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Ihr Gesundheitsratgeber: Osteopathie und Schmerztherapie

Kopfschmerzen – Formen, Ursachen und ihre osteopathische Behandlung

Foto: Verband der Osteopathen Deutschland e.V.
18.05.2017

Die verschiedensten Auslöser von Kopfschmerzen lassen sich nicht immer einfach ermitteln. Die Osteopathie bietet eine Alternative, um die Schmerzen nebenwirkungsfrei zu lindern und die Ursache zu finden und zu beheben.

Mehr als zwei Drittel aller Menschen leiden irgendwann unter Kopfschmerzen. Die Medizin kennt vielfältige Formen und Auslöser dafür. Wesentlich ist dabei die Unterscheidung, ob die Schmerzen eine eigenständige Krankheit (primäre Kopfschmerzen) darstellen oder als Begleitsymptom einer anderen Erkrankung (sekundäre Kopfschmerzen) auftreten, wie zum Beispiel bei einer Sinusitis. Als zwei Hauptformen des primären Kopfschmerzes gelten der Spannungskopfschmerz und die Migräne. Zusammen machen sie etwa 90 Prozent der Erkrankungen aus.

Osteopathische Behandlung

Die Ursachen für primäre Formen von Kopfschmerz sind meist schwer zu identifizieren. Vor allem in chronischen Fällen haben sich oft bestimmte Mechanismen verselbstständigt. Der Patient ist durch die widerkehrenden Schmerzen einem erhöhten Stress ausgesetzt, der diese zusätzlich verstärkt. Häufig führt auch eine langfristige Einnahme von Schmerzmitteln zu einem zusätzlichen Medikamentenkopfschmerz, der dann eigens behandelt werden muss.

Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, müssen Patient und Therapeut die individuellen Symptome und Auslöser genau analysieren. Eine gründliche Anamnese ist deshalb wesentlicher Bestandteil einer osteopathischen Behandlung. Hierzu sieht der Osteopath schulmedizinische Be-funde ein, erfragt die gesamte Krankengeschichte mit Verletzungen, Unfällen und Operationen, aber auch Lebensgewohnheiten und erkundigt sich gegebenenfalls nach dem seelischen Befinden. Denn genauso wie ein Arzt oder Therapeut muss er schwerwiegende Ursachen ausschließen, bevor er mit seiner Behandlung beginnt.

Bei Kopfschmerzen wird der Experte natürlich den Schädel, Kiefer und die Halswirbelsäule genau untersuchen und von dort aus Funktionsstörungen ertasten. Die Ursachen liegen dabei nicht zwangsläufig im Bereich des Schmerzes. Aus osteopathischer Sicht bilden alle Strukturen des Körpers eine untrennbare Einheit und hängen anatomisch oder funktionell miteinander zusammen. So können beispielsweise Magenbeschwerden über den Hirnnerven, der den Verdauungsapparat steuert, durchaus Kopfschmerzen auslösen, ebenso wie etwa ein Sturz auf das Steißbein in der Kindheit einen fortwährenden Zug auf die Rückenmarkshaut ausübt, der sich innerhalb der Wirbelsäule bis zur Hirnhaut im Schädel fortsetzt und hier wiederkehrende Schmerzen auslöst. Der Osteopath kennt solche Zusammenhänge. Mit seinen Händen kann er deren Ursachen aufspüren und versuchen, sie sanft zu lösen. Nicht alle Schmerzursachen lassen sich so beheben, doch kann der Osteopath helfen die Schmerzen mindestens zu lindern. Zu einer ausführlichen osteopathischen Behandlung gehört auch den Patienten Tipps für eine gesunde Lebensweise, richtige Ernährung und Entspannungstechniken mitzugeben: Oft kann der Patient viel dazu beitragen, seine Schmerzen selbst in den Griff zu bekommen.

Wie hilft die Osteopathie bei Allergien?

18.05.2017

Die Stärke der Osteopathie liegt vor allem in ihrem ganzheitlichen Ansatz. Bei einem Patienten mit einer allergischen Erkrankung wird der Osteopath daher zum einen die Strukturen behandeln, die in direktem Bezug zum Immunsystem stehen und wichtige Funktionen darin innehaben wie zum Beispiel der Dünndarm mit seinen zahlreichen lymphatischen Strukturen oder die Milz. Zum anderen wird er auch Dysfunktionen behandeln, die durch die Erkrankung beeinflusst werden. Zum Beispiel kann eine osteopathische Behandlung bei einem allergischen Asthma strukturelle Blockaden im Brustbereich lösen, den Lymphfluss und die Durchblutung verbessern sowie die respiratorischen Muskeln entspannen.

Daneben wird der Osteopath aber auch Dysfunktionen im Körper aufspüren, die auf den ersten Blick unabhängig von der allergischen Krankheit sind und womöglich in einer entfernten Körperregion oder -struktur auftauchen. Nach osteopathischer Auffassung hängt im Körper nämlich alles zusammen, so dass funktionelle Störungen in einem Bereich auch Auswirkungen auf einen ganz anderen haben. Durch deren Beseitigung werden die Kräfte des Körpers mobilisiert und der gesamte Organismus kann wieder ins Gleichgewicht kommen.

Die osteopathische Behandlung kann andere Maßnahmen und Mittel wie Medikamente in der Allergiebehandlung nicht ersetzen. Sie versteht sich als sanfte, nebenwirkungsfreie Ergänzung zu schulmedizinischen und alternativen Methoden, um das Immunsystem zu unterstützen, den Stoffwechsel zu verbessern und so Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.

Quelle: VOD e.V