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„Fenster auf!“ reicht nicht aus

Kontrollierte Wohnraumlüftung spart Heizenergie und sorgt für gesundes Raumklima.
07.03.2017

Menschen in Deutschland halten sich durchschnittlich 21,6 von 24 Stunden im Inneren von Gebäuden auf. Damit sie sich wohlfühlen, darf die Luft nicht stickig sein, müssen Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen.

Ohne Frischluft droht Schimmelbefall

In einem Vierpersonenhaushalt werden pro Tag rund zehn Liter Wasserdampf abgegeben, der sich gleichmäßig in der Luft verteilt.

Diese Feuchtigkeit kann sich in warmer Luft besser halten als in kalter. Deswegen kondensiert sie zum Beispiel an kalten Zimmerecken oder Fensterstürzen – hier droht Schimmelgefahr.

Außerdem atmet ein Erwachsener etwa 18 000 Liter Luft ein und aus, die von draußen in die Wohnung hinein kommen muss.

Hinzu kommt: Wird die Gebäudehülle durch gute Dämmung und Fenster luftdicht gemacht, findet eine natürliche Fugenlüftung nicht mehr statt. Je effizienter die Wärmedämmung der Außenhülle des Gebäudes, desto geringer der Luftaustausch in den Räumen.

Bei geöffnetem Fenster entweicht viel Wärme

Durch die händische Lüftung durchs Fenster ist ein kontrollierter Luftaustausch nicht in den Griff zu bekommen. Zudem entweicht dabei im Winter eine ganze Menge Wärme.

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (kurz: KWL) gewährleistet diesen Luftwechsel im Gebäude, ohne dass Fenster durch den Nutzer geöffnet werden müssen, und führen erhöhte Luftfeuchte ab

Als besonders effizient haben sich Lüftungsanlagen erwiesen, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten, weil sie den Energieverbrauch deutlich verringern.

Das System nutzt den Energiegehalt der Abluft zur Temperierung der Zuluft. Ein Wärmetauscher transferiert die Energie direkt auf die hereingeführte Frischluft.

Gut für Allergiker und einen guten Schlaf

Die meisten KWL-Systeme enthalten Luftfilter, die einströmende Luft von Pollen, Hausstaub und Schadstoffen reinigen.

Davon profitieren insbesondere Allergiker. Und nicht zuletzt helfen die Systeme den Bewohnern, gut durchzuschlafen. Denn durch geschlossene Fenster kann nicht so viel Lärm, etwa durch Straßenverkehr, ins Schlafzimmer dringen.

Bauherren sollten frühzeitig bei der Planung eines Neubaus oder einer Sanierung an den Einsatz einer KWL-Anlage denken. Der SHK-Handwerker weiß, welche Heizungs- und Lüftungstechnik für den jeweiligen Hausbesitzer geeignet ist. Auch nachträglich ist die Installation einer Lüftungsanlage jedoch möglich. Gerade bei dezentralen Geräten ist der Aufwand gering: Nötig sind lediglich eine Außenwand zur Direktmontage und ein Stromanschluss. Durch die direkte Luftzufuhr und den Abtransport der verbrauchten Luft müssen keine zusätzlichen Luftkanäle im Raum verlegt werden.