Rund ums Haus: barrierefreies Bauen

Barrierefrei mit Stil

So chic kann ein altersgerechter Waschplatz mit Sitzgelegenheit ausgestattet werden. Foto: djd/Keramag
06.05.2017

Barrierefrei oder schön? Wenn es um eine altersgerechte Badeinrichtung geht, dann gibt es diesen Widerspruch lĂ€ngst nicht mehr. Denn das altersgerechte Bad ist in erster Linie komfortabel und dazu so elegant, wie es sich seine Nutzer wĂŒnschen. GroßzĂŒgige Grundrisse geben Bewegungsfreiheit, und eine wichtige Rolle spielen die Möbel und der Waschtisch. Viel Platz sollen sie bieten, der Inhalt muss gut erreichbar sein und am besten mit Ordnungssystemen fĂŒr eine klare Übersicht sorgen. So können zum Beispiel Sitzhocker und BĂ€nke zugleich Stauraum fĂŒr Badtextilien sein.

Beinfreiheit unterm Waschtisch

Wichtig ist die Gestaltung des Waschplatzes, der fĂŒr die tĂ€gliche Körperpflege eine zentrale Rolle spielt. Ob ein Hocker fĂŒr Bequemlichkeit am Waschtisch sorgt oder ein Rollstuhl erforderlich ist: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um fĂŒr genĂŒgend Beinfreiheit zu sorgen. Am einfachsten sind der Verzicht auf einen Unterschrank und der Einsatz eines Unterputz-Siphons. Mit Aufsatz-Waschtischen und einer großen Ablageplatte lĂ€sst sich viel AbstellflĂ€che am Becken schaffen. Wer auf den Unterschrank nicht verzichten möchte, findet mit speziellen Modellen eine gute Lösung. Die TĂŒren des Unterschranks schwingen weit nach außen und bringen dank InnenfĂ€chern in den TĂŒren Kosmetikartikel genau in Griffweite des Sitzenden. Gleichzeitig haben die Regalböden eine Einbuchtung nach innen, sodass sie bei geöffnetem Schrank Beinfreiheit unter dem Waschtisch bieten. Allgemein gilt, Möbel sollten sich einfach öffnen und schließen lassen. Große Griffe oder Komforttechniken wie Push-to-open oder Soft-Closing erleichtern das Handling.

Handgriffe neben dem Waschtisch erleichtern das Heranziehen etwa im Rollstuhl oder auf einem Hocker. Es gibt aber auch Waschtischkeramiken, bei denen Griffmulden unter dem Rand integriert sind und auf zusĂ€tzliche Hilfen verzichtet werden kann. Dazu sind sehr hohe Badspiegel empfehlenswert, die tiefer als normalerweise direkt hinter dem Waschtisch montiert werden. So kann der Spiegel im Sitzen und im Stehen genutzt werden. FĂŒr eine optimale Ausleuchtung sorgen zudem Badspiegel mit LED-Lichtleisten, die blendfreies Licht direkt am Waschplatz spenden.

SpĂŒlrandlose WCs sind schneller sauber

WCs lassen sich im Prinzip schnell reinigen. Probleme macht eigentlich nur der SpĂŒlrand, unter dem sich Kalk und Schmutz ablagern können. Daher sind fĂŒrs altersgerechte WC spĂŒlrandlose Keramiken empfehlenswert. Da fĂŒr ihre Reinigung keine besonderes geformten Putzmittelflaschen und keine SpezialbĂŒrsten erforderlich sind, können sie schnell und einfach sauber gehalten werden.

Barrieren aus dem Weg rÀumen

Ein höhenverstellbares Bett, am besten mit flexiblen Kopf- und Fußteilen, ist ein wichtiges Komfortplus. Foto: djd/TopaTeam Relax
06.05.2017

Die Kinder sind aus dem Haus, man entdeckt Interessen fĂŒr sich und der persönliche Wohnstil hat sich mit der Zeit ohnehin verĂ€ndert: Jenseits der 50 orientieren sich viele Menschen noch einmal neu – das ist zugleich eine gute Gelegenheit, bei der Einrichtung des Zuhauses an morgen zu denken. Wenn mit dem Alter die Beweglichkeit nachlĂ€sst, werden kleine Hilfsmittel und eine durchdachte Ergonomie umso wichtiger. Das Thema Barrierefreiheit betrifft nahezu alle RĂ€ume – von körpergerechten Arbeitshöhen in der KĂŒche ĂŒber komfortable BĂ€der bis zu ergonomischen Sitz- und Schlafmöbeln. Selbst kleine Dinge können im Alter zu schier unĂŒberwindbaren HĂŒrden werden. Eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die SelbststĂ€ndigkeit in jeder Lebenssituation sind RĂ€ume ohne Gefahrenquellen. Das reicht von einer hellen Beleuchtung mit Bewegungssensoren ĂŒber einen sturzsicheren Eingang bis zu schwellenfreien RaumĂŒbergĂ€ngen. Zudem kann die Einrichtung dem Ă€lteren Menschen zum Beispiel in der KĂŒche mit praktischen Details buchstĂ€blich entgegenkommen: SchrĂ€nke mit breiten AuszĂŒgen können etwa das BĂŒcken erleichtern. Praktisch sind möglichst kurze Wege vom Herd zum Platz, an dem die Mahlzeiten eingenommen werden. Wer in der KĂŒche keinen Platz fĂŒr einen separaten Esstisch hat, kann sich vom Holzfachbetrieb beispielsweise ein Schrankelement umbauen lassen. Um zusĂ€tzlichen Raum zu schaffen, ist auch der Einbau einer SchiebetĂŒr zur KĂŒche eine praktikable Möglichkeit. Neben der KĂŒche sind auch im Schlafzimmer einige VerĂ€nderungen empfehlenswert: Ein höhenverstellbares Bett, am besten mit flexiblen Kopf- und Fußteilen, sorgt fĂŒr nachhaltige Erleichterung im Alltag. Um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern, kann der Tischler eine individuell angefertigte Erhöhung anfertigen. Im Kleiderschrank sind flexible Kleiderstangen, die sich mittels Garderobenlift herunterziehen lassen, eine kleine aber nachhaltig wirkende Verbesserung. Auch dieser Einbau wird vom Profi im Handumdrehen erledigt. Im Bad wiederum kommt es auf rutschhemmende Fliesen, einfach zugĂ€ngliche SchrĂ€nke sowie eine große, möglichst ebenerdige Dusche an.