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Internationaler Tag der Pflege

Nachfrage nach häuslicher Betreuung steigt weiter

Die häusliche Pflege ermöglicht den Senioren, in ihrem vertrauten Umfeld versorgt zu werden.
12.05.2017

Nie war der Bedarf an Betreuung und Pflege so hoch wie heute – und die Nachfrage steigt weiter. Besonders bei Demenzpatienten übersteigt die Nachfrage die Zahl der rechtssicheren und bezahlbaren Angebote. Der demografische Wandel könnte diese Entwicklung noch verstärken. Dabei ist besonders für Demenzpatienten eine Betreuung in vertrauter Umgebung wichtig. Möglich wird das durch eine häusliche Betreuungskraft: Sie wohnt mit dem pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen unter einem Dach. Durch ihre Unterstützung bei Aufgaben im Alltag, der Körperhygiene oder auch der täglichen Nahrungsaufnahme, ermöglicht sie, dass der Betreuungsbedürfte weiterhin in den eigenen vier Wänden wohnen kann.

Alternde Gesellschaft, steigende Zahl Demenzerkrankter

Laut einer Pressemitteilung von Promedica plus wird 2060 wird jeder dritte Deutsche älter als 65 Jahre sein. Begleitend zur demografischen Entwicklung werden altersbedingte Erkrankungen wie Demenz häufiger auftreten. Derzeit sind nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft fast 1,6 Millionen Deutsche betroffen. Jährlich gibt es circa 300 000 Neuerkrankungen. Nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung soll die Anzahl der Betroffenen bis 2050 die drei-Millionen-Marke überschreiten.

Die Angehörigen von Demenzpatienten stehen vor der Wahl: Unterbringung im Pflegeheim oder Betreuung und Pflege zu Hause. Eine Rund-um-Betreuung durch die eigenen Angehörigen ist aufgrund von Berufstätigkeit oder anderer Verpflichtungen oft nicht realisierbar. Gegen eine Unterbringung im Pflegeheim spricht wiederum der Wunsch vieler Pflegebedürftiger, so lange wie möglich in gewohnter Umgebung zu bleiben. Neben der vertrauten Umgebung spielen soziale Kontakte und Bewegung eine wichtige Rolle für den Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit. Die Betreuungskraft richtet sich dabei nach dem Rhythmus und den Möglichkeiten des Betroffenen. Aufgabe der Pflegekräfte ist es, die Selbständigkeit alter, kranker oder hilfsbedürftiger Menschen so lange wie möglich zu erhalten. Das Leistungsangebot der häuslichen Pflege erstreckt sich über verschiedene Bereiche. Dies sind vor allem grundpflegerische Tätigkeiten wie etwa Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Der ambulante Pflegedienst kümmert sich aber auch um die sogenannte Behandlungspflege (zum Beispiel die Medikamentengabe) oder die hauswirtschaftliche Versorgung, zum Beispiel Einkaufen, Kochen oder Reinigen der Wohnung.

Wenn stationäre Pflege notwendig wird

Aufmerksame Pflege und liebevolle Zuwendung bestimmen die Lebensqualität im Alter.
12.05.2017

Manche Menschen können nicht (mehr) ambulant zu Hause versorgt werden. Hier bietet sich eine teilstationäre oder vollstationäre Pflege an. Teilstationär heißt, dass die Pflegebedürftigen zwar zu Hause wohnen, aber einen Teil des Tages in einer Tagesstätte verbringen. Ein Beispiel sind Demenzpatienten, die Krankengymnastik, Verpflegung oder psychologisches Training in der Tagesstätte erhalten. Die Angehörigen können in dieser Zeit ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen oder den Haushalt und die eigenen Kinder versorgen. Der Betroffene wird also entweder tags oder nachts in einer spezialisierten Einrichtung gepflegt und betreut, bleibt aber ansonsten in seinem gewohnten häuslichen Umfeld.

Die vollstationäre Pflege erfolgt auf Dauer in einem Pflegeheim, wenn der körperliche oder geistige Zustand des Betroffenen ein Verbleiben im häuslichen Umfeld nicht mehr zulässt, zum Beispiel im Fall von Schwerstpflegebedürftigkeit. Manche Menschen möchten auch ganz bewusst in ein Pflegeheim, weil sie der Familie nicht zur Last fallen wollen. Wenn man sich für ein Pflegeheim entschieden und andere Wohnformen ausgeschlossen hat, erfordert die Suche nach der geeigneten Einrichtung Zeit und Geduld. Für einige Menschen ist die Nähe zum Wohnort entscheidend, andere legen Wert darauf, dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse umgesetzt werden. Auch die Kosten können eine entscheidende Rolle spielen.

Im Pflegeheim verbringen die älteren Menschen zusammen mit Gleichaltrigen ihren Lebensabend, werden rundum versorgt und können an vielen Veranstaltungen teilnehmen. In einer Seniorenresidenz entstehen Kontakte zu Gleichgesinnten fast von alleine. Viele Seniorenresidenzen bieten ein wechselndes Animationsprogramm sowie Beschäftigungsmöglichkeiten an – von Gymnastik über Gedächtnistraining bis hin zum Fernsehabend. Natürlich gibt es auch Residenzen, in denen für agile Senioren etwa Konzertbesuche, Lesungen und Theateraufführungen zum festen Programm gehören, ebenso wie Hobbygruppen von Fremdsprachen bis Schach oder auch begleitete Reiseangebote.