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ENDLICH FÜHRERSCHEIN

Mit dem Motorradführerschein die Freiheit genießen

03.03.2017

Sich in den Sattel schwingen, den Motor starten, den sonoren Sound genießen und einfach alles hinter sich lassen: Mit dem Motorradfahren verbinden viele das Gefühl uneingeschränkter Freiheit. Doch bevor man diese Unbeschwertheit genießen kann, gibt es einige Formalien zuerfüllen.

Motorradführerschein: Der Schlüssel zur großen Freiheit

Ohne „Lappen“ geht natürlich auch auf dem Bike nichts – aus gutem Grund. Die gute Nachricht: Den Führerschein fürs Mofa kann man schon mit 15 Jahren absolvieren und somit erstmals das Gefühl von Mobilität und Freiheit auf zwei Rädern genießen. Führerschein ist hier allerdings nicht ganz der korrekte Begriff, eigentlich sprechen die Fachleute von einer Mofa-Prüfbescheinigung. Ganz Ungeduldige wollen natürlich direkt an ihrem 15. Geburtstag die erste Runde mit dem Mofa drehen. Unser Tipp dazu: Schon drei Monate vor diesem Stichtag darf man die Prüfung für den Mofa-Führerschein ablegen, also am besten einfach rechtzeitig mit dem Fahrschul-Unterricht starten. Ebenfalls wichtig zu wissen: Mit der Mofa-Prüfbescheinigung dürfen Sie Mofas und Roller bewegen, solange diese auf 25 Stundenkilometer gedrosselt sind und nur Sie alleine auf der Sitzbank Platz finden.

Klassen AM und A1: Von dem Mofa zum ersten „echten“ Motorradführerschein

Wer auf dem Mofa erstmals die Faszination Bike erlebt hat, bleibt oft dran und will irgendwann einen „echten“ Motorradführerschein erwerben. Lange dauert es nicht: Schon mit 16 Jahren kann man den Motorradführerschein der Klasse AM – dies gilt als klassischer Roller-Führerschein – oder der Klasse A1 für 125er-Bikes absolvieren. Auch hier gilt: Bereits drei Monate vor dem Geburtstag darf man die theoretische und einen Monat vorher die praktische Prüfung absolvieren. In der Klasse AM gilt seit dem 19. Januar 2013 für Unter-18-Jährige nicht mehr die vorher gültige Tempobeschränkung auf 80 Stundenkilometer. Allerdings sollten es Motorrad-Neulinge natürlich nicht übertreiben: Maximal 125 ccm Hubraum und höchstens elf kW Motorleistung sind erlaubt und Sicherheit sollte beim Fahrer ohnehin an erster Stelle stehen. Wer an der Motorleistung „schraubt“, riskiert handfesten Ärger mit der Polizei und empfindliche Strafen!

Motorradführerschein für

die „Profis“: Die Klassen A2 und A

Endlich 18 – dann lockt die nächste Stufe des Motorradführerscheins. Nämlich in Form der Klasse A2, die für sogenannte kleine Motorräder gültig ist. Das Leistungslimit beträgt in dieser Klasse 35 kW. Klar, dass damit noch nicht das Ende der Fahnenstange beim Motorradführerschein erreicht ist. Wer die Klasse A2 seit mindestens zwei Jahren besitzt, kann sich schließlich für die „Profi-Liga“, die Klasse A für große Maschinen, qualifizieren. Gut zu wissen: Eine nochmalige theoretische Prüfung wird dafür nicht verlangt, lediglich eine praktische Prüfung ist für den Motorradführerschein Klasse A nochmals abzulegen. Seiteneinsteiger ohne Klasse A2, die direkt den großen Motorradführerschein erwerben möchten, müssen mindestens 24 Jahre alt sein. In der Klasse A gibt es keine Leistungsbeschränkung mehr, auch die ganz schweren Bikes können Sie mit diesem Führerschein bewegen.

Mindestens zwölf Fahrstunden sind nötig

Um den Motorradführerschein zu absolvieren, sind theoretische Einheiten in der Fahrschule zu besuchen. Fahrpraxis sammeln Sie bei sogenannten Pflichtstunden, die sich in Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten aufteilen. Erste Sporen verdienen sich Neulinge jedoch auf dem Verkehrsübungsplatz bei einigen vorgegebenen Fahrübungen. Slalomfahrten und Ausweichmanöver gehören ebenso dazu wie das Üben einer Vollbremsung. Wenn das alles sitzt, geht es auf die Straße. Wie viele Fahrstunden bis zum Motorradführerschein notwendig sind, hängt natürlich von den eigenen Fähigkeiten ab. Das Mindestprogramm umfasst jedenfalls zwölf Fahrstunden von jeweils 45 Minuten Länge. Dazu zählen fünf Überlandfahrten (Bundes- oder Landstraße), vier Autobahnfahrten und drei Nachtfahrten.

Aus der Zahl der Fahrstunden resultieren am Ende auch die tatsächlichen Kosten für den Motorradführerschein.

Fazit: Der direkte Weg zum Motorradführerschein

Die Faszination Motorrad ist ungebrochen: Viele steigen schon in jungen Jahren ein und arbeiten sich sukzessive durch die verschiedenen Führerscheinklassen hoch. Aber auch wer sich erst später für Bikes interessiert, kann problemlos den Motorradführerschein erlangen. Möglich ist dies im Grunde in jeder Fahrschule – vorausgesetzt natürlich, sie bietet Fahrstunden auf dem Bike an.

Haben Sie den Führerschein in der Tasche, denken Sie bitte daran: Fahren Sie stets vorsichtig, überschätzen Sie sich nicht. Gerade auf dem Bike – ohne Airbag und Knautschzone – sind die Risiken naturgemäß besonders hoch. Wer aber verantwortungsbewusst fährt, wird lange Freude am Biken haben.