UNFALL – WAS TUN?

Tipps f√ľr Autofahrer

10.02.2017

Schnell ist es passiert ‚Äď durch eine kleine Unachtsamkeit kann es schnell zum Unfall kommen. Wichtig ist, in dieser Situation einen klaren Kopf zu behalten und die richtigen Schritte einzuleiten.

 

Damit die Schadensabwicklung von Anfang an reibungslos verl√§uft, haben wir sieben Tipps zusammengestellt, die sie √ľber Ihre Rechte, aber auch √ľber Ihre Pflichten im Schadensfall informiert.

 

 

1. Ihr Recht: Sie können die Werkstatt selbst bestimmen! (Haftpflichtschaden)

 

Sie d√ľrfen Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen ausgew√§hlten Werkstatt reparieren lassen ‚Äď Versicherungen haben kein Recht, Ihnen eine andere Werkstatt vorzuschreiben. Wer Sie das ganze Jahr √ľber im Service gut ber√§t und bedient, wird das auch im Falle eines Unfalls tun. Ihre vertraute und bekannte Werkstatt garantiert Ihnen eine technisch einwandfreie Reparatur und damit die Verkehrssicherheit Ihres Fahrzeugs.

 

Also: Bestimmen Sie die Reparaturwerkstatt selbst!

 

2. Ihr Recht: Sie können bei einem unabhängigen Sachverständigen ein Gutachten in Auftrag geben! (Haftpflichtschaden)

 

Es steht Ihnen grunds√§tzlich frei, einen Sachverst√§ndigen ihrer Wahl zur Beweissicherung und zur Feststellung von Schadensumfang, Schadensh√∂he, Wertminderung, Restwert, Wiederbeschaffungswert und voraussichtlicher Reparaturdauer zu beauftragen. Die Kosten f√ľr das Gutachten hat die Versicherung des Sch√§digers grunds√§tzlich zu √ľbernehmen. Das erstellte Gutachten kann auch als Grundlage Ihrer Abrechnung mit der Versicherung herangezogen werden, wenn Sie z. B. Ihr Fahrzeug nicht reparieren lassen wollen, sondern stattdessen mit dem von der Versicherung ausgezahlten Geld ein anderes Fahrzeug erwerben wollen. Wenn Sie keinen Sachverst√§ndigen kennen, kann Ihnen Ihre Werkstatt bei der Auswahl behilflich sein.

 

Aber: Liegt von vornherein erkennbar nur ein so genannter Bagatellschaden vor (Schadensh√∂he ‚Äď je nach Gerichtsbezirk ‚Äď nicht h√∂her als circa 500 bis 770 Euro), werden die Kosten f√ľr das Gutachten grunds√§tzlich nicht von der Versicherung des Unfallgegners √ľbernommen.

 

Bei einem Bagatellschaden reicht in der Regel als Schadensnachweis eine Reparaturkalkulation Ihrer Fachwerkstatt aus.

 

3. Ihr Recht: Sie können ein Ersatzfahrzeug mieten! (Haftpflichtschaden)

 

Ist Ihr Auto nach einem Unfall nicht mehr fahrbereit und muss schadensbedingt zur Reparatur in der Werkstatt verbleiben, k√∂nnen Sie f√ľr diesen Zeitraum grunds√§tzlich einen Mietwagen beanspruchen. Die Ausnahme ist ein sehr geringer Fahrbedarf. Ben√∂tigen Sie keinen Mietwagen, k√∂nnen Sie f√ľr die Dauer des schadensbedingten Ausfalls alternativ Nutzungsausfallentsch√§digung geltend machen.

 

Aber: Wegen zum Teil erheblicher Preisunterschiede kann es unter Umst√§nden sinnvoll sein, Preisvergleiche anzustellen, da bei Anmietung zu √ľberh√∂hten Preisen die Mietwagenkosten nicht immer vollst√§ndig von der Versicherung zu √ľbernehmen sind.

 

4. Ihr Recht: Sie können sich einen Rechtsanwalt nehmen! (Haftpflichtschaden)

 

Zur Ermittlung und der Durchsetzung Ihrer Anspr√ľche k√∂nnen Sie einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beauftragen. Die Kosten hierf√ľr hat die Versicherung des Sch√§digers grunds√§tzlich zu √ľbernehmen.

 

5. Ihr Recht: Totalschaden ‚Äď Sie k√∂nnen reparieren oder verkaufen! (Haftpflichtschaden)

 

Sind die Reparaturkosten h√∂her als der Wiederbeschaffungswert, k√∂nnen Sie Ihr Auto trotzdem in Ihrer Fachwerkstatt reparieren lassen. Aber: Wichtige Bedingungen sind, dass die veranschlagten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht mehr als 30 Prozent √ľbersteigen und dass Sie das Fahrzeug weiter nutzen wollen. Lassen Sie das Fahrzeug im Totalschadensfall nicht reparieren, haben Sie Anspruch auf Ersatz in H√∂he des Wiederbeschaffungswertes ‚Äď aber abz√ľglich des Restwertes Ihres Fahrzeuges und auch abz√ľglich der im Wiederbeschaffungswert enthaltenen Mehrwertsteuer. Im Schadensfall wird die Mehrwertsteuer nur so weit ersetzt, wie sie tats√§chlich angefallen ist und das h√§ngt u. a. vom Alter und Typ des Unfallfahrzeugs ab. Aussagen dazu finden Sie im Sachverst√§ndigengutachten. Sie haben auch das Recht, Ihr Fahrzeug zu dem Restwert (z. B. an Ihre Fachwerkstatt) zu verkaufen, den der Sachverst√§ndige in seinem Gutachten ermittelt hat.

 

Zur Sicherheit empfiehlt sich ein korrekt datierter schriftlicher Kaufvertrag mit Ihrer Fachwerkstatt. Restwertangebote der Versicherung m√ľssen nur dann beachtet werden, wenn das konkrete Angebot der Versicherung vorliegt, bevor das Fahrzeug ver√§u√üert wurde und dieses Angebot f√ľr Sie zumutbar ist.

 

6. Ihr Recht: Sie können die Zahlung vereinfachen! (Haftpflichtschaden)

 

Zur Erleichterung der Zahlungsabwicklung k√∂nnen Sie die von der Werkstatt Ihres Vertrauens vorgehaltenen Formulare ‚ÄěReparaturkosten-√úbernahmeerkl√§rung‚Äú und/oder ‚ÄěSicherheitsabtretung‚Äú verwenden, da die Versicherung bei Vorlage dieser Erkl√§rungen in der Regel die Reparaturkosten direkt an die Fachwerkstatt auszahlen kann.

 

Dadurch k√∂nnen Sie es vielfach vermeiden, f√ľr die Reparaturkosten in Vorleistung treten zu m√ľssen.

 

7. Ihr Recht: Was passiert, wenn Sie den Unfall selbst verursacht haben? (Kaskoschaden)

 

Wenn Sie bei einem vollständig oder zum Teil selbst verschuldeten Unfall Ihre Kaskoversicherung in Anspruch nehmen, ergeben sich Ihre Rechte aus Ihrem Versicherungsvertrag. Diese können erheblich von den oben dargestellten Rechten im Haftpflichtschadensfall abweichen.

 

Insbesondere ist hier ein Weisungsrecht Ihres Versicherers zu beachten: setzen Sie sich daher unverz√ľglich mit Ihrer Versicherung in Verbindung.

 

Aber auch hier gilt: Sie haben das Recht, die Werkstatt Ihres Vertrauens selbst zu w√§hlen und mit der Reparatur zu beauftragen, sofern der Kaskovertrag ausdr√ľcklich nichts anderes bestimmt.