sonderthemen

Denkmalgerecht saniert und eingeweiht: Die „Alte Kapelle“ auf dem Trierer Hauptfriedhof

Restauriertes Gotteshaus in neuem Glanz

Die Sanierung der 147 Jahre alten Kapelle auf dem Trierer Hauptfriedhof ist nun abgeschlossen.Fotos (2): Presseamt Stadt Trier
13.04.2017

Viele helfende Hände schaffen gemeinsam viel. Das ist bei der „Alten Kapelle“ auf dem Trierer Hauptfriedhof gleich im mehrfachen Sinne der Fall gewesen. Denn nur durch das Engagement für die Denkmalpflege, die Unterstützung von vielen Seiten und die finanzielle Zuwendungen und Spenden konnte das beliebte Gotteshaus innerhalb von einem Jahr saniert und feierlich eingeweiht werden. Jetzt wurden auch die letzten Arbeiten am Gebäude abgeschlossen.

Die „Alte Kapelle“, 1870 im neogotischen Stil in der Nähe des Haupteingangs Herzogenbuscher Straße errichtet, wurde Jahrzehnte lang nur noch sporadisch genutzt. Obwohl der Zahn der Zeit an ihr nagte, gab es immer wieder Trauergesellschaften, die sich bewusst für die Kapelle als Ort zum Abschiednehmen und Gedenken entschieden. Das Rathaus übertrug der Trier-Gesellschaft die Bauherrschaft über die denkmalgerechte Sanierung der Kapelle – das 104. Denkmalrettungsprojekt des Vereins. Seit seiner Gründung 1982 wurden mehr als 1,6 Millionen Spenden gesammelt und in das Stadtbild investiert.

Symbolträchtiger Tag

Die Kosten für die Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes – rund 600 000 Euro – haben die Stadt Trier, die Trier-Gesellschaft, die Landesdenkmalpflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie der Ortsbeirat Trier-Nord getragen. Für die Restaurierung waren ein Jahr lang zahlreiche Handwerker am Werk. „Im November 2016 soll das Projekt abgeschlossen sein“, kündigte der Vorsitzende der Trier-Gesellschaft und Projektverantwortliche Karlheinz Scheurer damals an. Und so geschah es. Fast genau ein Jahr später strahlte die „Alte Kapelle“ wieder in ihrem teils gelblich-braunen, teils roten Glanz – von außen und innen. Für die Einweihung hatte man einen ganz besonderen Tag abgewartet: Allerseelen. Denn dieser symbolträchtige Tag unterstreiche die Bedeutung des Baudenkmals, das in den vergangenen Jahren zu sehr aus dem öffentlichen Bewusstsein geraten sei, so Scheurer.

Was hat sich getan?

Das steinschichtige Gebäude der Kapelle ist aus gelblich-braunem sowie rotem Sandstein errichtet. Eine Besonderheit sind sicherlich die Maßwerkfenster mit Buntglasfenstern, die der Trierer Künstler Jakob Schwarzkopf entworfen hat. Doch saniert wurde die Kapelle von Grund auf: Zunächst einmal wurde sie bis zum Keller trocken gelegt, damit keine Feuchtigkeit mehr in die Steine einziehen konnte. Die Sandsteingewände mussten erneuert und der gelblich-braune Sandstein zum großen Teil ersetzt werden. Im Innenraum wurde die Kapelle neu verputzt und angestrichen. Alle Türen wurden überarbeitet sowie Sezierraum, Empore, Treppe und Giebelsteine saniert. Überdies mussten eigens für die Mauerabschlüsse besondere Steine gesetzt und viele Fenster ersetzt werden, da sie zerstört, gebrochen oder gar nicht mehr vorhanden waren. Die großen Sanierungsarbeiten wurden unter Mitwirkung des städtischen Amts für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege und unter der Leitung des Architekten Peter Hardt im November abgeschlossen, nur kleinere Maßnahmen standen noch aus.

13.04.2017