Helfer in schweren Stunden

Begleitung in Trauerzeiten erfordert Fachwissen und Einf√ľhlungsverm√∂gen

30.03.2017

Die Digitalisierung macht auch vor dem sensiblen Bereich einer Bestattung nicht halt. So geschieht die Suche nach qualifizierten Bestattern in der akuten Notsituation eines Todesfalles heute auch oftmals √ľber das Internet. So selbstverst√§ndlich f√ľr die Deutschen die Suche im Netz auch ist, so eindeutig aber auch die Aussage der Bundesb√ľrger in einer aktuellen repr√§sentativen Umfrage des Forschungsinstituts Dimap: 92 Prozent der Befragten w√ľrden niemals eine Bestattung f√ľr ihren verstorbenen Angeh√∂rigen √ľber das Internet beauftragen und bezahlen, ohne den Bestatter und sein Unternehmen vorher pers√∂nlich gesehen zu haben. Kaum ein Wirtschaftsbereich unserer Gesellschaft setzt solche sensiblen pers√∂nlichen und fachlichen Qualifikationen voraus wie der Abschied von einem geliebten Menschen. Hier z√§hlt der pers√∂nliche Eindruck und das tiefe Vertrauen, den Verstorbenen bei einem Bestatter in guten H√§nden zu wissen.

Der Generalsekret√§r des Bundesverbands Deutscher Bestatter Stephan Neuser betont daher: ‚ÄěDer Bestatter lebt in ganz besonderer Weise von seinem guten Ruf und f√ľr einen w√ľrdigen Abschied gibt es keine zweite Chance.‚Äú

Immer mehr sogenannte Internet-Vergleichsportale f√ľr Bestattungen haben sich in letzter Zeit zu etablieren versucht. Sie suggerieren den Suchenden, dass Preise oftmals viel zu hoch seien und enorme Sparpotenziale m√∂glich w√§ren, wenn man √ľber sie eine Bestattung beauftragen w√ľrde. Wenige wissen hingegen, dass es sich fast immer keineswegs um uneigenn√ľtzige Serviceleistungen von Verbrauchersch√ľtzern handelt, vielmehr um provisionsbasierte Makler und Vermittler. Knapp 80 Prozent der Befragten der Dimap-Umfrage aus dem Oktober 2016, die vom Kuratorium Deutsche Bestattungskultur in Auftrag gegeben wurde, geben an, solche Portale nicht nutzen zu wollen. 77 Prozent aller Befragten wussten auch nicht, dass im Falle einer Beauftragung Provisionen zwischen 12 bis 20 Prozent f√ľr die vermittelte Dienstleistung an das Vergleichsportal f√§llig werden. Oliver Wirthmann, Gesch√§ftsf√ľhrer des Kuratorium Deutsche Bestattungskultur, r√§t zu Preisvergleichen, jedoch nicht auf Basis einiger weniger Klicks, bei denen nur Rahmenparameter abgefragt werden k√∂nnen, vielmehr zu einem Vergleich in der eigenen Region auf Basis klar umrissener Leistungsw√ľnsche.

Problematisch ist insbesondere die Tatsache, dass im Bereich der Bestattung Menschen oftmals kein realistisches Preisgef√ľhl haben und daher anf√§llig sind f√ľr Lockvogelangebote und scheinbare Verhei√üungen von Preisen, die bei n√§herer Betrachtung niemals realistisch sein k√∂nnen. So kennen Bestatter die stereotype Frage von Kunden: ‚ÄěWas kostet bei Ihnen eine Bestattung?‚Äú Die Frage ist zwar verst√§ndlich, l√§sst sich aber mit einer schnellen Zahl nicht beantworten. Die ehrliche Antwort lautet stets: ‚ÄěEs kommt darauf an!‚Äú Die Praxis zeigt deutlich, dass bei der Wahl eines Bestatters in der Region der am Ende zu bezahlende Kostenrahmen keineswegs √ľber Angeboten liegt, die sich verlockend geben, Verstorbene aber nicht in der gebotenen W√ľrde behandeln und letztlich ihr Geld auch nicht wert waren. Eigentlich ist es vollkommen einleuchtend: Wenn ein Vermittlungsportal neben dem Bestatter ebenfalls auf wirtschaftlichen Ertrag ausgerichtet ist, kann die Leistung nicht billiger werden, sondern wird unn√∂tig verteuert. Die Beauftragung einer Bestattung ist stets ein ganz pers√∂nlicher Vertrauensbeweis, merkt Stephan Neuser vom Bundesverband Deutscher Bestatter an und unterstreicht, dass man sich beim Gespr√§ch mit einem Bestatter und in dessen Gesch√§ftsr√§umen angenommen wissen m√∂chte. Auch bei geringen finanziellen Spielr√§umen k√∂nnen Bestatter einen pers√∂nlichen Abschied erm√∂glichen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e. V.