sonderthemen

Ein Streifzug durch unsere Eifel: Darscheid

Nah dran zwischen Wacholderheide und Baumriesen

Das alte Bahnhofsgebäude in Darscheid steht unter Denkmalschutz.
06.05.2017

Darscheid stemmt sich gegen den Trend der Bevölkerungsentwicklung mit konstanten Einwohnerzahlen auf Rekordniveau

Im Südwesten von Darscheid stehen einige der größten Bäume von Rheinland-Pfalz. Mehr als 50 Meter hoch sind einige der riesigen Douglasien im Lehwald. Vom östlich der rund 850 Einwohner zählenden Gemeinde gelegenen Sermersberg blickt man von einer Wacholderheide auf Darscheid.

Mitten in der Natur und doch nah dran an allem wohnen die Darscheider spätestens seit Ende des vergangenen Jahrhunderts der Autobahnanschluss realisiert wurde. Während andernorts von Landflucht die Rede ist, liegen die Einwohnerzahlen in dem Vulkaneifelort seit Beginn des Jahrtausends konstant zwischen 800 und 850. Viel mehr geht aber auch nicht. Im Februar meldete die Gemeinde, dass es auch im dritten seit Beginn der 1990er Jahre ausgewiesenen Neubaugebiet „Heide ober Lestert“ keine freien Grundstücke mehr zu haben sind. Etwa 80 neue Häuser sind entstanden.

Die direkt an der Gemeinde vorbeiführende Autobahn A1 und die Nähe zur Kreisstadt Daun (etwa vier Kilometer) machen Darscheid zum beliebten Wohnort: Man lebt mitten in der Natur und ist doch nah dran an allem. Auf die Datenautobahn ordneten sich die Darscheider dank Glasfaseranschluss mit etwa 16 Mbit flott ein.

Gegenüber Orten ähnlicher Größe ist Darscheid ein junger Ort. Mehr als ein Fünftel der Einwohner (21,7 Prozent) sind unter 20 Jahre alt (Landesdurchschnitt: 18,5 Prozent, Stand: 31.12.2015, Quelle: Statistisches Landesamt). Der Nachwuchs kann den seit 1976 in den Räumen der ehemaligen Volksschule zentral gelegenen und 2010 erweiterten Kindergarten besuchen.

Tennisclub, Sport-, Musik- und Heimatverein, die Frauengemeinschaft der Pfarrei, Karnevalistische Tanzgruppe, die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer Jugendgruppe, auch das ehrenamtliche Engagement in Darscheid kann sich sehen lassen.

Eine Besonderheit ist die Vogelschutzgruppe. Diese kümmert sich mit ihren rund 370 Mitgliedern um Naturreservate rund um Darscheid, führt Exkursionen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch und betreut das NaturErlebnisZentrum (NEZ) östlich des Orts. Naturschutz hat in Darscheid nämlich Tradition. Bereits 1911 wurde das „Vogelschutzwäldchen Pafenheck“ quasi als erstes Naturschutzgebiet der Region aus der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen. 1956 richtete Volksschullehrer Hans Mühlhaus mit seinen Schülern auf dem Gelände den ersten Naturlehrpfad im Vulkaneifelkreis ein. Im gleichen Jahr wurde die Vogelschutzgruppe gegründet.