20 Jahre Michael Helfen – Der Fliesenprofi!

Qualität muss bei jedem Handgriff stimmen

Michael Helfen (rechts) bespricht mit seinem Team einen Bauplan.
20.02.2017

Im Gespräch mit seiner Lebensgefährtin erinnerte sich Fliesenlegermeister Michael Helfen Anfang des Jahres daran, dass es Grund zum Feiern gibt: 20 Jahre besteht sein Betrieb „Der Fliesenprofi!“ nun schon. Und die Adresse in der ZeughausstraĂźe 112 ist zu einer bekannten Anlaufstelle fĂĽr Privatkunden und Unternehmen aus der Region geworden – ob sie nun eine Badezimmersanierung oder einen neuen Bodenbelag fĂĽr die Werkshalle planen. Helfen ist daher stolz auf das, was er zusammen mit seinem Team erreicht hat.

Dabei standen am Anfang noch relativ viele Ungewissheiten. Am 7. Januar 1997 startete Helfen mit seinem Betrieb: damals noch als Ein-Mann-Unternehmen in einer kleinen Scheune in Kenn. „Ich hatte meinen Meisterbrief frisch in der Tasche und wollte meine Brötchen selbst verdienen“, beschreibt er seinen Antrieb. Das Fliesenlegerhandwerk sei ihm durch die Familiengeschichte quasi in die Wiege gelegt worden. „Mein Großvater war Mauerer, der Zwillingsbruder meiner Mutter Verputzer. Auch mein Vater und meine Brüder haben alle ein Handwerk gelernt.“ Im Gegensatz zum Vater und den Geschwistern, die sich später einer Beamtenlaufbahn zuwandten, blieb Michael Helfen der handwerklichen Berufung treu. „Es ist nur traurig, dass meine Mutter das Firmenjubiläum nicht mehr miterleben kann. Sie ist im November 2015 leider gestorben“, bedauert er.

Rasch nach dem Start hatte sich das Geschäft ausgeweitet und Stück für Stück wurden die ersten Mitarbeiter eingestellt. Heute beschäftigt „Der Fliesenprofi!“ vier Angestellte sowie einen Auszubildenden. Die meisten seien schon sehr lange dabei: zwischen fünf und 15 Jahren, einer sogar 18 Jahre. „Es ist ein gutes Team. Dein Kapital sind deine Leute“, lobt der Unternehmer die Truppe. Ein Mitarbeiter gab auch indirekt den Anstoß zum Umzug in die Zeughausstraße. „Ich habe ihn nach der Arbeit hier nach Hause gebracht und mich beim Vorbeifahren gewundert, warum die Halle hier leer stand“, erzählt Helfen. Den Standortwechsel nach Trier-Nord habe er nicht bereut, denn der Kundenstamm sei seitdem kräftig gewachsen.

Die Anfragen kommen aus Trier und dem Umland sowie aus Luxemburg. Bei den Privatkunden geht es zumeist um Bäder, aber auch Balkone und Terrassen. Für die Badezimmer sei weit mehr als klassisches Fliesenlegen gefragt: „Heute wünscht man eher regelrechte Wellness-Oasen.“ Ebenerdig begehbare Duschen und große Fliesen-Formate mit möglichst wenig Fugen lägen im Trend. Ganz ohne Fugen gehe es aber nicht, denn beispielsweise für den Spannungsausgleich seien sie unverzichtbar. Falls vom Kunden gewünscht, übernimmt Helfen auch die Gesamtplanung und koordiniert die übrigen anfallenden Arbeiten, von Installation über Elektro bis zum Anstrich, mit befreundeten Handwerksbetrieben.

Präzise und sorgfältige Arbeit schätzen auch Kunden mit größeren Flächen und so wird „Der Fliesenprofi!“ regelmäßig von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen gebucht. Seit Jahren besteht beispielsweise eine enge Kooperation mit den Kliniken der „Mutterhaus der Borromäerinnen GmbH“. Ebenso nimmt der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) Helfens Dienstleistungen in Anspruch. Es bestehen derzeit Rahmenverträge für Arbeiten an Bundes- und Landesgebäuden. Und in der Eifel gab es einen Großeinsatz bei der Molkerei der „Arla Foods Deutschland“ (früher MUH). „Zunächst kam die Anfrage für 500 Quadratmeter. Am Ende wurden es mehrere tausend, weil man mit der ersten Arbeit so zufrieden war – das ist natürlich ein tolles Gefühl“, freut sich der Handwerksmeister.

Das Erfolgsrezept sieht er in der ordentlichen Ausführung jedes Handgriffs. „Ich sage meinen Leuten immer: Das muss so sein, als würde man es bei sich selbst zuhause einbauen.“ Und dieses Motto setze die Truppe konsequent um. Damit auch in Zukunft fachlich gute Arbeit geleistet wird, baut Helfen auf Ausbildung im eigenen Betrieb. Der aktuelle Lehrling wird im Laufe des Jahres die Prüfung ablegen. Ein junger, aus Syrien stammender Mann ist bereits als neuer Praktikant vorgesehen.

Seit einiger Zeit sitzt Helfen für die Handwerkskammer sogar im Prüfungsausschuss und in der Fliesenlegerinnung engagiert er sich im Vorstand. „Manche Kollegen kritisieren die duale Ausbildung und sagen, der Lehrling ist ja die halbe Zeit gar nicht in meinem Betrieb. Aber sie übersehen die Qualität, die diese Ausbildungsform sichert“, betont Helfen die wichtige Bedeutung im Kampf gegen Fachkräftemangel.

Durch die Gesetzesnovelle der vergangenen Jahre zum Wegfall der Meisterregel sei zwar eine ganze Reihe neuer Handwerksbetriebe entstanden. „Die Qualifikationen, die man für einen Meisterbrief erwerben muss, sind aber nicht zu ersetzen“, sieht der Fliesenlegermeister diese Entwicklung kritisch.