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Heizungscheck – Energie sparen leicht gemacht

Ob Heizungsmodernisierung oder Einbau einer Lüftungsanlage, der SHK-Fachhandwerker berät zu möglichen Effizienzmaßnahmen individuell nach Gebäudezustand und Wünschen der Eigentümer. Foto: djd/ZVSHK
06.06.2017

Rund ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs entfällt auf Raumwärme und Warmwasser. Sinkende Heizkosten sind nicht nur gut für den Klima- und Ressourcenschutz – auch Hauseigentümer und Mieter können davon profitieren. Die von der Politik gewünschte und von der Gesellschaft akzeptierte Energiewende wird aber ohne den Wärmemarkt und ohne die Effizienzsteigerung im Heizungskeller nicht erfolgreich umgesetzt werden können. Über 15 Millionen Heizungsanlagen und damit 75 Prozent des Bestandes sind in Deutschland technisch veraltet. Würde dieser veraltete Bestand einer energetischen Modernisierung unterzogen, könnten rund 13 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs eingespart werden. Damit verbrauchen die Heizungsanlagen nicht nur zu viel Energie, sondern strapazieren auch unnötig den Geldbeutel des Verbrauchers. Wir geben Tipps, wie Sie mit der Modernisierung Ihrer Heizung und einer kontrollierten Wohnraumlüftung einen Beitrag zur Energiewende leisten können. Ein möglicher Einstieg ist der Heizungscheck durch den Fachmann.

Modernisierung durch den Fachhandwerker

Hausbesitzer haben mit moderner Heizungs- und Lüftungstechnik sowie unterschiedlichen Energieträgern viele Möglichkeiten, langfristig Geld zu sparen, aber auch die Wohnqualität und die Raumluft zu verbessern sowie den Wert der Immobilie zu steigern. Welche Heizungstechnik sich jeweils besonders eignet, weiß der SHK-Fachhandwerker. Örtliche Ansprechpartner beraten dazu individuell. Moderne Heizungstechnologien sind beispielsweise hocheffiziente Öl- und Gasheizungen, Holz- und Pellet-Systeme, Wärmepumpen, sogenannte KWK-Systeme, Kamin- und Kachelöfen sowie Solarwärmeanlagen. Sie schaffen Lebensqualität und sind eine Investition in die Zukunft Ihrer Immobilie.

Der Fachhandwerker kann in Sachen Heizung sehr individuell mit Blick auf die regionalen Gegebenheiten, das Gebäude und die Bedürfnisse und Wünsche des Hausbesitzers beraten. Auch in Sachen attraktiver Förderprogramme der KfW Bankengruppe und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit seinem Marktanreizprogramm (MAP) ist der Fachhandwerker der richtige Ansprechpartner. Eine Suchfunktion und aktuelle Informationen zu Fördermitteln gibt es in der Fördermitteldatenbank.

Heizungscheck des SHK-Fachhandwerks

In vielen alten Heizungsanlagen steckt ein enormes Potenzial zur Energieeinsparung. Wer eine Heizungsmodernisierung plant, sollte seinen Fachhandwerker nach dem Heizungscheck fragen. Mit einem Heizungscheck kann er nach nur knapp einer Stunde konkrete Einsparungspotenziale aufzeigen. Das transparente Prüfverfahren kostet rund 120 Euro im Einfamilienhaus und umfasst alle wichtigen technischen und energetischen Aspekte der Heizungsanlage und deckt entsprechende Defizite auf. Beim Heizungscheck wird die gesamte Heizungsanlage hinsichtlich ihrer energetischen Qualität mit Punkten bewertet. Nach einem standardisierten Verfahren untersucht der Fachhandwerker sowohl den Heizkessel, die Dämmung der Rohrleitungen, die Regelungseinrichtungen der Heizkörper als auch die Systemabstimmung der gesamten Anlage im Gebäude.

 

Neben technisch veralteten Kesseln sind die mit einem Heizungscheck am häufigsten vorgefundenen Kostenverursacher der fehlende hydraulische Abgleich, überdimensionierte Heizkessel, ungeregelte Heizungspumpen und nicht voreinstellbare Thermostatventile an Heizkörpern. Ergänzend zum Austausch der Heizungsanlage können schon geringinvestive Verbesserungen wie etwa der Einbau eines Thermostatventils mit hydraulischem Abgleich und die Optimierung der Regelung die Energieeffizienz des Heizungssystems verbessern und Energiekosten spürbar senken.

Raumluft verbessern: Prima Klima durch kontrolliertes Lüften

Neben der Heizung in Sachen Energieeffizienz sollte wegen der Wohnqualität auch ein Hauptaugenmerk auf der Gebäudelüftung liegen. Moderne Wohnungslüftungsanlagen sorgen in Neubauten und sanierten Gebäuden für eine kontrollierte Luftzirkulation. Einhergehend mit der energiesparenden Komponente der Wärmerückgewinnung sind es vor allem wichtige Komforteigenschaften wie die Reduzierung der Luftfeuchte, die kontinuierliche Lüftung der Wohnung im Umfeld von Straßen-, Bau- oder Fluglärm oder auch die Vermeidung von externen Luftbelastungen mit Feinstaub, also Schwebstoffen wie Schimmelsporen und Pollen, die den Bewohnern viele Vorteile bei der Wohnqualität verschaffen.

Lüftungsanlage vom Profi planen lassen

Wer eine Lüftungsanlage einbauen möchte, sollte sein Haus vorher sorgfältig abdichten. Sonst arbeitet die Anlage nicht effektiv genug und möglicherweise wird zu viel Luft ausgetauscht. Mithilfe eines sogenannten Blower-Door-Tests kann der SHK-Fachhandwerker die Luftwechselrate messen, um die Lüftungsanlage speziell auf das Gebäude auslegen zu können. Besonders effizient sind Lüftungsanlagen, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten. Sie sind in der Lage, bis zu 90 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärme zurückzugewinnen. Die Technik nutzt den Energiegehalt der Abluft, um die Zuluft zu temperieren. Ein Wärmetauscher überträgt die Energie direkt auf die hereingeführte Frischluft.

Gut für Allergiker

Vor allem Allergiker profitieren von der geregelten Lüftung mit eingebauten Filtern. Sie helfen, Allergien vorzubeugen und die Symptome zu lindern. Von Hausstaub, Pollen und Schadstoffen belastete Luft führt die Anlage ab. Der Filter reinigt die frische, einströmende Luft von Staub und Pollen. So kommen die Allergieauslöser erst gar nicht ins Haus hinein.

Einfach smart: Moderne Funktechnik für den Altbau

Funklösungen machen Altbauten fit für die Zukunft. quelle: Rademacher/BHW Bausparkasse
06.06.2017

Smart-Home-Systeme sind längst nicht mehr Neubauten vorbehalten. Dank moderner Funktechnik werden auch ältere Häuser intelligent – und das ohne Umbau. 30 Prozent der Deutschen nutzen bereits Smart-Home-Anwendungen, 50 Prozent sind interessiert. Doch nicht jedes ältere Haus ist für die neue Technik gerüstet. Räume nachträglich zu verkabeln ist aufwendig. Für Altbaubesitzer gibt es Alternativen: Smart-Home-Lösungen, die Daten per Funk übertragen, sind auf dem Vormarsch. „Für Einsteiger empfehlen sich fertige Starterpakete, die zunächst nur ein bestimmtes Anwendungsgebiet wie Energiesparen oder Sicherheit abdecken“, sagt Andreas Menkens von der BHW Bausparkasse.

Per Smartphone steuern

Heizkörperthermostate oder Bewegungsmelder kommen ohne aufwendige Elektroinstallation aus und werden per Funk mit einer Zentrale vernetzt, die ans Internet angeschlossen ist. Eine Verschlüsselung sorgt für Datenschutz. Die Steuerung erfolgt via Fernbedienung, PC oder Smartphone-App. Je nach Fabrikat lassen sich einmal installierte Smart-Home-Lösungen ändern und ergänzen. Da nicht jeder Hersteller alle Bereiche abdeckt, sollten Hausbesitzer gleich zu Anfang überlegen, wie weit die Vernetzung gehen soll. Denn viele Geräte sind nicht kompatibel miteinander. Bei einer Erweiterung muss sonst womöglich das System neu aufgesetzt werden.

Preisgünstiger Einstieg

Für das intelligente Heim muss man nicht allzu tief in die Tasche greifen. Starterpakete sind bereits für wenige Hundert Euro erhältlich. Der Staat finanziert mit: Die KfW-Bank fördert smarte Technik für Senioren und Sicherheitssysteme in den Programmen „Altersgerecht umbauen“ und „Einbruchschutz“ mit günstigen Krediten und Zuschüssen.