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Sie wollen hoch hinaus: Blühende Kletterpflanzen erobern die Fassade

Wer seinem Haus eine eindrucksvolle, blühende Hülle verpassen möchte, sollte sich von einem Landschaftsgärtner beraten lassen. Foto: BGL
02.05.2017

Kaum eine Pflanze löst so sehr die Assoziation von einem Märchenreich aus, wie es die Kletterrose vermag. In der Geschichte der Brüder Grimm umhüllte sie 100 Jahre lang das Schloss mit der schlafenden Prinzessin, bis der Prinz kam und sein Dornröschen wachküsste. Märchenhafte Bilder entstehen noch heute durch Rosen, die im Sommer blütengeschmückt Lauben oder Torbögen im Garten umranken oder an eine Hauswand gepflanzt, Fenstern und Türen einen blütenreichen Rahmen bieten. Die Bezeichnung Kletterrosen ist allerdings etwas irreführend, denn die klassischen Sorten können nicht wie Efeu oder Wilder Wein selbstständig an Wänden in die Höhe wachsen, sondern sind auf Unterstützung angewiesen. Damit die Rosen Halt finden, müssen sie an eine Pergola oder ein Spalier angebunden werden. Wer seinem Haus eine eindrucksvolle, blühende Hülle verpassen möchte, sollte sich von einem Landschaftsgärtner beraten lassen: Die Experten für Dach- und Fassadenbegrünung informieren über die verschiedenen Kletterhilfen und deren sachgerechte Anbringung, helfen bei der Pflanzenauswahl und wissen, wie der Standort für ideale Wachstumsbedingungen beschaffen sein muss. Außerdem können sie schöne Kombinationsmöglichkeiten mit anderen blühenden Kletterpflanzen aufzeigen.

Rosige Zeiten

Die klassischen Kletterrosen erreichen eine Höhe von etwa zwei bis drei Metern. Sie blühen zumeist mehrmals im Jahr und können so die Hauswand vom Juli bis in den November hinein schmücken. Die Blüten der Kletterrosen bilden sich an den Seitentrieben. Werden die Haupttriebe beim Binden möglichst waagerecht oder bogenförmig geleitet, entwickeln sich mehr Seitentriebe als bei straff aufrecht wachsenden Pflanzen. Es empfiehlt sich deshalb, Kletterrosen nicht zwischen die Fenster zu setzen, sondern direkt darunter. Durch die nun waagerecht geleiteten Triebe wird die Blütenfülle schon in Bodennähe gefördert. Wichtig zu beachten ist, dass das Bindematerial nicht in die Rinde der Pflanzen einschneidet.

Um sich an einer Kletterrose zu erfreuen, ist keine große Grundfläche notwendig – eine kleine, weniger als einen Quadratmeter umfassende freie Ecke am Haus reicht aus. Voraussetzung ist allerdings, dass die Rose ihre langen Wurzeln ungestört in die Tiefe wachsen lassen kann, um sich mit ausreichend Wasser zu versorgen.

Neben den klassischen Kletterrosen erfreuen sich auch so genannte Rambler-Rosen in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Ihr Name leitet sich vom englischen Wort „ramble“ – zu Deutsch „umherschweifen“ – ab. Durch Kreuzungen entstand diese Gruppe von kletternden Rosen, die mit langen, weichen und biegsamen Trieben ohne Kletterhilfe an tragfähigen Bauteilen oder lichten, alten Bäumen hochranken. Rambler sind außerordentlich wuchsfreudig und können durchaus Höhen von fünf bis zehn Metern erreichen. Dadurch sind sie für die Begrünung auch höherer Gebäude interessant. Die meisten Sorten blühen nur einmal im Jahr und zeigen sich schon im Juni und Juli in einem dichten Kleid aus kleineren, wildrosenartigen Blüten.

Kontrastreiche Verbindungen

Abwechslung entsteht in der Vertikalen, wenn man Rosen mit anderen Kletterpflanzen kombiniert. Ein interessanter Partner, der mit seinen leuchtend gelben Blüten schon im Februar und März Farbe an Häuserwände und in den Garten bringt, ist der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum). Der Spreizklimmer erreicht Wuchshöhen von etwa zwei Metern – mit Kletterhilfe auch bis zu fünf Metern. Eine Vielzahl gestalterischer Möglichkeiten bietet die Kombination von Rosen mit Clematis, von denen es zahlreiche Sorten mit blauen Blüten gibt – einer Farbe, die bei Rosen nicht auftritt und die sich deshalb gut für kontrastreiche Verbindungen eignet. Manche Sorten dieser zu den Lianen gehörenden Kletterpflanze werden bis zu sechs Metern hoch.

Heute muss man keine schlafende Prinzessin sein, um in einem blütengeschmückten Haus zu leben. Mit ein bisschen Platz und dem Know-how vom Experten lassen sich selbst die Fassaden von Gebäuden in der Stadt mit Rosen und anderen blühenden Kletterpflanzen verschönen.

Mit Umweltwärme und Wärmepumpe zum Gewinner der Energiewende werden

02.05.2017

Nach dem Willen der Bundesregierung soll der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 auf 80 Prozent anwachsen. Neben dem Ausbau von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft ist dafür auch ein weit enger geknüpftes und schnelleres Stromnetz unerlässlich, das künftig auch noch intelligent werden wird und mit dem Verbraucher kommunizieren soll.

Am Ende der Leitung sollen dann auch intelligente Elektrogeräte und Stromzähler sitzen. Mit der SmartGrid-ready Technik werden Verbraucher schon bald günstige Stromtarife nutzen können, wenn im Netz Überkapazitäten zur Verfügung stehen, weil die Sonne überall scheint oder der Wind weht. Steht dagegen nachts oder an windstillen Tagen wenig Strom zur Verfügung, steigt der Tarif und clevere Elektrogeräte gehen einfach vom Netz, bis der Preis wieder sinkt.

Mit dieser Steuerung sollen Schwankungen in den Stromnetzen so weit wie möglich geglättet und eine hohe Versorgungssicherheit hergestellt werden. Wichtig ist es aber auch, Möglichkeiten zur Speicherung von Strom zu finden. Aktuell bereits mit hoher Effizienz funktioniert das über größere Warmwasserspeicher mit Wärmepumpe zur Versorgung der Heizung und des Brauchwassers.

Wärmepumpen nutzen Strom bereits heute mit hoher Effizienz zur Wärmeerzeugung. Denn nur rund ein Viertel der Energie für die Wärmepumpe stammt aus der Steckdose, drei Viertel dagegen aus Umweltwärme, je nach Modell kann das die Umgebungsluft, Erdwärme oder Grundwasserwärme sein. Die Wärmepumpe bietet die Möglichkeit, Wärme auf Vorrat anzulegen und dann zu nutzen, wenn der Strom im Netz teuer ist.

Pufferspeicher legt Wärmevorrat für teure Zeiten an

Bei normalem Stromangebot sorgt die Steuerung dafür, dass stets die gewünschte Heizwasser-Normaltemperatur im Speicher zur Verfügung steht, die beispielsweise bei 35 oder 50 Grad liegen kann. Ist der Stromtarif aufgrund des Angebots im Netz günstig, wird der Warmwasserspeicher durch die Wärmepumpe auf eine erhöhte Solltemperatur gebracht, die zum Beispiel bei 65 Grad festgelegt werden kann. Das warme Wasser im Speicher übernimmt dann die Versorgung der Heizung und der Wasser-Entnahmestellen mit warmem Brauchwasser, wenn die Stromtarife hoch sind, und die Wärmepumpe kann in dieser Zeit auf Standby gehen.

Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage sinnvoll selbst nutzen

Die SmartGrid-ready Technik mit Wärmepumpe kann aber bereits vor der flächendeckenden Einführung der intelligenten Stromnetze zum Sparen genutzt werden. Denn nach dem gleichen Funktionsprinzip lässt sich auch selbst erzeugter Solarstrom bevorzugt nutzen. Pufferspeicher und Wärmepumpe können derart geregelt werden, dass diese immer dann die Energie der Umweltwärme auf Vorrat erzeugen, wenn die Sonne scheint und die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach ausreichend Strom für den Betrieb der Wärmepumpe liefert. Nachts und wenn sich die Sonne hinter dicken Wolken verbirgt, nutzt das Haus den vorhandenen Wärmevorrat, um seine Bewohner zu versorgen. Die Nutzung des Solarstroms durch eine Wärmepumpe rechnet sich aufgrund der hohen Energieeffizienz der Technik besonders gut, denn drei Viertel der erzeugten Energie stammen aus kostenloser Umweltwärme, nur rund ein Viertel aus Elektrizität. Überschüssiger Strom aus der Solaranlage wird wie gewohnt an das Netz abgegeben.