WIE SICHER IST IHR ZUHAUSE?

Optimaler Schutz

Durch simple Vorsichtsmaßnahmen sowie durch DIN-geprĂŒfte mechanische Systeme kann man Angreifern das Eindringen erschweren. Einen Schritt weiter geht mechatronischer Einbruchschutz, der zusĂ€tzlich den Einbruch detektiert und meldet. Foto: djd/ABUS
21.02.2017

Einen optimalen Schutz erhalten Sie durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik, sicherheitsbewusstem Verhalten sowie einer aufmerksamen Nachbarschaft.

* Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur fĂŒr kurze Zeit – schließen Sie Ihre HaustĂŒr ab!

*Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und TerrassentĂŒren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster!

*Verstecken Sie Ihren SchlĂŒssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck!

*Wenn Sie Ihren SchlĂŒssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus!

*Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem NachbargrundstĂŒck!

*Informieren Sie bei verdÀchtigen Beobachtungen sofort die Polizei!

Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter!

ZusĂ€tzlich empfiehlt die Polizei eine mechanische Sicherung aller Fenster und TĂŒren, damit ungebetene GĂ€ste erst gar nicht hineinkommen. ErgĂ€nzende Sicherheit bietet zum Beispiel eine Einbruch- und Überfall-Meldeanlage. Damit werden Einbruchsversuche automatisch gemeldet und man kann den Alarm bei Gefahr auch selbst auslösen.

Einbruchhemmende Produkte

Sicherheitsschlösser schĂŒtzen. Foto: Polizeiliche KriminalprĂ€vention der LĂ€nder und des Bundes
21.02.2017

Bei Neu- und Umbauten erhĂ€lt man durch den Einbau geprĂŒfter und zertifizierter einbruchhemmender TĂŒren und Fenster nach DIN EN 1627ff. ab der Widerstandsklasse (RC) 2 einen guten Einbruchschutz. Hier ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (TĂŒrblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt.

Wer gerade umbaut oder renoviert, sollte neben der richtigen WĂ€rmedĂ€mmung oder dem altersgerechten Umbau von Anfang an auch aufeinander abgestimmte technische Sicherungsmaßnahmen mit einplanen, also einen Einbruchschutz aus einem Guss. Denn in der Regel ist es gĂŒnstiger, die geeignete Sicherungstechnik sofort einzubauen, als spĂ€ter unter UmstĂ€nden aufwĂ€ndig nachzurĂŒsten.

Dennoch können geeignete Fenster und TĂŒren auch nachgerĂŒstet werden. Die Polizei empfiehlt den Einbau von NachrĂŒstsystemen gem. DIN 18104 Teil 1 und 2. Kommen beispielsweise geprĂŒfte einbruchhemmende TĂŒren nicht in Frage, ist eine deutliche Verbesserung des Einbruchschutzes immer noch möglich.

Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine widerstandsfĂ€hige Grundkonstruktion handelt. Wichtig: Die NachrĂŒstung fĂŒr TĂŒrblĂ€tter, TĂŒrrahmen, TĂŒrbĂ€nder, TĂŒrschlösser, BeschlĂ€ge, Schließbleche und auch Zusatzsicherungen mĂŒssen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. NebeneingangstĂŒren können wirkungsvoll etwa auch mit massiven Schubriegeln, starken Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl im oberen und unteren TĂŒrdrittel oder mit einem Querriegelschloss nachgerĂŒstet werden. Eingebaute Sicherungen können aber nur bei fachgerechter Montage ihre volle Wirkung entfalten und den entsprechenden Einbruchschutz bieten.

Eingang gut verriegeln

21.02.2017

Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen: 2015 stieg die Zahl der WohnungseinbrĂŒche laut Polizeilicher Kriminalstatistik auf insgesamt 167 136 FĂ€lle. Ähnlich hohe Zahlen werden auch fĂŒr das vergangene Jahr erwartet. Mehr als jeder zehnte Einbrecher kommt dabei durch die HaustĂŒr in das GebĂ€ude.

Bei einem Neu- oder Umbau ist es also unbedingt empfehlenswert, auf eine einbruchhemmende Ausstattung zu achten und dem Einbrecher den Zugang insbesondere durch den Hauseingang zu verwehren.

Einbruchschutz wirkt – so lautet eine weitere Erkenntnis, die sich aus den offiziellen Zahlen der Kriminalbehörden ablesen lĂ€sst.

Denn laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) scheitert knapp die HĂ€lfte der Einbruchversuche, weil Hausbesitzer ihre TĂŒren und Fenster vermehrt einbruchhemmend ausstatten und dem TĂ€ter somit keine Chance geben. Dauert ein Einbruchversuch lĂ€nger als zwei Minuten, lassen die ungebetenen GĂ€ste in der Regel von ihren PlĂ€nen ab und probieren ihr GlĂŒck beim nĂ€chsten Haus. Ein hoher Schutz fĂŒr die HaustĂŒr ist daher unverzichtbar.

Die Polizei empfiehlt spezielle TĂŒren

Auch die Initiative der Polizei „Zuhause sicher“ empfiehlt unter anderem HaustĂŒren, die mit definiertem Werkzeug einem Einbruchversuch von mindestens drei Minuten standhalten. Je nachdem mit welchem Werkzeug und wie lange eingebrochen wird, werden von unabhĂ€ngigen PrĂŒfinstituten getestete TĂŒren den Widerstandsklassen zugeordnet.

Diese Klassen erklĂ€ren, wie hoch die Einbruchhemmung von Bauteilen, etwa einer HaustĂŒr, ist. So muss beispielsweise eine HaustĂŒr der Widerstandsklasse RC 2 einem Einbruchversuch eines TĂ€ters mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keil mindestens drei Minuten lang standhalten. Eine HaustĂŒr mit RC 3-Ausstattung muss einem Einbruchversuch von fĂŒnf Minuten und unter Zuhilfenahme weiterer Werkzeuge, wie Kuhfuß oder Handbohrer, standhalten.