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Energieeffizientes Sanieren – Wärmedämmung

Einfacher zum Niedrigenergiehaus

Schlanke Hochleistungsdämmungen bieten sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung handfeste Vorteile. Foto: djd/puren
27.04.2017

Neu gebaute Einfamilienhäuser, die den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen, sind bereits heute sehr energiesparend. Doch das ist dem Gesetzgeber nicht genug: Schon in einigen Jahren sollen sogenannte Niedrigstenergiehäuser zum Maß der Dinge im Neubau werden. Die Vorgaben für das nahezu klimaneutrale Haus lassen sich mit einer konsequenten Rundum-Dämmung und modernen Heiztechniken schon heute ohne Weiteres erreichen – nicht nur im Neubau, sondern auch in vielen Bestandsgebäuden. Heute schon besser zu dämmen, als es der Gesetzgeber verlangt, kann sich zudem lohnen. Je nach geplantem Energiestandard können unterschiedliche Fördergelder, zum Beispiel von der KfW Förderbank, genutzt werden.

 

Wer einen vorbildlichen Energiestandard erzielen will, muss dafür keine extrem dicken Dämmpakete auf die Hausfassade und das Dach packen. Hochleistungsdämmstoffe aus Polyurethan bieten bereits bei vergleichsweise schlanken Konstruktionen einen sehr guten Wärmeschutz. Das hat Vorteile sowohl im Neubau als auch bei der energetischen Modernisierung. In städtischen Neubaugebieten ist die maximale Grundrissgröße oft begrenzt und Hausbesitzer in spe möchten nicht mehr Wohnfläche für die Außendämmung verlieren als unbedingt nötig. Im Altbau wird die Architektur des Hauses durch eine schlanke Dämmung nicht stärker verändert als erforderlich.

 

Beim Bau eines Niedrigenergiehauses kommt es nicht nur auf einzelne Bauteile, sondern auf die gesamte Gebäudehülle an. Vom Keller bis zum Dach kann mit Polyurethan effektiv gedämmt werden. Für die Fassade gibt es sowohl Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit Putzabschluss als auch Systeme für vorgehängte Fassaden zum Beispiel mit Holzverkleidung. Für die Dämmung des Steildachs empfiehlt sich eine Aufsparren-Dämmung, die als vollflächiger Wärmeschutz oberhalb der Sparren eingebaut wird. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit der Dämmung von innen. Auch hier ist der schlanke Dämmaufbau interessant, da nur vergleichsweise wenig Raum im Dachboden geopfert werden muss. Zudem gilt: PU-Dämmungen lassen sich hervorragend auch mit anderen Dämmstoffen, beispielsweise bei einer vorhandenen Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle oder Holzfaser, kombinieren.

 

Sonnenschutz und Dämmung gehören zusammen

27.04.2017

Für die Nutzung von Zimmern unterm Dach ist eine gute Wärmedämmung im Sommer ebenso wichtig wie im Winter. Denn nicht nur die Kälte im Winter sorgt unter einem nicht ausreichend gedämmten Dach für unangenehme Temperaturen im Wohnraum. Die Sonneneinstrahlung, die auf den Dachflächen schon mal zu Oberflächentemperaturen von 80 Grad führen kann, macht ungeschützte Dachräume an heißen Tagen nahezu unbewohnbar.

 

Erste und wichtigste Maßnahme ist die Dämmung des Dachs. Für den sommerlichen Wärmeschutz ist es dabei nahezu unerheblich, welcher Dämmstoff eingebaut wird. Anders sieht es dagegen beim winterlichen Wärmeschutz aus, denn hier gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Materialien. Wer keine unnötig dicken Dämmpakete aufs Dach packen möchte, der ist mit Hochleistungsdämmungen gut beraten. Die Polyurethan-Dämmung hat im Vergleich mit anderen Dämmstoffen die besten Wärmedurchgangswerte. Für Bauherren oder Modernisierer bedeutet das: Die Dämmung kann bei gleicher Leistung deutlich schlanker ausfallen als mit anderen Dämmstoffen, auch ohne Einbußen bei der Isolierwirkung im Sommer.

 

Damit die Dachdämmung ihre Aufgabe als Hitzeschutz voll erfüllen kann, gibt es aber noch ein paar Faktoren zu beachten. Besonders wichtig ist es, Fenster, Giebel und Gauben in die Gesamtbetrachtung des Dachs einzubeziehen. Sie benötigen einen wirksamen Sonnenschutz, der idealerweise außen an den Fenstern angebracht sein sollte. Nur so lässt es sich verhindern, dass die energiereichen Strahlen der Sonne via Fensterglas in die Räume gelangen und sie durch den Treibhauseffekt aufwärmen.