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Tag des Fahrrads: Mit Fahrrad und E-Bike durch den Sommer

03.06.2017

Viele Elektrofahrräder rollen derzeit auf Deutschlands Straßen und Radwegen. Als Oberbegriff hat sich das Wort E-Bike eingebürgert, es gibt jedoch Unterschiede in Bauweise und Funktionsprinzipien.

Antriebskonzept Pedelec

Mit Abstand am weitesten verbreitet ist das Prinzip Pedelec (Pedal Electric Cycle): Unterstützt wird nur, wer kurbelt. Über 95 Prozent aller kurz „E-Bikes“ genannten Räder funktionieren auf diese Weise. Zum Antrieb gehört ein Drehmomentsensor, der misst, wie viel Kraft der Radler auf das Pedal gibt. So erkennt das Rad zum Beispiel: Es geht bergan, Unterstützung ist willkommen – oder man pedaliert locker vor sich hin und braucht lediglich etwas Rückenwind. Bei den meisten Pedelec-Antrieben lässt sich die Stufe der Unterstützung auswählen. Die kleinste Stufe ist hier der kaum spürbare Schub mit geringstem Verbrauch, die höchste Stufe hingegen bringt schnell Maximalunterstützung und zehrt dementsprechend am Energievorrat. In der Regel verfügen Pedelecs über eine sogenannte Schiebehilfe: Ein Knopf oder Hebel „beschleunigt“ das Rad ohne weiteres Zutun auf Schrittgeschwindigkeit. Maximal 6 km/h sind erlaubt. Die Tretunterstützung der Pedelecs geht bis 25 km/h. Sie sind somit rechtlich als Fahrräder eingeordnet – es bedarf also weder eines Führerscheins, Nummernschilds, Helms noch Mindestalters.

Sonderfall S-Pedelec

Im Funktionsprinzip identisch mit Pedelecs sind die „S-Pedelecs“ – aber sie sind schneller. S-Pedelecs unterstützen auf Wunsch bis zu 45 km/h. Das macht sie rechtlich zu Kleinkrafträdern – weshalb andere Regeln gelten und sie sich auch äußerlich leicht von Pedelecs unterscheiden müssen, so sind gelbe Seitenstrahler und Rückspiegel Pflicht. Die Schiebe- bzw. Anfahrhilfe des S-Pedelecs bringt es teilweise auf bis zu 20 km/h, ohne dass man treten muss. Zum Betrieb eines S-Pedelecs ist ein Mofa-Führerschein ebenso nötig wie ein Versicherungskennzeichen. Außerdem gilt die Helmpflicht. Die Radwegbenutzung ändert sich bei schnellen Pedelecs ebenfalls und sorgt nicht selten für Verwirrung. Innerorts muss man auf der Straße fahren, außerorts auf dem Radweg – so er vorhanden ist.