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IHR GESUNDHEITSRATGEBER: DARMKREBSVORSORGE

Erstaunliche Fakten über Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge

09.02.2017

Die Hubert Burda Stiftung hat zahlreiche Studien zum Thema Darmkrebs initiiert und ausgewertet.

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache durch Krebs.

Bei Frauen liegt Darmkrebs aktuell an dritter Stelle nach Brustkrebs und Lungenkrebs. Bei den Männern steht Darmkrebs an zweiter Stelle, nach Lungenkrebs und vor Prostatakrebs. 170 Menschen erkranken täglich in Deutschland an Darmkrebs. 71 Menschen sterben pro Tag daran.

An Darmkrebs erkranken

auch Jüngere

Das Risiko für Darmkrebs steigt zwar ab dem Alter von 50 Jahren deutlich an. Der Krebs kann aber auch schon in jüngeren Jahren auftreten, etwa wenn es Darmkrebs in der Familie gibt. Bereits bei einem Fall erhöht sich das Darmkrebsrisiko aller nahen Verwandten um das Doppelte bis Dreifache.

Männer erkranken häufiger an Darmkrebs

Männer erkranken etwa doppelt so häufig und im Durchschnitt fünf Jahre eher an Darmkrebs als Frauen. Grund genug, die Vorsorgeempfehlungen der Experten ernst zu nehmen und spätestens im Alter von 50 Jahren mit der Darmkrebsvorsorge zu beginnen.

Auch wer sich gesund fühlt, kann krank sein

Darmkrebs macht lange Zeit keine Beschwerden. Sind erst Symptome vorhanden, ist es oft für eine Heilung zu spät. Liegt kein bekannter Risikofaktor vor, wird für Männer und Frau ab dem 56. Lebensjahr eine Vorsorge-Darmspiegelung empfohlen. Alternativ kann ab einem Alter von 50 jährlich, bzw. ab 55 alle zwei Jahre ein Stuhlbluttest durchgeführt werden, der okkultes Blut im Darm und damit Anzeichen für Darmkrebs erkennt. Liegen ein oder mehrere Risikofaktoren vor, sollte früher mit der Vorsorge begonnen werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Eine Darmspiegelung geht schnell und tut nicht weh

Die Darmspiegelung wird heute nahezu ausschließlich ambulant durchgeführt. Der Patient liegt während der circa 20 Minuten dauernden Untersuchung zugedeckt auf einer Liege. Auf Wunsch erhält er eine Beruhigungs- oder Kurzschlafspritze. Die Kurzschlafspritze ist keine Narkose, der Patient fällt lediglich in einen kurzen und leichten Schlaf. So spürt er während der gesamten Untersuchung keinerlei Schmerzen.

Eine Darmspiegelung ist absolut ungefährlich

Die Darmspiegelung wird von spezialisierten Magen-Darm Ärzten durchgeführt und ist sehr risikoarm. Die Komplikationen liegen im Promillebereich. Rund 370 000 Menschen im Alter über 55 Jahre nehmen jährlich in Deutschland eine Vorsorge-Koloskopie in Anspruch. Bei durchschnittlich 369 000 von ihnen verläuft die Untersuchung ohne jegliche Komplikationen. Bei Komplikationen handelt es sich mehrheitlich um Blutungen nach der Entfernung von Polypen oder um eine Beeinträchtigung des Kreislaufs durch die Kurzschlafspritze.

Darmkrebs lässt sich verhindern oder heilen

Bei früher Erkennung liegen die Heilungschancen von Darmkrebs bei über 90 Prozent. Darüber hinaus bietet die Vorsorgedarmspiegelung die große Chance, dass gutartige Vorstufen erkannt und entfernt werden können und das Entstehen von Darmkrebs damit verhindert wird.

Die Darmkrebsvorsorge hat schon viele Menschenleben gerettet

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat errechnet, dass durch die Vorsorgekoloskopie von 2002 bis 2010 98 734 Menschen im Alter von 55 bis 84 Jahren die Erkrankung an Darmkrebs erspart geblieben ist. Bei 47 168 Menschen wurde ein vorhandener Krebs in einem so frühen Stadium entdeckt, dass er in den meisten Fällen geheilt werden konnte.