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Bauen – Wohnen – Leben

Home, smart home

28.03.2017

Rollos, die automatisch das große Südfenster verdunkeln und so die Sommerhitze aussperren. Kaffeemaschinen, die morgens minutengenau starten. Heizungen, die per App aus der Ferne reguliert werden. Digital gesteuerte Immobilien sind im Kommen. Doch was genau kann Smart Home eigentlich, und worauf ist beim Kauf zu achten?

Es gibt viele gute Gründe, weshalb Haustechnik, Elektro- und Kommunikationsgeräte vernetzt werden sollten. Die Steuerung erfolgt entweder per Smartphone beziehungsweise Tablet oder über ein kleines Display, dass in die Zimmerwand integriert wurde.

Die wichtigsten Motive, sich für Smart Home zu entscheiden, sind:

Energie sparen: Dank Smart Home können der Einsatz von Heizung und Lüftung auf die Minute genau programmiert werden. Jalousien fahren wetterabhängig ein beziehungsweise aus, Heizkörper schalten sich ab, wenn das Fenster im selben Raum geöffnet wird oder die letzte Person das Haus verlässt. Umgekehrt wird die Raumtemperatur zu Hause wieder hochgefahren, wenn sich ein Bewohner dem Heim nähert – dies erkennt die Haustechnik über die GPS-Daten der Mobiltelefone aller Familienmitglieder. Zudem kann man sich mit entsprechenden Programmen einen genauen Überblick über den Energieverbrauch des Haushalts verschaffen und zum Beispiel die Nutzung des Strom fressenden Wäschetrockners so festlegen, dass er kostensparend zum Niedertarif angeht.

Sicherheit erhöhen: Entsprechend ausgerüstet, erhält der Bewohner auf seinem Smartphone ein Warnsignal, wenn er das Haus verlässt, aber zum Beispiel noch ein Fenster oder sogar eine Außentür offen steht. Wer länger abwesend ist, kann durch das Ein- beziehungsweise Ausschalten von Lichtern simulieren, dass doch noch jemand in der Wohnung ist – einfach die Beleuchtung vorab tageweise programmieren oder per Tablet beziehungsweise Smartphone aus dem Urlaub steuern. Selbstverständlich kann das Heim auch optisch überwacht werden, etwa mit Kameras, die auf Bewegungen reagieren und sofort Alarm auslösen – beim Besitzer, dem Nachbarn oder einem Wachunternehmen. Schlagen Rauchmelder an, werden sofort die Rettungskräfte alarmiert. Zudem kann in jedem Raum ein Panikknopf installiert werden, der Angehörige oder Betreuungspersonen informiert.

Bequemlichkeit genießen: Mit einem Fingertipp kann Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden – das Licht wird gedimmt, die Lieblingsmusik spielt leise im Hintergrund. Mit der entsprechenden Technik können im ganzen Haus Videos, Fernsehbilder und Musik abgespielt werden – ganz ohne Verkabelung. Und bei einem Raumwechsel geht automatisch das Licht an beziehungsweise aus.

Wer heute neu baut, denkt meist gleich über die intelligente Vernetzung seiner Haus- und Unterhaltungstechnik nach. Doch inzwischen gibt es auch Smart-Home-Lösungen, die zur Nachrüstung oder auch für angemietet Immobilien geeignet sind. Hersteller bieten zudem Einsteigerpakete an, die beispielsweise neben einer Steuerung für Elektrogeräte, Bewegungsmelder und Alarmfunktionen auch die Heizungsregelierung bieten.

Bevor man sich für ein System entscheidet, sollte man jedoch wissen: Sämtliche Smart-Home-Installationen in der Wohnung kommunizieren per Funk untereinander. Es gibt jedoch keinen einheitlichen Funkstandard. Die einzelnen Funkprotokolle der jeweiligen Hersteller sind in der Regel nicht miteinander kompatibel. Wer also zunächst in ein Einsteigerpaket investiert, sollte darauf achten, dass der Anbieter auch Aufrüstungsmöglichkeiten im Programm hat.

Anbauen, aufstocken, Wohnraum schaffen?...

28.03.2017

Die Kinder werden größer, die eigenen Eltern wollen miteinziehen, das Homeoffice expandiert oder man möchte sich mehr eigenen Raum gönnen. Jetzt sind clevere Lösungen gefragt, um Kosten zu sparen und Raum zu gewinnen.

Ende 2014 lag die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner in Deutschland laut Statistischem Bundesamt bei 46,5 Quadratmetern, Tendenz steigend. Der Platzbedarf wächst – doch auch bei begrenzter Grundfläche gibt es viele Möglichkeiten.

Anbau

Ist eine von der Statik des Haupthauses unabhängige Lösung geplant, kann diese relativ einfach umgesetzt werden. Geht es um die Verbreiterung des Bestandsgebäudes, wird es dagegen kompliziert.

„Das Versetzen von Außenmauern und Änderungen an der Dachkonstruktion sprengen schnell das geplante Budget. Hier ist Beratung durch Profis nötig“, sagt Rüdiger Grimmert von der BHW Bausparkasse.

Dachaufstockung

Über 1,5 Millionen Wohnungen könnten durch Dachaufstockungen in Mehrfamilienhäusern in Deutschland entstehen, stellt eine Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover fest. Eine Geschossaufstockung in Holzrahmenbauweise kann eine schnelle und günstige Lösung sein. Da sich viele Teile vorfertigen lassen, sind Bauzeit und -ablauf gut planbar. „Bei Aufstockungen sollten Eigentümer prüfen, ob die Abstandsflächen eingehalten werden“, so der BHW Experte. „Gegebenenfalls müssen Nachbarn der Baugenehmigung zustimmen“

Wintergarten

Geht es um mehr Wohnkomfort, kann auch ein Wintergarten die richtige Lösung sein. Der Wohnwintergarten dient als Erweiterung des Wohnraums und ist auch vom Haus aus begehbar. Damit müssen Hausbesitzer Bodenaufbau und Heizung an den Innenraum anpassen. Ein Kaltwintergarten steht dagegen entweder für sich selbst oder ist an einer Hauswand montiert. Eine Heizungsanlage braucht es nicht.

Gartenhaus

Meist ist das Gartenhaus nur ein Abstellplatz für Rasenmäher, Spaten und Blumentöpfe. Mit etwas Aufwand kann daraus aber auch ein temporärer Wohn- oder Arbeitsraum werden. Auf dem Markt gibt es flexible Komplettlösungen ab 2.000 Euro pro Quadratmeter – etwa als Anbau oder als externes Minihaus. Sobald das Wohnelement an Wasser und Strom angeschlossen ist, ist es ein vollwertiger Wohnraum.

Tipps für den Umgang mit der Behörde

Ausbauten und Erweiterungen von Bestandsgebäuden sind in der Regel genehmigungspflichtig. Was Bauherren wissen müssen, um mit der Behörde klarzukommen.

1. Die Landesbauordnungen enthalten Vorschriften zu erforderlichen Abstandsflächen, zu Raummindesthöhen, aber auch zum Brandschutz und zur Beschaffenheit der einzelnen Bauteile.

2. Kommunale Bebauungspläne regeln die zulässige Anzahl der Geschosse, die maximale Geschossfläche und Grundfläche, die Traufhöhe und die Dachneigung.

In örtlichen Gestaltungssatzungen kann zudem verbindlich festgelegt sein, wie groß Gauben, Erker oder Fenster sein dürfen.

3. Gibt es keinen Bebauungsplan, entscheidet die Baugenehmigungsbehörde nach § 34 Baugesetzbuch, ob die geplanten Umbauten genehmigungsfähig sind oder nicht. Ausschlaggebend ist, dass sich die Neuplanung maßvoll in die bestehende Bebauung einfügt.

4. Bei umfangreichen Baumaßnahmen sollte man einen Architekten ins Boot holen, denn es gilt, die statischen wie auch die Anforderungen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu beachten.

Architekten sind auch die richtigen Fachleute für die spätere Ausschreibung und die Überwachung der Bauleistungen. Entsteht durch die Baumaßnahmen eine Einliegerwohnung, können Bau- und Unterhaltungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

5. Die Bauaufsichtsbehörde muss spätestens drei Monate nach Eingang der vollständigen Bauvorlagen über die Genehmigung entscheiden. Die Baugenehmigung erlischt nach drei Jahren, sofern in dieser Zeit nicht mit der Bauausführung begonnen wurde.