigen können, müssen auch die Randbedingungen stimmen. So kann der Zustand der Scheibenwischer Auswirkungen auf die Arbeitsbereitschaft der Assistenten haben. Denn die meisten Spurhalte-Helfer und teilweise auch Abstandswarner beziehen ihre Informationen aus einer oder mehreren Kameras, die hinter der Frontscheibe im Bereich des Innenspiegels sitzen. Schmieren die Wischer, sehen auch die Kameras nichts mehr, und der Assistent macht Feierabend.

Parkrempler kann Abstands-Tempomat schädigen

Wie es weiter vorn auf der Straße aussieht, ermittelt der Abstands-Tempomat mit Hilfe eines Radar-Sensors. Heutige Systeme arbeiten bis in den Bereich von 250 km/h, müssen also mehrere hundert Meter vorausschauen und dabei große Geschwindigkeitsunterschiede zwischen langsamen Lkw und schnellen Pkw auf den einzelnen Fahrspuren einkalkulieren. Das funktioniert aber nur, wenn der Radarsensor und auch die Kameras exakt in Richtung der so genannten Fahrachse des Autos „sehen“. Schon nach einem Parkrempler kann die meist im Kühlergrill eingebaute Sensorik Schaden erleiden und muss in der Fachwerkstatt neu justiert werden.

Verschleiß im Fahrwerk kann Fehlfunktionen auslösen

Selbst Verschleiß im Fahrwerk kann zu Fehlfunktionen führen. Wenn beispielsweise bei Geradeausfahrt das Lenkrad nur ein wenig schief steht, ist dies ein Zeichen für eine verstellte Achsgeometrie und damit eine verschobene Fahrachse des Autos. In diesem Fall muss die Werkstatt zunächst die verschlissenen Teile im Fahrwerk erneuern, dann eine Achsvermessung durchführen und anschließend die Assistenzsysteme neu kalibrieren. Nur dann arbeiten sie zuverlässig.

Glänzend verkauft sich besser

Für den Glanz sorgen in der Regel Innen- und Außenreinigung sowie die Lackaufbereitung. Quelle: ProMotor/Timo Volz
07.06.2017

Laut DAT-Report 2017 lagen Aussehen und Design auf Platz drei der Kaufkriterien, gleich hinter der Zuverlässigkeit und dem Anschaffungspreis.

„Wer in die Optik investiert, kann einen bedeutend höheren Preis erzielen“, bestätigt Mirko Albrecht vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung. „Spült die Aufbereitung eines drei Jahre alten Smart mit Sicherheit 300 bis 500 Euro mehr ins Portemonnaie, sind bei einem 10 bis 15 Jahre alten Auto mit stumpfem Lack nach der Schönheitskur schon 1000 Euro und mehr drin. Das eingesetzte Kapital vervielfacht sich.“

Für den Glanz sorgen in der Regel Innen- und Außenreinigung sowie die Lackaufbereitung. Das aber gründlich und überwiegend per Hand. Kostenpunkt je nach Fahrzeuggröße, Aufbereitungspaket und Anbieter: 200 bis 350 Euro. Albrecht: „Die Fassade muss stimmen. Spezielle Leistungen wie Felgen-, Lack- oder Scheibenversiegelung macht man hauptsächlich für sich, nicht für den nächsten Besitzer.“

Für die Putzarie gibt es Profis. Die Fahrzeugaufbereiter haben Erfahrung, spezielle Reinigungsgeräte und Mittel. Albrecht: „Die größten Fehler machen ambitionierte Autobesitzer bei der Lackpolitur.

Zurück bleiben Hologramme, Wolken, Politurreste in Ecken, Kanten und auf Kunststoffteilen.“ Und so kommt der Glanz auf und ins Auto – fünf Schritte zum Verkaufshit.

Fahrzeug- und Motorwäsche

Gegen den groben Dreck außen und im Motorraum helfen Hochdruck-, Vor- und Felgenreiniger. Mit weichem Schwamm und Autoshampoo bekommt das Fahrzeug eine schonende Handwäsche.Türkanten, Schweller und Motorinnenhaube nicht vergessen. Der Dampfstrahler entfernt alle Pflegemittelreste, danach ledern die Spezialisten das Auto trocken.

Kleine Reparaturen

Leichte Schrammen auf dem Lack können auspoliert werden. Gehen Kratzer oder Dellen tiefer ins Blech oder stört das Loch im Polster, hilft Smart Repair: Kleine Schäden werden kostengünstig ohne Teiletausch repariert. Die Grenze bei den Lackarbeiten zieht Mirko Albrecht, wenn der Bereich die Größe einer DIN-A5-Seite überschreitet. Die „Beulendoktoren“ helfen bei kleinen Dellen auf unbeschädigtem Lack. Wenig Reparaturmöglichkeiten haben sie bei Schäden an verstärkten Schwellern oder eng anliegendem Seitenaufprallschutz.

Innenraumreinigung

Los geht’s im Kofferraum: Türkanten trockenwischen, saugen auch in der Radmulde. Innen wird von oben nach unten gearbeitet. Ein feuchtes Autoleder nimmt den Schmutz und schont den Fahrzeughimmel. Bei Polstern und Teppichen kommen Nass- und Trockensauger, aber auch Extraktions- oder Tornadoreiniger zum Einsatz. Der eine saugt Schmutz und Flecken feucht auf, der andere löst den Dreck mit hohem Druck und einer Reinigungsflüssigkeit.

Für das Cockpit wählen die Profis gern auch das zuvor beim Scheibenputzen verwendete Leder.

Albrecht: „Mit Cockpit-Spray bearbeiteter Kunststoff sieht nur kurz gut aus, ist speckig und zieht Staub an.“ Nun noch den Lüfter oder Heizer zum Trocknen ins Auto stellen, fertig.

Hundehalter und Raucher wählen zusätzlich eine mehrstündige Ozonbehandlung, die desinfiziert und den üblen Geruch dauerhaft vertreibt.

Lackpolitur

Neuwertige Lacke sind mit Hartwachs ausreichend versorgt, leicht strapazierte vertragen eine feine Politur. Ist der Lack stark verwittert, schleifen die Fahrzeugaufbereiter die oberste Schicht im Mikrometerbereich ab und tragen auf die nun glatte Autohaut eine Versiegelungsschicht auf. Vorsicht bei Rundungen und Kanten: Hier kann man leicht durchpolieren.

Scheinwerferpolitur

Steinschläge, Regen, Schmutz und UV-Licht können die Kunststoffgläser mit der Zeit blind machen. Das moniert nicht nur der Sachverständige bei der nächsten Hauptuntersuchung, sondern das trübt vor allem die Sicht und gefährdet andere Fahrzeugführer. Dagegen hilft eine spezielle Scheinwerfer-Politur, gegebenenfalls zusätzlich eine Klarlackbeschichtung. Wenig Arbeit, große Wirkung.