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Ihr Gesundheitsratgeber: Ergotherapie

„Üben“ für den Alltag

04.05.2017

Die Ergotherapie fördert die Handlungsfähigkeit kranker oder verletzter Menschen jeden Alters. Sie soll den Patienten helfen, bei alltäglichen Tätigkeiten zurechtzukommen.

Im Rahmen der Rehabilitation, also der Wiedereingliederung nach Erkrankungen und Unfällen, gehört die Ergotherapie gemeinsam mit der Physiotherapie und Logopädie zu den wichtigsten Heilmitteln.

Diese sind laut der Definition des Sozialgesetzbuches äußerliche Behandlungsmethoden, die ein Arzt zur Behandlung bestimmter Erkrankungen verordnen kann.

Zahlreiche Krankheitsbilder führen dazu, dass Fähigkeiten verloren gehen oder sich bei Kindern nur unzureichend ausbilden. Eine starke Einschränkung der Handlungsfähigkeit können zum Beispiel Schlaganfälle mit einer halbseitigen Lähmung oder Unfälle mit dem Verlust von Extremitäten oder einer Querschnittslähmung verursachen. Auch rheumatische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder verschiedene neurologische und psychiatrische Erkrankungen können die Betroffenen erheblich einschränken. Weitere Zielgruppen für ergotherapeutische Ansätze sind Menschen mit Demenzerkrankungen und Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten. Zunehmend setzt man die Ergotherapie auch in der Primärprävention ein, also der Gesundheitsförderung und dem Vorbeugen von Krankheit und Funktionsverlust. Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten können in einer Ergotherapie erlernen, sich selbst besser zu organisieren. Dabei setzt der Therapeut beispielsweise verhaltenstherapeutische Ansätze, Konzentrationsübungen oder Verfahren zum Training der Sozialkompetenz ein.

Ganz andere Bedürfnisse haben Menschen mit Demenzerkrankungen. Bei ihnen sollen die Maßnahmen die vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich erhalten und die Auswirkungen der Krankheit möglichst lange hinauszögern. Dazu gehört oft eine Anpassung der Umgebung zu Hause.

Außerdem sollten die Betroffenen Strategien erlernen, wie sie mit dem Nachlassen des Gedächtnisses umgehen können.

Wichtig ist es auch, die Angehörigen in die Behandlung mit einzubeziehen.

In einem fortgeschritteneren Stadium übt der Therapeut mit dem Patienten bestimmte Bewegungen ein oder stimuliert bewusst die Sinneswahrnehmungen, um den geistigen und körperlichen Abbauprozess zu verlangsamen.

Mit diesen und vielen weiteren Methoden können Ergotherapeuten ihren Patienten helfen, körperliche oder geistige Einschränkungen auszugleichen. Somit ist es ihnen möglich, weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Lebenssituation bestmöglich zu meistern. Quelle: apotheken-umschau