Ein Streifzug entlang der Mosel: Heute zu Besuch in Trittenheim

24.02.2017

Die Moselschleife bei Trittenheim zählt zu den weltberühmten Fotomotiven der Region.

24.02.2017

Der schmucke Weinort Trittenheim liegt an einer eindrucksvollen Moselschleife. Der staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort, inmitten der Wein-Kulturlandschaft, zählt weit über 1000 Einwohner und vereint Lebens- und Wohnqualität.

 

Neben den guten Tropfen – die bekanntest Weinlagen sind hier: „Trittenheimer Apotheke“ und „Trittenheimer Altärchen“ – gibt es viel Sehenswertes in Trittenheim zu entdecken. Beispielsweise die dem Weinheiligen Laurentius geweihte Kapelle. Sie wurde erstmals urkundlich im Jahre 1569 erwähnt. Sie befindet sich inmitten der Rebhänge und wurde einst als Kirche für die umliegenden Orte und Trittenheim genutzt. Die Menschen lebten zur damaligen Zeit noch auf der Anhöhe in der Nähe der Kapelle. Erst viel später wurde im Tal eine neue Siedlung errichtet. Alljährlich ist die Laurentiuskapelle am zweiten Wochenende im August Ziel einer feierlichen Prozession. Im Rahmen eines Gottesdienstes gedenkt man dem Schutzpatron der Reben und erbittet Gottes Segen für eine „Gedeihliche Ernte und Verschonung vor Unwetter und Plag“. Die Kapelle wurde von 1997 bis 1999 durch den Förderverein St. Laurentiuskapelle restauriert und lädt heute den Wanderer zum besinnlichen Verweilen ein.

 

Die Fährtürme von Trittenheim sind das einzig erhalten gebliebene Fährturmpärchen an der Mosel zwischen Perl und Koblenz. Sie sind schon zu kurfürstlicher Zeit nachgewiesene Bauten an beiden Seiten des Moselufers. Die Fährtürme dienten in alter Zeit dem Fährmann als Behausung und Wohnung. Die beiden Türme, die Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurden, stehen heute unter Denkmalschutz. Nach der Restaurierung wurde der linke Fährturm 1994 als Fährturmgalerie eingeweiht. Der Hinkelstein „Eselstratt“ ist das älteste Zeugnis der Besiedelung der Gemarkung Trittenheim. Es ist ein 3500 Jahre alter Menhir, der von Megalithkultur, die von der Bretagne her in den Mittelmoselraum eindrang, aufgestellt wurde. Deutliche vorzeitliche Bearbeitungsspuren lassen eine kreisrunde Vertiefung als Bauchnabel und zwei breite Rinnen als Arme erkennen. Der ganze Stein ähnelt einer breiten Figur mit kleinem Kopf und deutet auf einen matriarchalischen Fruchtbarkeitskult in der Jungsteinzeit hin. Eine Muttergottheit sollte die Erde beschützen und für gutes Wachstum und Gedeihen sorgen, denn nach dem Glauben der Megalithmenschen entsprang alles Leben der Mutter Erde. Der Menhir (keltisch: Langstein) steht heute genau auf der Gemarkungsgrenze der Gemeinden Trittenheim, Köwerich und Klüsserath direkt am alten Pilgerweg nach Klausen. Sein volkstümlicher Name „Eselstratt“ bezieht sich auf die runde Vertiefung. Eine Legende berichtet: Eine christliche Jungfrau hat sich auf der Flucht vor einem heidnischen Ritter mit ihrem Reittier, einem Esel, an dieser Stelle durch einen heftigen Sprung ins Tal gerettet. Zurückgeblieben ist der Hufabdruck des Esels. Der Ritter hat sich beim Anblick des Wunders zum Christentum bekehrt.